WM 2026: Letzter Tanz auf der Weltbühne für Messi, Ronaldo und Co.

WM 2026: Letzter Tanz auf der Weltbühne für Messi, Ronaldo und Co.

Wenn am Donnerstag das Spiel Mexiko gegen Südafrika die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 eröffnet, beginnt nicht nur die größte WM aller Zeiten. Für einige Fußball-Legenden, die den Sport in den vergangenen zwei Jahrzehnten maßgeblich geprägt haben, dürfte es auch ihr letzter Auftritt auf der größten Fußball-Bühne der Welt sein. Lionel Messi (38), Cristiano Ronaldo (41), Luka Modric (40) und nicht zuletzt Manuel Neuer (40) bestreiten voraussichtlich ihre letzte WM. Im Turnierverlauf könnte es sogar zu einem Showdown zwischen Messi und Ronaldo kommen: das von Fans jetzt schon heiß ersehnte Match 100.

Showdown der Superstars in Match 100?

Mit 48 teilnehmenden Mannschaften ist die WM in den USA, Kanada und Mexiko das größte WM-Turnier der Geschichte. Allein die Vorrunde umfasst nicht weniger als 72 von insgesamt 104 Partien. Lionel Messi führt als Kapitän Titelverteidiger Argentinien in Gruppe J aufs Feld. Cristiano Ronaldo tritt mit seinen Portugiesen in Gruppe K an. Seit der Gruppenauslosung Anfang Dezember 2025 spekulieren Fans über ein elektrisierendes Szenario: den Showdown zwischen Messi und Ronaldo in Match 100. Gewinnen beide Teams ihre Gruppen und schaffen sie den Einzug ins Viertelfinale, dann könnten sie sich am 12. Juli ganz Western-like im Duell der Fußball-Ikonen in Kansas City gegenüberstehen. Das berühmte Arrowhead Stadium ist die Heimat der NFL-Stars der Kansas City Chiefs rund um Patrick Mahomes (30) und Travis Kelce (36). Und es scheint wie gemacht für ein historisches Spiel. Findet die Karriere der Nationalspieler Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo hier ihr Ende?

„15 Jahre gemeinsam auf der Weltbühne“

Cristiano Ronaldo gibt bereits 2003 sein Debüt für die A-Mannschaft Portugals. Lionel Messi läuft 2005 erstmals für Argentinien auf. Beide sind bei ihrem ersten Länderspiel gerade einmal 18 Jahre alt. Beim „Sommermärchen“ in Deutschland 2006 erleben die Jungspunde ihre erste WM. Ronaldo ist bei den Portugiesen schon ein echter Faktor. Messi verbringt gegen das deutsche Team von Trainer Jürgen Klinsmann (61) 120 Minuten auf der Bank. Das Viertelfinale verliert Argentinien im Elfmeterschießen. Zum besten jungen Spieler des Turniers wird damals übrigens weder Messi noch Ronaldo gewählt. Ein gewisser Lukas Podolski (41) ist der beste Nachwuchskicker der WM 2006.

Danach erhebt sich Messis und Ronaldos Karriere in ungekannte Höhen. In den Jahren zwischen 2008 und 2023 machen die beiden Ausnahmekönner die Wahl zum Weltfußballer des Jahres fast unter sich aus. Ronaldo gewinnt den Ballon D’Or fünfmal, Messi gar achtmal. Einzig 2018 und 2022 kommen der kroatische Fußball-Mozart Luka Modric (40), ebenfalls einer der WM-Veteranen 2026, und der Franzose Karim Benzema (38) zum Zug. Im feinen Zwirn bei Preisverleihungen begegnen sich Ronaldo und Messi fast so häufig wie im direkten Duell mit ihren damaligen Vereinen Real Madrid und FC Barcelona. „Wir waren 15 Jahre lang gemeinsam auf der Weltbühne. Ich weiß nicht, ob so etwas im Fußball jemals vorkam: die gleichen zwei Typen zu jeder Zeit auf demselben Level“, so Ronaldo anlässlich der Weltfußballer-Wahl 2019. Und er zollt Messi Respekt: „Wir waren immer Rivalen. Aber er hat mich immer respektiert, so wie ich ihn immer respektiert habe.“ Als Spieler sei Messi „magisch“ und neben Zinédine Zidane (53) „wahrscheinlich der beste Spieler“, den er gesehen habe.

