Jahrelang war von einem großen Kinofilm über Madonnas Leben die Rede – doch das Projekt scheiterte. Nun hat die Sängerin (67) selbst erklärt, woran es lag. In einem Gespräch mit dem „Interview“-Magazin nennt sie ein Zerwürfnis mit dem Studio Universal Pictures als Grund.
2020 wurde das Projekt laut „The Hollywood Reporter“ von Universal offiziell angekündigt. Madonna sollte den Film über ihr Leben selbst inszenieren und gemeinsam mit Diablo Cody am Drehbuch schreiben. Später kam Erin Cressida Wilson als Autorin hinzu; 2022 wurde Julia Garner für die Hauptrolle vorgesehen.
„Ich sollte einen Film über mein Leben machen. Ich habe zwei Jahre an meinem Drehbuch gearbeitet und zwei Jahre bei den Universal Studios mit den Produktionsleitern verbracht, um das Budget zu planen und die Besetzung zusammenzustellen“, sagte Madonna nun dem Magazin. „Zwischen mir und Universal kam es zu Unstimmigkeiten wegen des Budgets, denn ich brauchte – ich habe ein außergewöhnliches Leben geführt. Ich habe viel erlebt, deshalb brauchte ich ein großes Budget.“
Madonnas Idee: ein Dreh in Serbien
Das Studio habe für die nötige Summe kein Verständnis aufgebracht, so die Sängerin. Daraufhin habe sie versucht, die Kosten zu drücken – mit dem Plan, den Film günstiger in Serbien zu produzieren. Doch auch das überzeugte Universal offenbar nicht.
„Vielleicht haben sie mir einfach nicht geglaubt“, erklärt Madonna. „Eine ihrer ersten Reaktionen war: ‚Wir glauben nicht, dass du länger als vier Tage in Serbien bleiben würdest.‘ Und ich sagte: ‚Habt ihr das Drehbuch gelesen?‘ Mein ganzes Leben war ein Kampf ums Überleben. Ich fahre nicht dorthin, um Urlaub zu machen.“ Nach dem Aus für die Kinopläne sei sie zunächst in der Schwebe gewesen, bis sich Netflix mit dem Vorschlag einer Serie gemeldet habe. Doch auch dieser Weg habe sich kompliziert gestaltet: Ihr eigenes Universal-Drehbuch habe sie nicht verwenden können, ohne es dem Studio zu einem „Wucherpreis“ abzukaufen – „obwohl ich es geschrieben habe. Frag nicht“.
Die Arbeit an einer Serie sei ein völlig anderer Prozess, schilderte Madonna weiter. „Man muss viele Autoren treffen und den richtigen Showrunner finden, und ich konnte keinen finden. Das zog sich noch acht oder neun Monate hin“, so die Sängerin. Ihr Antrieb sei dabei stets der gleiche geblieben: „Gut, dass ich noch einen anderen Job habe, denn ich muss arbeiten, ich muss kreativ sein. Ich muss das tun, wofür ich auf diese Welt gekommen bin.“ So sei es zur Arbeit an ihrem neuen Album „Confessions II“ gekommen, das nun am 3. Juli erscheint.
Laut „People“ haben sich Universal Studios und Netflix auf Nachfrage bisher nicht zu Madonnas Aussagen geäußert.
„Kein Knorpel mehr“: die Spuren der Karriere
In demselben Interview sprach Madonna auch über die körperlichen Folgen ihrer Bühnenjahre. Sie verriet, dass sie nicht mehr täglich trainiere – wegen eines Knieschadens. „Ich habe jetzt ein schlechtes Knie. Ich habe keinen Knorpel mehr darin, weil ich so lange in hohen Absätzen getanzt, auf Asphalt gelaufen bin und Ashtanga-Yoga gemacht habe.“ Noch bis vor einem Jahr habe sie auf Trampolinen trainiert und Tanz-Cardio gemacht – „das geht jetzt nicht mehr“.
Aufgeben kommt für die 67-Jährige dennoch nicht infrage: Sie habe ihr Programm lediglich umgestellt. „Jetzt mache ich Peloton-Bike, den Versa Climber und hochintensives Zirkeltraining“, sagte sie. „Ich fahre viel draußen Rad. Ich tanze.“
Auch über ihre Selbstinszenierung gab Madonna Auskunft. Nach Jahrzehnten als Provokateurin hat sie für sich einen neuen Reiz entdeckt. „Jetzt will ich nicht mehr nackt sein, weil alle nackt sind“, sagte sie. Gegen den Strom zu schwimmen liege in ihrer Natur, deshalb wolle sie nun „das tun, was andere nicht tun: nachdenken und Kleidung tragen“.
Dass ihre Kunst oft missverstanden werde, beschäftigt sie weiterhin. „Ich mache viele provokante Dinge, aber es gibt immer einen Grund dafür, und niemand macht sich die Mühe, das zu hinterfragen“, so die Sängerin. Vielen Menschen entgingen „die Feinheiten und die Bedeutungsebenen“ – und das gelte besonders, wenn die Kunst von einer Frau komme.
(jom/spot)
Bild: Madonna bei einem Auftritt Anfang Juni in New York. / Quelle: Imago Images/ZUMA Press Wire / Nancy Kaszerman


