Nach dem Tod von Regina Ziegler: ZDF ändert kurzfristig das Programm

Nach dem Tod von Regina Ziegler: ZDF ändert kurzfristig das Programm

Das ZDF reagiert auf den Tod von Produzentin Regina Ziegler mit kurzfristigen Programmänderungen. Statt des Krimis „Der Geier – Blut und Zweifel“ läuft am Montagabend um 20:15 Uhr die Komödie „Familie Bundschuh – Bundschuh gegen Bundschuh“. Die Filmproduzentin war am Sonntag (1. November) im Alter von 82 Jahren in Berlin gestorben.

Die Wahl des Ersatzfilms hat einen persönlichen Bezug: Die Reihe ist ein erfolgreiches ZDF-Format und stammt seit 2015 aus dem Hause Ziegler Film.

Ein Frühwerk zu später Stunde

Dabei bleibt es aber nicht. In der Nacht zum Dienstag zeigt das ZDF um 0:15 Uhr den Spielfilm „Fabian“ nach dem Roman von Erich Kästner. Die Produktion von 1979/80 war Zieglers erste große Arbeit für den Sender. Regie führte damals ihr Ehemann Wolf Gremm.

Im Laufe der Woche folgen Wiederholungen der Krimireihe „Kommissarin Heller“ und des historischen Zweiteilers „Die Holzbaronin“. Für diese Sonderausstrahlungen hat das ZDF noch keine genauen Uhrzeiten und Wochentage veröffentlicht.

ARD und WDR setzen auf die Mediathek

Auch ARD und WDR würdigen die Produzentin, allerdings nicht im laufenden Programm. In der Mediathek stehen „Martha Liebermann – Ein gestohlenes Leben“ und „Weißensee“ bereit. „Regina Ziegler hat Geschichten nicht nur erzählt. Sie hat sie möglich gemacht“, ließen ARD-Programmdirektorin Christine Strobl und Christoph Pellander, Geschäftsführer ARD Degeto Film, mitteilen. „Mit ihr verlieren wir eine der großen Persönlichkeiten unserer Branche und eine wichtige kreative Partnerin.“

Abschied von einer Legende

Ziegler sei „eine enge, langjährige und hoch geschätzte Partnerin“ gewesen, erklärte auch ZDF-Intendant Norbert Himmler in einer Pressemitteilung des Senders. „Ihre künstlerische Kraft und ihr unerschütterlicher Optimismus werden uns sehr fehlen.“

Von Seiten des WDR wird Intendantin Dr. Katrin Vernau mit den Worten zitiert: „Mit Regina Ziegler verliert der deutsche Film eine der prägendsten Persönlichkeiten der letzten Jahrzehnte. Sie war eine Pionierin, die mit ihren bewegenden Geschichten beeindruckte und durch ihr Engagement für Kultur, Gesellschaft und Politik weit über die Leinwand hinaus Einfluss nahm.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer nannte sie „eine der erfolgreichsten Persönlichkeiten der deutschen Filmbranche“. Und auch ein berühmter Autor reagierte: Mit Ziegler verliere „die Filmwelt eine Legende. Ich eine sehr gute, liebe Freundin“, schrieb Sebastian Fitzek zu einem gemeinsamen Foto. Er bezeichnete sie als „loyale Vertraute, weit über das hinaus, was uns beruflich verband. Eine inspirierende Wegbegleiterin, deren Leidenschaft für neue Ideen ebenso ansteckend war wie ihre Kreativität, ihr Humor und ihr unbändiger Wille zur Perfektion.“ Ziegler verfilmte zahlreiche Romane von Fitzek.

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Mehr als 500 Produktionen

Ziegler hatte 1973 ihre eigene Produktionsfirma gegründet und war damit die erste unabhängige Filmproduzentin Deutschlands. In über fünf Jahrzehnten entstanden unter ihrem Namen mehr als 500 Film- und Fernsehproduktionen, von „Die große Flatter“ bis „Gladbeck“. Seit dem Jahr 2000 führte sie das Unternehmen nach Angaben des ZDF gemeinsam mit ihrer Tochter Tanja. Ziegler gewann zahlreiche Preise, darunter einen Emmy, den Deutschen Filmpreis und einen Grimme-Preis.

(stk/spot)

Bild: Regina Ziegler starb am 1. November im Alter von 82 Jahren. / Quelle: imago/Manfred Segerer

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