„GoT“-Star Richard Madden wird 40: Mehr als nur Robb Stark

„GoT“-Star Richard Madden wird 40: Mehr als nur Robb Stark

Catelyn Stark (Michelle Fairley, 62) erkennt noch, dass Lord Bolton (Michael McElhatton, 62) ein Kettenhemd unter seinem Mantel trägt – doch es ist zu spät. Die Starks sitzen in der Falle: Zuerst wird die schwangere Königin Talisa Maegyr (Oona Chaplin, 40) getötet, dann Robb Stark (Richard Madden), König des Nordens, und schließlich auch Catelyn selbst. Lord Bolton setzt Robb den finalen Stich ins Herz: „Die Lennisters lassen Euch grüßen.“

Fans weltweit kennen diese Szene als die berüchtigte „Rote Hochzeit“. Der brutale Dreifachmord an drei zentralen Figuren zählt zu den eindringlichsten Momenten der Fantasy-Serie – und markiert einen Höhepunkt in Richard Maddens Karriere als tragischer König des Nordens über drei Staffeln.

Geborener Prinz

„Game of Thrones“ war zweifellos Richard Maddens bis dahin größte Rolle in Film und Fernsehen. Doch der aus dem Glasgower Vorort Elderslie stammende Schauspieler sammelte bereits als Jugendlicher erste Kameraerfahrungen und hatte eine kleine Rolle im Kinofilm „Complicity“ (2000). Schon gegen Ende seines Schauspielstudiums stand er als Romeo in William Shakespeares „Romeo und Julia“ am Londoner Globe Theatre auf der Bühne – ein früher Hinweis auf sein Talent für tragische und komplexe Rollen.

Auf die Rolle des Prinzen schien der gutaussehende, zugleich zurückhaltend wirkende Schauspieler zu Beginn seiner Karriere regelrecht festgelegt. So verkörperte er 2015 in Disneys Live-Action-Version von „Cinderella“ den noblen, bescheidenen Prinzen Kit.

Auch für die emotionale Wucht der eingangs beschriebenen „Roten Hochzeit“ in „Game of Thrones“ war Richard Madden zentral. Gemeinsam mit seiner Serienmutter und seiner Serienehefrau gehörte Robb Stark zu den eindeutig positiv gezeichneten Figuren der Serie – Figuren, die in früheren Erzählwelten vermutlich zahlreiche Hindernisse überwunden und am Ende wohl triumphiert hätten, hier jedoch ihr Leben verlieren.

Mega-Erfolg „Bodyguard“ und enttäuschende Marvel-Rolle

Doch bei aller „Game of Thrones“-Prominenz ist Richard Madden alles andere als eine schauspielerische Eintagsfliege. In der sechsteiligen, als hypernervös beschriebenen BBC-Serie „Bodyguard“, die in Deutschland bei Netflix verfügbar ist, übernimmt er die Hauptrolle des traumatisierten Kriegsveteranen David Budd. Dieser soll die britische Innenministerin vor einer Reihe von Bedrohungen schützen.

Hier zeigt Madden eine andere Seite seines Könnens und verkörpert eine Figur, bei der es im Gegensatz zu Robb Stark dauerhaft unter der Oberfläche brodelt. „Bodyguard“ entwickelte sich zu einer der erfolgreichsten britischen Serien der vergangenen Jahre. Das Finale der Politthriller-Serie war 2018 die meistgesehene Folge seit dem Abschluss der zweiten „Downton Abbey“-Staffel im November 2011, wie die BBC meldete.

Weniger gut aufgenommen wurden dagegen einige weitere Rollen Richard Maddens in den vergangenen Jahren. Für die Superhelden-Truppe der „Eternals“ hatten die Marvel Studios zwar große Pläne, doch nach einem für Marvel-Verhältnisse enttäuschenden Einspielergebnis und verhaltener Resonanz bei den Fans blieb es bislang bei einem einzigen Film.

Auch die aufwendig produzierte Amazon-Serie „Citadel“ konnte sich nicht nachhaltig durchsetzen. Mit einem kolportierten Budget von rund 300 Millionen US-Dollar für sechs Folgen zählt sie zu den teuersten Serienproduktionen der Fernsehgeschichte, blieb beim Publikum jedoch hinter den Erwartungen zurück.

So scheint es um Richard Maddens Schauspielkarriere zuletzt nicht allzu rosig zu stehen. Er teilt damit das Schicksal vieler „Game of Thrones“-Darsteller, denen es nach dem Ende der Serie nicht gelang, ihre große Popularität dauerhaft in eine stabile Film- und Fernsehkarriere zu überführen.

Privat zurückhaltend und verschlossen

Sein Privatleben hält Richard Madden konsequent aus der Öffentlichkeit heraus. „Ich halte mein Privatleben einfach privat“, sagte er der „New York Times“ und ergänzte: „Ich habe noch nie über meine Beziehungen gesprochen.“

Auch dem Paparazzi-Rummel begegnet er mit eigenen Strategien. So trage er mitunter mehrere Tage hintereinander dieselben Outfits, um Fotoverwertungen zu erschweren: „Wenn es so aussieht, als wäre es derselbe Tag, können sie die Bilder nicht veröffentlichen“, erklärte er. Irgendwann sei auch eine Grenze erreicht: „Wie viele Fotos kann man schon von mir machen, wie ich mit einem grünen Saft die Straße entlanggehe?“

(lau/obr/spot)

Bild: Richard Madden wird 40 Jahre alt. Findet er in Zukunft wieder mehr Erfolg in Serien und Filmen? / Quelle: imago/Depositphotos / Jean_Nelson

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