Duell der Wertesysteme

Ähnliche Aussagen von Messi über Ronaldo sind seltener zu finden. Nicht, weil Messi keine Wertschätzung für den Portugiesen empfinden würde. Messi gilt als äußerst schüchtern im Vergleich zum extrovertierten Rivalen. Über die Jahre entspinnt sich eine Dauerdebatte unter Fans über die Frage: „Wer von beiden ist der größte Spieler aller Zeiten?“ Der von der Insel Madeira stammende Ronaldo hat sich vor allem durch unerreichten Fleiß unter die besten Kicker des Planeten gespielt. Was er hat, zeigt er auch, sei es ein Brilli im Ohr, ein frisch gebräunter Sixpack auf einer strahlend weißen Jacht oder sein unendlicher Fuhrpark an Luxuskarossen.

Messi repräsentiert ein völlig anderes Wertesystem. Er kam als 13-Jähriger nach Europa und heuerte, damals schmächtig und kleinwüchsig, in Barcelona an. Er gilt als Fußballer mit gottgegebenem Talent, der es trotz weniger günstigen körperlichen Voraussetzungen zum Anwärter auf den GOAT, den Größten aller Zeiten, schaffte. Talent oder Fleiß, schüchtern oder extrovertiert? Egal, für wen das Herz schlägt: Ein K.o.-Spiel Messi gegen Ronaldo am 12. Juli in Match 100 hätte jetzt schon einen Platz in den Geschichtsbüchern sicher.

Neuer in letzter Sekunde dabei

Was Messi und Ronaldo für das Feld-Spiel, ist Manuel Neuer für das Torhüter-Spiel. Der inzwischen 40-Jährige gilt als bester, weil innovativster Torhüter der vergangenen zwei Jahrzehnte. Seine Ballbeherrschung ist für einen Torwart außergewöhnlich. Das ermöglicht Neuer, hinter der Abwehr als zusätzlicher Feldspieler zu agieren. Dieser Wettbewerbsvorteil machte sich auch beim deutschen Titelgewinn 2014 bezahlt, als er als „Manu, der Libero“ die Fußballwelt beeindruckte. Der fünffache Welttorhüter gab seinen Rücktritt aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im August 2024 offiziell bekannt. Nun ist er überraschend auf den WM-Zug 2026 aufgesprungen. Dass er in letzter Sekunde Stammtorwart Oliver Baumann (36) seinen Platz im deutschen Tor streitig macht, hat Kritik hervorgerufen. Seine Klasse, seine Ruhe am Ball, seine Ausstrahlung und der Respekt, den er damit beim Gegner hervorruft, sind unbestritten.

Torhüter spielen am längsten mit

Schon immer gehörten Torhüter zu den ältesten WM-Teilnehmern. Man denke nur an Legenden wie Dino Zoff (84) oder Peter Shilton (76). Sie hüteten jeweils noch mit 40 das italienische bzw. englische Tor. So verwundert es auch nicht, dass Essam El-Hadary, Ex-Keeper der ägyptischen Nationalelf, mit 45 Jahren und 161 Tagen als ältester Spieler gilt, der je bei einer WM eingesetzt wurde. Beim Turnier in Russland 2018 hielt El-Hadary sogar einen Elfmeter. Im Tor von WM-Gastgeber Mexiko taucht beim Eröffnungsspiel am Donnerstag vielleicht eine Kult-Figur auf: Guillermo Ochoa (40). Ochoa fiel bei seinen bisherigen WM-Teilnahmen durch seine eher geringe Körpergröße, seinen durch ein breites Stirnband gebändigten Lockenkopf und seine außergewöhnlichen Reflexe auf. Bei der WM im eigenen Land bestreitet er, wie Messi und Ronaldo, sein sechstes Welt-Turnier. Mit dem mexikanischen Team will er weit kommen und seine herausragende Karriere krönen.

Wenn Legenden ein letztes Mal antreten

Trotz der angespannten Weltlage verbinden Fußballfans mit der WM 2026 die Hoffnung, dass sie zur riesigen Party heranwächst, die den weltumspannenden Sport in all seinen Facetten feiert. Und es ist angerichtet: Messi, Ronaldo, Neuer, Modric oder Ochoa sind bereit. Auf dem Rasen wollen sie ein letztes Mal alles geben, ehe sie den Stab an ihre Nachfolger weiterreichen. Ein letztes Mal dürfen Fans live Messis linken Zauberfuß, Ronaldos unaufhaltsame Dynamik, Modrics Genialität und Ochoas und Neuers Aura bewundern. Die WM 2026 der Fußball-Legenden kann beginnen.

(jök/spot)

Bild: Schafft Lionel Messi zum Abschied die Titelverteidigung? / Quelle: IMAGO/Shutterstock

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