Tilda Swinton (65) schreibt über ihr Leben. Unter dem Titel „Material Evidence“ (Dt. „Beweismaterial“) sollen im Herbst 2028 die ersten Memoiren der schottischen Schauspielerin erscheinen. Das gab der US-Verlag Farrar, Straus and Giroux (FSG) am Donnerstag auf Instagram bekannt.
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Wer eine brave Chronik von der Kindheit bis zum Oscar erwartet, liegt allerdings falsch. Das Buch verweigere sich der Form einer herkömmlichen Lebensgeschichte, heißt es in dem Verlagspost. Es folge vielmehr der Art, wie Erinnerung tatsächlich arbeite: sprunghaft, über die Sinne und festgemacht an Dingen.
Holzbein statt Jahreszahlen
Genau diese Dinge bilden das Gerüst. Anstelle einer chronologischen Erzählung führen Gegenstände durch Swintons Geschichte. Der Verlag nennt etwa ein Taufkleid, einen Brief, ein Holzbein, ein Sweatshirt, ein Stück Stickseide und eine Fotografie. Welche Erinnerungen an ihnen hängen, bleibt vorerst offen.
Swinton selbst nennt ihr Werk „ein Buch über Neugier“. Es sei „eine Spur aus Brotkrumen durch den Wald“ und zugleich „ein Essay über das Staunen“. Sie hoffe, dass sich die Leser am Ende bestärkt und mit neuer Energie aufgeladen fühlen. Und zwar, um den Unterschied zu schätzen zwischen dem flüchtigen Geist, den jeder Mensch auf einzigartige Weise verkörpere und der sich ständig wandle, und der festen Materie, die im Kern gleich bleibe und uns immer wieder nähre.
Verlegerin schwärmt
Bei FSG ist die Freude groß. Präsidentin Mitzi Angel bewundere schon lange Swintons „einzigartige Art, die Dinge zu sehen“, ließ sie auf Instagram wissen. Die Objekte in dem „bezaubernden Buch“ seien aufgeladen mit Bedeutung und Erinnerung. Die Memoiren stecken voller Humor und haben ein Auge für Details, die sonst womöglich untergingen. Sie könne nicht glücklicher sein, dass Swinton mit diesem „außergewöhnlich ungewöhnlichen und bewegenden Buch“ zum Verlag komme.
Ganz neu ist die Rolle als Autorin für Swinton übrigens nicht. „Material Evidence“ wird bereits ihr zweites Buch. Im September 2025 veröffentlichte sie bei Rizzoli International Publications den Kunstband „Tilda Swinton: Ongoing“, der ihre Karriere, ihre Mode und ihre künstlerischen Kooperationen beleuchtet.
Abschied vom Filmset auf Zeit
Dass Swinton neue Wege geht, hatte sich bereits angedeutet. Auf der Berlinale im Februar 2025 erklärte die Oscarpreisträgerin, die unter anderem in „Michael Clayton“ und den „Chroniken von Narnia“ zu sehen war, laut „The Hollywood Reporter“, sie freue sich nach 40 Jahren im Filmgeschäft darauf, „etwas anderes“ zu machen.
Wenn sie nach Schottland heimkehre, beginne für sie ein Lebensabschnitt, auf den sie sich seit rund 15 Jahren gefreut habe, sagte sie damals. Was genau sie vorhabe, könne sie nicht verraten. Nur so viel: Für den Rest des Jahres werde sie keinen Film drehen. „Ich will mehr Zeit.“
(ili/spot)
Bild: Oscarpreisträgerin Tilda Swinton legt ihre ersten Memoiren vor. / Quelle: imago/ABACAPRESS / Zabulon Laurent/ABACA





