„Der Untergang des Hauses Usher“: Alter Grusel modern verpackt

„Der Untergang des Hauses Usher“: Alter Grusel modern verpackt

Die neue Serie „Der Untergang des Hauses Usher“, die am 12. Oktober ihren Start beim Streamingdienst Netflix feiert, wagt einen interessanten Spagat. Sie hievt eine jahrhundertalte und dennoch wohlbekannte Kurzgeschichte in die Moderne und vermählt nebenbei einen aktuellen und einen legendären Horror-Meister miteinander: Mike Flanagan (45) und Edgar Allan Poe (1809-1849). Außer des Namens hat die Serie allerdings nicht mehr viel mit dem Original von 1839 gemein.

Der Niedergang einer niederträchtigen Familie – darum dreht sich die Serie

Gemeinsam haben sich die machthungrigen Geschwister Roderick (Bruce Greenwood, 67) und Madeline Usher (Mary McDonnell, 71) ein Pharmazie-Imperium aufgebaut und schwimmen in Reichtum. An Erbinnen und Erben, um die Familiendynastie fortzuführen, mangelt es zunächst nicht. Doch plötzlich fangen diese nach und nach und unter zunehmend mysteriöseren Umständen an, aus dem Leben zu scheiden. Während die meisten Familienmitglieder ob der Gründe dafür im Dunkeln tappen, scheint Patriarch Roderick besser Bescheid zu wissen: „Ich werde zur Rechenschaft gezogen und Sie haben einen Platz in der ersten Reihe.“

Besagten Platz in der ersten Reihe nehmen auch die Zuschauerinnen und Zuschauer in der düsteren, aber nicht humorfreien Serie ein. Wer ist die mysteriöse Frau, die den völlig Dekadenz-degenerierten Usher-Sprösslingen ans wohlbetuchte Leder will?

Deutliche Unterschiede zur Vorlage

Neben dem offensichtlichen Unterschied – die Serie spielt im Hier und Jetzt – überwiegen auch inhaltlich die Abweichungen zur Vorlage. Diese handelt von einer kleinen Gruppe von Personen, bestehend aus den beiden Usher-Geschwistern und dem namenlosen Erzähler der Geschichte. Vierter Hauptprotagonist ist das abgeschiedene und verfallene Herrenhaus selbst, in dem sich das Geschehen kammerspielartig zuträgt.

Die Serie öffnet dagegen weit die Tore. Inmitten einer pulsierenden Großstadt geht es nun einer Großfamilie an den Kragen. Denn von den Ushers gibt es zu Beginn (noch) reichlich, die in genretypischem Abzählreim-Modus gemeuchelt werden und so pro Folge die Frage aufwirft, wen es wohl als nächstes erwischt.

Die namhaften Opfer

Folglich ist auch ein großer Cast vonnöten. Neben Greenwood und McDonnell sind unter anderem Ex-„E.T.“-Kinderstar Henry Thomas (52), Kate Siegel (41), Annabeth Gish (52) und Mark Hamill (72) mit von der Partie. Serienschöpfer Flanagan beweist damit einmal mehr seine Treue – viele Mitglieder (und Feinde) der Ushers wirkten bereits in seinen vorangegangenen Projekten mit.

Apropos Flanagan: Der mausert sich zunehmend zum Schauer-Spezialisten, beziehungsweise ist er es längst. Nach den Filmen „Das Spiel“ und „Doctor Sleeps Erwachen“, bei denen er sich jeweils in Person von Stephen King (76) bei einer weiteren Horror-Ikone bediente, sorgte er zuletzt mit Serien wie „Midnight Mass“ und „Spuk in Hill House“ für Gänsehaut. Mit „Der Untergang des Hauses Usher“ folgt der nächste Pflichttermin für Fans seiner Arbeit.

(stk/spot)

Bild: Der vielköpfigen Familie Usher will jemand – oder etwas – an den Kragen. / Quelle: © 2023 Netflix, Inc.

Das könnte dir auch gefallen

Mehr ähnliche Beiträge