TV-Koch Johann Lafer (68) kämpfte lange hinter den Kulissen gegen Lymphdrüsenkrebs, bevor er sich dazu entschied, die Öffentlichkeit über seine Krankheit zu informieren. Am vergangenen Wochenende gab er seine gesundheitlichen Probleme in verschiedenen Interviews sowie auf seinen Social-Media-Accounts bekannt. Im Magazin „Bunte“, das am 3. Juni erscheint, begründet er nun diesen Schritt.
Auftritt „ZDF-Fernsehgarten“ warf Fragen auf
„Ich habe lange mit mir gerungen und mich mit meiner Familie darüber beraten“, betonte der Österreicher. Letztlich habe es mehrere Gründe gegeben. „Zum einen haben meine Freunde, Kollegen und die Zuschauer diese Offenheit und Ehrlichkeit verdient. Zum anderen wollte ich mich nicht länger verstecken. Man sieht mir ja an, dass etwas passiert ist und es mir gerade nicht so wirklich gut geht.“
Für viel Aufsehen unter den Zuschauerinnen und Zuschauern sorgte Lafers Auftritt im „ZDF-Fernsehgarten“ am 24. Mai. Nachdem er dort ohne seinen markanten Bart und mit Bandana auf dem Kopf erschien, wurde bereits über eine mögliche Erkrankung spekuliert. „Ich wollte mich nicht komplett zurückziehen und mich im Schneckenhaus einschließen. Ich wollte zu der Situation stehen, wie sie heute ist“, erklärt der 68-Jährige dazu. „Mir war klar, dass der Auftritt viele Fragen aufwerfen würde.“
„Es hat etwas gedauert, bis mir der Ernst der Lage klar war“
In dem Interview mit „Bunte“ sagt Johann Lafer auch, dass er zunächst dachte, dass es ihm schnell wieder besser gehen würde. „So war es leider nicht – der Leidensprozess begann“, blickt er zurück. „Meine Lymphdrüsen waren über eine längere Zeit geschwollen. In den Leisten, am Bauch, unter den Achseln, am Hals. Es hat etwas gedauert, bis mir der Ernst der Lage klar war und ich mir gesagt habe: Den Kampf nehme ich an. Und diesen Kampf werde ich auch gewinnen.“
Der Starkoch hat bereits mehrere Behandlungen hinter sich. „Fünf Monate nach der Diagnose – im Mai 2024 – wurden mir zunächst operativ die Lymphknoten in der Leiste entfernt. Sauerstoff-, Blut- und Frischzellentherapie schlugen leider nicht an. Ich habe wirklich alles versucht, aber keine Chance gehabt.“
Geschmack kommt langsam wieder
Deshalb rieten ihm die Ärzte schließlich doch zur Chemotherapie. „Seit Januar 2026 habe ich vier Chemotherapien bekommen.“ Lafer erlitt Nebenwirkungen wie Haarausfall, Gewichtsverlust, Übelkeit, Schweißausbrüche, Schlaflosigkeit. „Auch meine Kernkompetenz als Koch ist mir verloren gegangen – der Geschmack. Aber der kommt langsam zurück. Wie auch die Haare – hoffentlich.“
Kraft geben ihm seine Liebsten und sein Glaube. „Ich will für meine Familie weiterleben. Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass ich keine Angst hätte. Und ich möchte auch weiterarbeiten – ich habe noch so viele Pläne.“
(ae/spot)
Bild: Johann Lafer – hier bei einem Auftritt in Stuttgart am 4. April – will seine Krankheit nicht länger verstecken. / Quelle: imago images/Eibner-Pressefoto/Dimitri Drofit



