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„Höhle der Löwen“: Investoren bremsen großspurige Motorrad-Gründer aus

„Höhle der Löwen“: Investoren bremsen großspurige Motorrad-Gründer aus

Die dritte Ausgabe der zehnten Staffel von „Die Höhle der Löwen“ beginnt mit einem spektakulären Kickstart. Die Erfinder eines Motorrads verlangen gleich mal 1,6 Millionen. Bescheidenere Gründer haben aber bei den Investoren mehr Glück.

„Die Zukunft schon heute fahren“. Mit diesem nicht gerade vor Understatement triefenden Claim stellt sich das Start- up „Novus“ vor. Autodesigner Rene Renger (36) und Mechaniker Marcus Weidig (33) arbeiten schon seit über zehn Jahren an ihrem Produkt, dem „ersten Premium Elektroleichtkraftrad“. Für das Fahrzeug, das die „Grenzen zwischen E-Bike und Motorrad“ auflösen soll, hätten sie gerne bescheidene 1,6 Millionen Euro für 10 Prozent Firmenanteile. Schließlich haben sie bereits Elon Musk (50), dem „größten Erfinder unserer Zeit“(Renger) abgesagt. Doch die Löwen sind von Novus nicht so begeistert wie seine Gründer. Ex-Rennfahrer Nico Rosberg kann sich an die beiden und ihr Produkt nicht erinnern, obwohl sie ihn bei einer Messe zu ihrem Stand gezerrt hatten. Carsten Maschmeyer (62) fehlt das Alleinstellungsmerkmal, das wirklich Neue: „Das ist ja keine Erfindung, da habt ihr nichts“. Als Renger den „USP“ mit einem Lebensgefühl beschreibt, ist das Maschmeyer zu schwammig. Kein Löwe greift zu.

Grüner Daumen und grüner Gründer

Bescheidener treten die nächsten Gründer auf. Valentin Muckle (29) und Jeffrey Javelona (29) präsentieren „Botanyia“: „Steine als Blumengefäße“, wie Maschmeyer scharfsinnig erkennt. Der Übertopf aus Naturstein soll Blumen besser vor dem austrocknen schützen. 100.000 Euro hätten die Sandkastenfreunde aus Schwaben gerne für 20 Prozent Anteile, auch wenn die Firma es laut Muckle „noch nicht wert ist“. Diese Bescheidenheit kommt gut an, doch die Löwen zögern. Für Maschmeyer ist der „Pain“, das Bedürfnis des Kunden nicht groß genug. Ralf Dümmel (54) ist aber interessiert: „Ich bringe euch in die Möbelhäuser und Baumärkte“. Allerdings hätte er dafür gerne 30 Prozent. Die Freunde überlegen nicht lange: „Da sind wir dabei“.

Mit einem knallgrünen Anzug und einer lustigen Mütze tritt Karsten Kossatz (29) vor die Investoren. Für seine App „Independesk“, die freie Schreibtische an Freiberufler vermittelt, möchte er 150 000 Euro für 15 Prozent. Bisher vermietet Kossatz nur in Berlin Arbeitsplätze, er träumt aber davon, die ganze Welt zu erobern. Trotz (oder diesmal doch wegen) seines forschen Auftretens sind die Löwen diesmal begeistert. Nils Glagau (45) will die geforderte Summe zahlen, Dagmar Wöhrl sogar 200.000 für 18 Prozent. Maschmeyer und Georg Kofler (64) kratzen 251.000 Euro für 25,1 Prozent zusammen. Doch Kossatz geht mit Glagau, der auf 250.000 für 15 Prozent erhöht, plus ein Vorkaufsrecht in der nächsten Investitionsrunde der App. „Der hat dich ganz schön über den Tisch gezogen“, neckt Dümmel seinen Mitlöwen.

Glänzende Nähte und funktionales Bier

Neben ihrem Jurastudium baute Lina Bouhmidi (20) in der Garage ihres Vaters ein Chemielabor auf. Hier entwickelte sie „Glossy Seams“. Das Reinigungsmittel säubert die Nähte von Turnschuhen und lässt zukünftigen Schmutz abperlen. Sneakers sind längst ein Investitionsobjekt, stumpfe Nähte mindern den Wert. Das weiß nicht nur die Studentin, sondern auch Ralf Dümmel. Anstatt der angebotenen 12 Prozent für 75.000 Euro hätte er gerne 30 Prozent Firmenanteile. Bouhmidi überspringt die fast schon obligatorische Beratungszeit am Smartphone: „Das wäre nur Show“. Sie schlägt ein.

Den Geschmack von Bier mit der muskelaufbauenden Funktion von Proteinshakes verbinden. Das verspricht „Joybräu“. 300.000 Euro für 10 Prozent hätten Tristan Brümmer (26) und sein Kompagnon Eric gerne für ihre „Weltneuheit“. Nicht alle Löwen überzeugt bei der Verkostung jede der drei Sorten. Aber Geschmäcker sind ja verschieden. Der bisherige Umsatz überzeugt Carsten „Ich mag Steigerungswinkel“ Maschmeyer nicht wirklich. 2020 gab es einen Umsatzumbruch, weil wegen der Pandemie die Fitnessstudios, ein wichtiger Markt, wegbrachen. Die Mitarbeiter wollten die Gründer aus persönlichen Gründen nicht entlassen. Das gefällt wiederum den Löwen. Glagau, von „Functional Beer“ überzeugt, fürchtet „Leichen im Keller“ möchte 20 Prozent plus 5 weiteren Prozentpunkten, wenn bestimmte Zielvorgaben erreicht werden. Die Brauer bieten sogar 27 Prozent. Der Deal wird begossen.

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