„Svenni’s Nachtshop“ in der Friedrichshainer Neuen Bahnhofstraße schließt in den nächsten Wochen. Das hat Sido (45), einer der Betreiber, im Podcast „Take Me Späti“ öffentlich gemacht. Als Grund nennt der Rapper die Miete, die inzwischen zu hoch geworden sei. „Das kannst du mit einem Späti nicht finanzieren“, stellt er klar.
Wie der Rapper erzählt, seien für den Laden mittlerweile 6.000 Euro im Monat fällig. „Früher waren es 4.000“, sagt Sido. Die höhere Summe „können wir uns nicht mehr leisten mit dem Blättchen-Verkauf“.
Mit Geheimtür und Snacks aus Übersee
Dabei hatte das Projekt mit großem Rummel begonnen. Im Juni 2021 eröffnete Sido den Späti nahe dem Ostkreuz zusammen mit Rap-Kollege Bozza und Armin Bahari-Darakhshan. Laut „Berliner Zeitung“ wollten die drei mitten in der Corona-Pandemie mehr bieten als das übliche Sortiment.
Mit einem gewöhnlichen Kiosk hatte der Laden schon damals wenig gemein. Wie der Großhändler Lekkerland 2022 in einem Artikel beschrieb, lud auf mehr als 100 Quadratmetern etwa im Hinterzimmer eine Sofa-Ecke zum Verweilen ein, Jägermeister sponserte eine eigene Kühlschrankwand mit „Svenni’s“-Flaschen. Hinter dem selbst gebauten Zigarettenregal lag demnach ein weiterer Raum, den Kunden nur durch eine Geheimtür und mit der passenden Karte betreten konnten.
„Wir wollten einfach keinen Standard-Späti, sondern etwas ganz besonderes schaffen“, erklärte der Geschäftsführer Bahari-Darakhshan damals. Dazu passte das Sortiment mit Snacks aus den USA sowie asiatischen Trendprodukten.
Wer ist Svenni?
Die Idee zum eigenen Spätkauf sei über einen Kumpel entstanden, der selbst einen Späti betreibe, erzählt Sido im Podcast. „Und dann dachten wir, es ist geil, ’nen eigenen Späti zu haben. Ist doch ’ne geile Sache.“
Auch das Rätsel um den Namen löst der Rapper auf. Mit einem gewissen Svenni hat er nichts zu tun, sondern mit einem Insider-Witz im Freundeskreis: „Weil wir uns zu der Zeit, wo wir den Laden gemacht haben, immer alle Svenni genannt haben.“
Kein zweiter Anlauf geplant
Ob er nach dem Aus einen neuen Späti eröffnen wolle, fragt Moderatorin Sara Arslan auch. „Nö, nicht geplant“, ist Sidos Antwort. Auf die Nachfrage, ob seine Späti-Karriere damit beendet sei, sagt er: „Ja, scheiße.“ Der Geschäftssinn ist Sido aber offenbar noch nicht abhanden gekommen. Kurzerhand bietet er den Laden der „Take me Späti“-Podcasterin an: „Wollt ihr den nicht haben?“
(mia/spot)
Bild: Sido auf der Bühne. / Quelle: ddp/PIC ONE/Ben Kriemann





