„Total Eclipse of the Heart“-Sängerin Bonnie Tyler ist gestorben

„Total Eclipse of the Heart“-Sängerin Bonnie Tyler ist gestorben

Die britische Sängerin Bonnie Tyler ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Bekannt wurde die Waliserin vor allem durch ihre kratzige Stimme und den 80er-Jahre-Welthit „Total Eclipse of the Heart“. Wie die „BBC“ berichtet, war sie bereits im Mai nach einer Notoperation am Darm in Portugal in ein künstliches Koma versetzt worden. Vergangenen Monat teilte ihre Sprecherin mit, Tyler sei zwar aus dem Koma erwacht, aber weiterhin „sehr krank“ und liege auf der Intensivstation.

Vom Reihenhaus auf die Weltbühne

Geboren wurde sie als Gaynor Hopkins in einem Reihenhaus im walisischen Neath, wo ihre Liebe zur Musik früh begann. Als Kind schleppte sie ihre Schallplatten in Tüten zum Haus der Tante, um diese dort mit den Cousins zu hören. Rock hatte es ihr angetan, und sie wollte in einer Band spielen.

Sieben Jahre lang trat sie in Rugbyclubs und Arbeitervereinen auf, ehe sich die Chance auf eine Plattenaufnahme ergab. Große Pläne, tatsächlich Platten zu machen, habe sie zunächst nicht gehabt, erzählte sie später. Erst der Talentscout Roger Bell brachte den Stein ins Rollen. Er kannte Produzenten, die eine Sängerin suchten, und empfahl ihnen die junge Waliserin. In London nahm sie eine ihrer ersten Demoaufnahmen auf, „Lost in France“, und stand kurz darauf bei „Top of the Pops“ auf der Bühne. Als Single erschien der Titel 1977.

Wie aus Sherene Davies Bonnie Tyler wurde

Ihren Künstlernamen verdankt sie einer Zeitung. Anfangs trat sie als Sherene Davies auf, doch als sie bei RCA unterschrieb, der Plattenfirma von Elvis Presley, riet man ihr zur Änderung. Also nahm sie ein Blatt zur Hand, schrieb alle Vornamen, die ihr begegneten, auf die eine Liste, alle Nachnamen auf die andere und setzte daraus Bonnie Tyler zusammen.

Zum Wendepunkt ihrer Laufbahn wurde fünf Jahre nach „Lost in France“ ein Lied, das der Songschreiber Jim Steinman ihr in New York am Klavier vorspielte. „Oh mein Gott, dieser Song ist unglaublich“, habe sie damals gedacht. Dass die Ballade jemals im Radio laufen würde, hielt sie zunächst für ausgeschlossen: Die Originalfassung von „Total Eclipse of the Heart“ dauerte acht Minuten. Eine vierminütige Radioversion eroberte dann die Welt, hielt sich zwei Wochen an der Spitze der britischen und vier Wochen an der Spitze der US-Charts.

Ein Hit, der nie verblasste

Der Erfolg trägt bis heute. In diesem Jahr überschritt „Total Eclipse of the Heart“ auf Spotify die Marke von einer Milliarde Streams, das Video wurde auf YouTube mehr als 1,3 Milliarden Mal abgerufen. Nach 43 Jahren sei ihr das Lied nie langweilig geworden, betonte Tyler.

An weiteren Hits mangelte es ihr ohnehin nicht. „Holding Out for a Hero“, „It’s a Heartache“, „Together“ und „If You Were a Woman (And I Was a Man)“ zählen zu ihren bekanntesten Songs. Dreimal war sie für einen Grammy als beste Sängerin nominiert. 2013 vertrat sie das Vereinigte Königreich beim Eurovision Song Contest.

Späte Ehrung und ein neuer Song

2022 fand sich ihr Name auf der letzten Geburtstagsehrenliste der Queen, ein Jahr später überreichte ihr Prinz William (44) den MBE-Orden für ihre Verdienste um die Musik. Sie sei in einem Reihenhaus aufgewachsen und hätte nie mit einer solchen Auszeichnung gerechnet, sagte sie 2023. Im selben Jahr erschien ihre Autobiografie „Straight from the Heart“.

Zuletzt brachte sie mit „Yes I Can“ eine neue Single heraus, ein Lied über innere Stärke und den Glauben an sich selbst.

Privat zwischen Portugal und Wales

Mit ihrem Ehemann Robert Sullivan sollen ihr Berichten zufolge 22 Häuser rund um den Globus gehört haben; die meiste Zeit verbrachten die beiden in Portugal und im walisischen Mumbles bei Swansea. Kinder hatte das Paar nicht. Mit 40 Jahren erlitt Tyler eine Fehlgeburt. Sie habe Kinder immer geliebt, erzählte sie einmal, doch stets sei die Karriere dazwischengekommen.

(ili/spot)

Bild: Bonnie Tyler bei der TV-Show „Silvester-Schlagerbooom 2025 live – Die Wunderlichtershow!“ im Dezember 2024 in München. / Quelle: imago/pictureteam / Pictureteam

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