Nach dem Urteil gegen Marius Borg Høiby: So geht es jetzt weiter

Nach dem Urteil gegen Marius Borg Høiby: So geht es jetzt weiter

Das 128 Seiten umfassende Urteil des Amtsgerichts Oslo gegen Marius Borg Høiby (29) fiel einstimmig aus: Der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit (52) wurde am Montagmorgen unter anderem wegen zweifacher Vergewaltigung und Missbrauchs in engen Beziehungen zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtlich bindend, denn Høiby könnte noch Berufung einlegen.

Zwei Wochen Zeit

Wie unter anderem „Dagbladet“ berichtete, erklärte Verteidiger Petar Sekulic, das Urteil werde nun sorgfältig gelesen, aber es sei nicht auszuschließen, dass Berufung eingelegt werde. „Wir haben noch nicht mit unserem Mandanten gesprochen, werden dies aber in Kürze tun. Es liegt in der Natur der Sache, dass Berufung eingelegt wird, aber das werden wir mit unserem Mandanten besprechen. Wir müssen die Möglichkeit haben, das Urteil gründlich zu lesen. Wir haben bisher das Ergebnis und eine kurze Erläuterung einiger Punkte erhalten.“ Verteidigerin Ellen Holager Andenæs erklärte zudem, man freue sich über den Freispruch in einigen der Anklagepunkte. „Mit Teilen des Urteils sind wir einverstanden, mit anderen Teilen hingegen eher kritisch. Das müssen wir uns noch ansehen. Wir werden jetzt mit ihm sprechen.“

Laut „VG“ haben die Parteien zwei Wochen Zeit, das Urteil zu prüfen und zu entscheiden, ob sie es akzeptieren oder Berufung einlegen.

Marius Borg Høiby war zur Urteilsverkündung nicht anwesend, wie es hieß aus „medizinischen Gründen“. Er verfolgte sie aus dem Gefängnis. Seine Verteidiger gaben unterdessen bekannt, dass sie erneut die Freilassung aus der Haft beantragen werden. Høiby hatte bereits vor wenigen Tagen einen solchen Antrag gestellt, der jedoch vom Berufungsgericht abgelehnt wurde. Er sitzt seit Februar in Untersuchungshaft.

Er hat nicht nur eine Haftstrafe erhalten

Høiby wurde in zwei der vier ihm zur Last gelegten Vergewaltigungen verurteilt: der Vergewaltigung auf einer Party in der Kellerlounge des Skaugum vor einigen Jahren und der Vergewaltigung einer Frau auf Oslos Westseite am Palmsonntag 2024. „Bei allen Vergewaltigungen muss das Gericht feststellen, dass erwiesen ist, dass das Opfer nicht in der Lage war, sich der Tat zu widersetzen. Schlaf und starke Trunkenheit sind typische Beispiele“, verlas Richter Jon Sverdrup Efjestad. Zudem wurde der Stiefsohn von Kronprinz Haakon (52) wegen Missbrauchs in engen Beziehungen gegenüber seiner Ex-Freundin Nora Haukland (29) verurteilt.

Freigesprochen wurde Høiby hingegen vom Vorwurf der Vergewaltigung einer Hotelangestellten sowie einer weiteren Frau auf den Lofoten, ebenso in zwei Fällen der Verletzung einer einstweiligen Verfügung. Der 29-Jährige wurde zur Zahlung von Schadensersatz an mehrere Frauen verurteilt. Insgesamt muss er 640.000 Kronen zahlen (rund 58.000 Euro). Er wurde außerdem unter anderem zu einem Führerscheinentzug für ein Jahr und acht Monate verurteilt.

(ae/spot)

Bild: Marius Borg Høiby ist zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt worden. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. / Quelle: imago/Bestimage / Royalportraits Europe/Bernard Rubsamen / Bestimage

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