Für Heidi Klum (52) jagt in Cannes ein Termin den nächsten: Nach ihrem glamourösen Auftritt bei der Eröffnung der 79. Internationalen Filmfestspiele am Dienstagabend stand für die 52-Jährige am Mittwoch bereits der nächste Programmpunkt an. Nach gerade einmal vier Stunden Schlaf ging es für das Supermodel direkt weiter zu einem Fotoshooting für L’Oréal Paris. Als Markenbotschafterin des Kosmetikkonzerns ist Klum derzeit an der Croisette im Einsatz. Bereits 2024 war sie – ebenfalls in Cannes – offiziell als neues Gesicht der Marke vorgestellt worden. Beim „Le Dîner Women of Worth“ am Mittwochabend feierte sie anschließend an der Seite von Hollywood-Ikone Jane Fonda (88) und der chinesischen Schauspielerin Gong Li (60).
Das Supermodel ist inzwischen Stammgast an der Croisette. Ihr erster Auftritt an der Côte d’Azur liegt inzwischen über 25 Jahre zurück. „Das war damals bei der amfAR-Gala 2000“, erinnert sich Klum im Interview. Viel habe sich seitdem nicht verändert. „Eigentlich mache ich das Gleiche auf dem roten Teppich wie früher. Nur kann ich mir heute schönere Kleider aussuchen“, lacht die 52-Jährige. „Nicht, dass die damals hässlich gewesen wären. Aber ich hatte keinen Stylisten und trug das Outfit, das mir der Kunde gegeben hat.“ Heute hingegen könne sie ihren eigenen Stil auf den roten Teppich bringen.
Auf High Heels trotz Verletzung
Am Eröffnungsabend zog Klum in einem gelben Traumkleid von Elie Saab alle Blicke auf sich. Das schulterfreie Kleid war am Dekolleté mit einer rosafarbenen Blüte verziert. Trotz eines Muskelfaserrisses am Fuß verzichtete Klum auf Krücken. Erst wenige Tage zuvor war sie bei einem Shooting in Barcelona unglücklich umgeknickt. Dass sie sich davon nicht aufhalten lässt, zeigte sie auch am Mittwochabend – wie schon zuvor auf High Heels. Das Supermodel trug eine auffällige One-Shoulder-Robe mit Gold- und Federdetails von Designer Julien Macdonald.
Die 52-Jährige beweist mit ihrem eng getakteten Terminkalender einmal mehr jene Professionalität, über die sie erst vor wenigen Tagen beim OMR Festival in Hamburg gesprochen hatte: „Ich würde nicht sagen, dass ich besser aussehe als andere Models. Aber ich war immer pünktlich, bin erst nach Hause gegangen, wenn der Job erledigt war.“
Warum Heidi Klum für viele Frauen ein Vorbild ist
Dass Alter im Mode- und Showgeschäft für sie keine Rolle spielt, zeigt Klum dabei ganz selbstverständlich. „Ich finde es wichtig, weil viele Frauen ab einem gewissen Alter nicht mehr gesehen werden – oder sich selbst nicht mehr gesehen fühlen“, erklärt Klum im Interview. „Viele fühlen sich vom Partner nicht mehr gesehen oder schauen in den Spiegel und sehen die Veränderungen: Wechseljahre, körperliche Veränderungen. Das ist für manche richtig krass.“
Dass sie selbst so offen mit ihren Wechseljahren umgeht, war ursprünglich gar nicht geplant. „In Amerika wird viel offener darüber gesprochen. Erst hier in Deutschland ist mir aufgefallen, wie sehr das Thema tabuisiert wird“, erklärt sie. Dabei sei dieses Thema so wichtig für Frauen. „Es ist entscheidend, zu wissen, dass man nicht alleine ist. Heute gibt es so viele Möglichkeiten – wie zum Beispiel die Hormontherapie. Früher wusste man nicht einmal, dass es solche Optionen gibt. Allein zu wissen, dass Hilfe verfügbar ist, macht einen großen Unterschied. Wenn jemand sagt: ‚Heidi geht es genauso‘, hilft das, das Thema zu normalisieren.“
Zusammenhalt unter Frauen
Ohnehin sollten Frauen viel mehr zusammenhalten, so Klum: „Man darf sich nicht vergleichen. Wir sind alle individuell – andere Herkunft, anderes Aussehen. Das sollten wir feiern. Man sollte die eigenen schönen Seiten sehen, wertschätzen und sich selbst zelebrieren – so wie man ist.“
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Bild: Heidi Klum zeigt sich in Cannes in einer auffälligen One-Shoulder-Robe mit Gold- und Federdetails. / Quelle: Daniel Graf für L’Oréal Paris



