Rea Garvey (53) hat in der MDR-Talkshow „Riverboat“ über die jahrzehntelange Ehe mit seiner Josephine gesprochen und dabei überraschende Einblicke in die Beziehung gewährt. Der Musiker beschrieb seine Frau dort etwa als Kritikerin, die kein Blatt vor den Mund nimmt. „Sie ist sehr ehrlich zu mir. Manchmal zu ehrlich, wenn sie mir ihre Meinung zu meiner Musik sagt“, sagte er. „Ich arbeite daran, ihr zu sagen, wie sie das besser verpacken kann.“
Ein Beispiel lieferte er gleich mit. „Ich kam einmal von einem Songwriting zurück aus Amerika, war superstolz und spielte ihr ein Stück vor. Sie sagte zu mir: ‚Du bist hier nicht Elton John‘.“
Getroffen hat ihn das mehr, als es von außen wirken dürfte. „Es war für mich wie ein Messer, dass sich in mich bohrte. Die Kritik von Menschen, die du liebst, fühlst sich meistens am schlimmsten an“, erklärte der Coach der Musikshow „The Voice of Germany“, die Freitagabend in eine neue Staffel gestartet ist. „Obwohl ich genau weiß, dass sie als meine Frau einfach nur ehrlich ist.“
„Über die Liebe gar nichts zu wissen“
Im „Riverboat“ sprach Garvey auch über seine Herkunft und darüber, wie wenig ihn diese auf eine Beziehung vorbereitet habe. „Aus Irland zu kommen, heißt eigentlich, über die Liebe gar nichts zu wissen“, sagte er.
Eine Kindheitserinnerung illustriert das. „Ich bin mal in das Schlafzimmer meiner Eltern hereingeplatzt, als wahrscheinlich eine meiner jüngeren Schwestern gezeugt worden ist. Ich war fünf Jahre alt und dachte: Was geht denn hier ab?“ Für seine Eltern sei das ein Albtraum gewesen, erzählte er lachend: „Meine Mutter hat Dinge gesagt, für die sie noch mehrere Male in der Kirche um Verzeihung beten musste.“
Rückblickend sieht er im langsamen Tempo seiner eigenen Beziehung einen Vorteil. „Im Nachhinein schätze ich das, die Liebe zu meiner Frau so langsam aufgebaut zu haben. Das ist nicht in einem Tag entstanden. Dieser Aufbau, dieses Wachstum, auch dieses Abenteuer, mit einer anderen Person alles neu zu lernen: Ich bin so dankbar dafür.“
Er verliebte sich in ihre Stimme am Telefon
Angefangen hatte die Geschichte ohne jeden Blickkontakt. Bevor seine Band Reamonn durchstartete, erledigte Garvey Organisatorisches noch selbst, Telefonate inklusive. Bei der Suche nach einem Manager ging die Schwester eines Kandidaten ans Telefon.
„Ich war 27, sie 22. Am Anfang war ihre Stimme am Telefon, in die ich mich sofort verliebte. Sie klang so natürlich und so sexy“, erinnerte sich Garvey vergangenes Jahr in einem Interview mit der Zeitschrift „Bunte“. „Ich musste ganz schön um sie kämpfen. Aber nach einem Monat waren wir auch in der Liebe zusammen. Die ersten drei Jahre haben wir das geheim gehalten.“
Die gebürtige Deutsch-Rumänin übernahm damals das Management von Reamonn. Den Song „Supergirl“, mit dem der Band 2000 der Durchbruch gelang, hatte Garvey nach eigener Darstellung in der TV-Doku „Rea-Garvey-Story“ bereits für sie geschrieben, ohne sie je gesehen zu haben.
Die Hochzeit erfolgte 2002 in Dingle an der Südküste Irlands. Drei Jahre später kam Tochter Aamor zur Welt, ihr widmete Garvey den Song „Halo“. Ein zweites Kind folgte, Name und Geschlecht behält das Paar bis heute für sich.
(ae/spot)
Bild: Rea Garvey war zu Gast in der MDR-Sendung „Riverboat“ und sprach dort auch über seine Ehe. / Quelle: imago images/STAR-MEDIA

