Schlecht gealtert? „Die Dornenvögel“-Star Rachel Ward kontert Kritik

Schlecht gealtert? „Die Dornenvögel“-Star Rachel Ward kontert Kritik

Die britische Schauspielerin Rachel Ward (68) hat über die zahlreichen herabwürdigenden Kommentare zu ihrem Aussehen gesprochen. Der frühere Star aus „Die Dornenvögel“ erhielt in den vergangenen Monaten immer wieder hämische Nachrichten, nachdem sie sich ungeschminkt gezeigt hatte.

„Toll, das hinter sich zu lassen“

„Oh mein Gott!! Was ist bloß mit ihr passiert?“, schrieb etwa ein Nutzer. Ein anderer urteilte: „Wow!! Sie ist wirklich furchtbar gealtert.“ In einem Interview mit „ABC News“ bezog sie nun klar Stellung: „Mir ist es völlig egal, was andere über mein Aussehen oder mein Alter denken. Warum meinen wir, wir müssten so tun, als wären wir noch 40, wenn wir 68 sind?“ Ward sagte, sie räume mit den alten Beschränkungen für Frauen auf, denen es „nicht erlaubt war, Falten zu haben, graue Haare zu bekommen, sich nicht zu kümmern“. Weiter betonte sie: „Dieses ständige Drängen darauf, dass wir immer noch sexuelle Wesen sein müssen, ist erschreckend. Dass wir uns den Po und die Brüste liften und die Gesichter zurückziehen lassen müssen.“ Das sei „einfach nur grotesk“. „Ich kann nur sagen, dass es toll ist, es hinter sich zu lassen, wie man aussehen und sein sollte.“

Die Schauspielerin, die in den 1980er Jahren als Model die Titelseiten von „Vogue“ und „Cosmopolitan“ zierte und durch die Miniserie „Die Dornenvögel“ (1983) weltbekannt wurde, lebt inzwischen weit entfernt vom Glamour ihrer früheren Karriere: auf einer 350 Hektar großen Farm im australischen Nambucca Valley, die sie gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem australischen Schauspieler Bryan Brown (78), bewirtschaftet. Die beiden sind seit über vier Jahrzehnten verheiratet und haben drei gemeinsame Kinder. Kennengelernt haben sie sich 1983 am Set von „Die Dornenvögel“.

Viele neue Follower gewonnen

Ihr Leben heute ist das genaue Gegenteil jener Welt, in der sie groß geworden ist und in der es viel um das Aussehen ging. Ward erinnerte sich im ABC-Interview daran, was ihr Vater ihr als Kind mitgegeben hatte: „Wozu brauchst du eine Ausbildung? Du bist hübsch genug, um einen sehr reichen Mann zu heiraten.“ 1982 zog sie nach Hollywood, um als Schauspielerin Fuß zu fassen – und stieß dort auf eine Branche, in der Frauen fast ausschließlich über ihr Äußeres definiert wurden. „Man war eigentlich wertlos, wenn es nicht die eigene Sexualität war“, sagte sie rückblickend über jene Zeit.

Bereits im Januar hatte Ward in einem Instagram-Posting auf die herablassenden Kommentare reagiert. „Mit über sechzig bin ich erfüllter denn je und bereue es nicht, meine Jugend und Schönheit hinter mir gelassen zu haben.“ Gleichzeitig appellierte sie an andere Frauen: „Habt keine Angst vor dem Älterwerden, es ist eine wundervolle Lebensphase.“

https://www.instagram.com/p/DTjXIULE9pD/?hl=en

Durch ihre Instagram-Beiträge habe sie viele neue Follower hinzugewonnen, betonte sie noch gegenüber „ABC News“ und kommentierte dies mit den Worten: „Wie ironisch, dass mir mein Ergrauen tatsächlich mehr Aufmerksamkeit eingebracht hat, als wenn ich mein Oberteil ausgezogen hätte.“

(ae/spot)

Bild: Rachel Ward – hier im Februar mit ihrem Ehemann Bryan Brown in Sydney. / Quelle: imago images/AAP/NADIR KINANI

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