Collien Fernandes (45) kehrt in den „Kölner Treff“ zurück. Am Freitag (30. Oktober) ist die Schauspielerin und Moderatorin erneut in der WDR-Talkshow mit Susan Link (49) und Micky Beisenherz (49) zu Gast. Ihr letzter Auftritt am 13. März bekam nur wenige Tage später eine besondere Brisanz: Damals hatte Fernandes über ihre Erfahrungen mit digitaler Gewalt gesprochen und auf eine entscheidende Frage auffällig zurückhaltend reagiert.
Die Schauspielerin berichtete in der Sendung mit bewegter Stimme von gefälschten Profilen in sozialen Netzwerken, die unter ihrem Namen betrieben worden seien. Darüber seien Männer aus ihrem beruflichen und privaten Umfeld kontaktiert worden. Auch Nacktfotos und angebliche Sexvideos seien verschickt worden. „Als ich das dann gesehen habe, war das total heftig für mich“, erzählte sie.
Auf die entscheidende Frage folgte langes Schweigen
Besonders eine Szene blieb im Gedächtnis. Fernandes deutete im Gespräch mit Beisenherz an, inzwischen mehr über die Hintergründe des Identitätsmissbrauchs erfahren zu haben. „Je mehr ich mitbekomme, desto krasser finde ich es“, erklärte sie.
Daraufhin schaltete sich Mitgast Rebecca Mir (34) ein und fragte direkt: „Hast du herausgefunden, wer das war?“ Fernandes zögerte, seufzte und nickte schließlich nur. Auch auf die anschließende Frage, ob sie bereits rechtliche Schritte eingeleitet habe, wollte sie nicht näher eingehen. „Das ist ein schwieriges Thema gerade“, antwortete sie knapp.
Sechs Tage später, am 19. März, veröffentlichte der „Spiegel“ eine umfangreiche Recherche. Darin erhob Fernandes schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen (51). Sie beschuldigte ihn unter anderem, über Jahre Fake-Profile in ihrem Namen angelegt und darüber mit anderen Männern kommuniziert zu haben.
Ulmen ging juristisch gegen die Berichterstattung vor und erzielte dabei Teilerfolge. Das Hanseatische Oberlandesgericht untersagte dem „Spiegel“ im Juni unter anderem, den Verdacht zu erwecken, Ulmen habe Deepfake-Videos seiner Ex-Frau hergestellt oder verbreitet. Andere wesentliche Teile der Verdachtsberichterstattung blieben dagegen zulässig. Die strafrechtlichen Vorwürfe sind damit nicht geklärt, für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.
Micky Beisenherz übte anschließend Selbstkritik
Auch Moderator Micky Beisenherz blickte nach Bekanntwerden der Vorwürfe kritisch auf die damalige Sendung zurück. In seinem Podcast „Apokalypse und Filterkaffee“ räumte er am 20. März ein, dem Thema digitale Gewalt zu wenig Raum gegeben zu haben.
Er habe sich von der Redaktion „völlig zu Recht“ vorwerfen lassen müssen, aus persönlichem Interesse zu lange über Fernandes‘ Rolle beim „Traumschiff“ gesprochen zu haben. Das Thema Deepfakes sei dadurch „ein bisschen zu kurz“ gekommen. Beisenherz erklärte außerdem, ihm tue es „wirklich extrem leid“, was Fernandes habe erleben müssen.
Nun treffen die beiden im „Kölner Treff“ erneut aufeinander. Laut der Ankündigung der Sendung soll es diesmal darum gehen, wie Fernandes heute auf ihre Erfahrungen blickt und wie sich ihr Leben seither verändert hat. Neben Fernandes werden am Freitag unter anderem Giovanni Zarrella, Christine Westermann, Götz Alsmann und Miriam Neureuther erwartet. Der „Kölner Treff“ läuft ab 22 Uhr im WDR und ist auch in der ARD Mediathek zu sehen.
(dr/spot)
Bild: Collien Fernandes im März beim „Kölner Treff“. / Quelle: imago/Panama Pictures/Sascha Schuermann




