Patrick Dempsey (60) wird nicht in die Politik wechseln. Der Schauspieler, der sich als Dr. Derek Shepherd aus der Serie „Grey’s Anatomy“ in die Zuschauerherzen spielte, hat in einem Gastbeitrag für die Zeitung „Portland Press Herald“ klargestellt, dass er nicht für einen Sitz im US-Senat kandidieren wird. Damit reagiert der gebürtige Mainer auf eine Debatte, die ihn in den vergangenen Tagen als möglichen Bewerber für seinen Heimatstaat ins Gespräch gebracht hatte.
„Es ist schmeichelhaft, und ich nehme das nicht auf die leichte Schulter“, schreibt Dempsey über die wiederholte Frage, ob er sich eine Kandidatur vorstellen könne. „Ich liebe meinen Heimatstaat Maine. Die Menschen, die dort leben, liegen mir sehr am Herzen, und wie so viele Amerikaner mache ich mir Sorgen über die Richtung, die unser Land einschlägt.“ Er habe die Möglichkeit ernsthaft geprüft, weil sie einen echten Unterschied hätte machen können.
Warum sein Name plötzlich fiel
In die Diskussion geraten war Dempsey durch die Turbulenzen um einen anderen Bewerber. Der demokratische Kandidat Graham Platner (41), Veteran und Austernzüchter, kündigte am Mittwoch (8. Juli) an, sich aus dem Rennen zurückzuziehen, nachdem gegen ihn öffentlich Vorwürfe des sexuellen Übergriffs erhoben worden waren. In einem elfminütigen Video auf der Plattform X erklärte er: „Wir stellen den Wahlkampfbetrieb ein.“ Er wolle zudem die Unterlagen für seinen Rückzug einreichen, wies die Anschuldigungen aber zurück.
https://x.com/grahamformaine/status/2075009677495058687?s=46
Auslöser war ein Bericht des Magazins „Politico“ vom Montag (6. Juli). Darin warf eine 41-Jährige aus Maine dem Politiker vor, Ende 2021 alkoholisiert und ohne ihr Einverständnis in ihr Haus eingedrungen zu sein und sie zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben. Bereits Ende Mai hatte Platners Wahlkampfteam eingeräumt, dass er sexuell explizite Nachrichten mit mehreren Frauen ausgetauscht hatte. Auf eine Anfrage des „People“-Magazins bei Platners Büro habe es zunächst keine Reaktion gegeben.
Dempseys Vorstellung von Führung
Vor diesem Hintergrund brachten Unterstützer Dempsey als Alternative ins Spiel. Der Schauspieler, der außerhalb von Lewiston-Auburn aufwuchs, nutzte den Gastbeitrag jedoch, um seine eigene Vorstellung von politischer Führung zu schildern. „Ich will jemanden, der mit Empathie führt“, schreibt er. „Jemanden, der zuhört, bevor er spricht, der den Mut hat, mit Menschen zusammenzuarbeiten, mit denen er nicht einer Meinung ist, und der versteht, dass es bei einem öffentlichen Amt nicht um Macht geht. Es geht um Dienst.“
Wichtige Erfahrungen habe ihm die Gründung des Dempsey Center gebracht, einer Einrichtung zur Unterstützung von Krebspatientinnen und -patienten. Dort habe er viele Menschen getroffen, die ihm eine zentrale Lektion vermittelt hätten: „Gesundheitsversorgung sollte keine parteipolitische Frage sein.“ Auch das Thema Bildung liege ihm persönlich am Herzen.
Ein klares Nein, aber eine Bitte
Am Ende seiner Überlegungen sei er immer wieder bei derselben Frage gelandet, so Dempsey: Wolle er wirklich im Kongress dienen? „Nach langem Nachdenken wurde mir klar, dass die Antwort Nein lautet. Nicht, weil der öffentliche Dienst nicht ehrenhaft wäre, das ist er ohne Frage. Sondern weil ich glaube, dass ich mit dem Leben, das ich mir bereits aufgebaut habe, mehr bewirken kann.“
Statt selbst anzutreten, richtete der Schauspieler eine Bitte an jene, die es tun. „Also nein, ich kandidiere nicht für ein Amt. Aber ich fordere etwas von denen, die es tun“, schreibt Dempsey und appelliert an die Politik: „Führt mit Demut. Sagt die Wahrheit. Stellt die Menschen über die Partei.“
(ili/spot)
Bild: Patrick Dempsey ist einer jener Schauspieler, denen eine Karriere in der Politik zugetraut wird. / Quelle: imago/Bestimage / Claudia Albuquerque / Bestimage



