Rick Okon (37) kennt das Gefühl, das sein neuer Film beschreibt, aus dem eigenen Leben. Viel unterwegs, viel Wartezeit, viele zufällige Begegnungen. Der Schauspieler, der am 17. Mai in der romantischen Komödie „Zwei am Zug“ (20:15 Uhr, ZDF) zu sehen ist, hat bei solchen Gelegenheiten schon einiges erlebt, wie er spot on news im Interview verriet: „Seien es die Großeltern, die am Vierertisch der Bahn von ihren Enkelkindern schwärmen, oder Menschen, die ebenfalls ihren Anschlusszug nicht erreicht haben und mit denen man dann spontan auf dem Handy Fußball guckt und ein Bierchen am Bahnsteig trinkt“, erzählt er. „Allerlei herrliche Dinge kann man erleben und beobachten, wenn man viel unterwegs ist.“
Genau solche Zufallsbegegnungen stehen im Mittelpunkt des neuen TV-Films. Okon spielt darin Otis, einen Reisekaufmann, der in seine beste Freundin Bill verliebt ist – und im Zug auf Sandra trifft, gespielt von Katharina Wackernagel. Beide stecken in Beziehungsproblemen und werden füreinander unfreiwillig zum wertvollen Ratgeber. Das Setting: ein Zug, der stundenlang auf offener Strecke steht.
Beachvolleyball ohne Plan – und das war gut so
Die Dreharbeiten in diesem beengten Rahmen empfand Okon als entspannter als erwartet. „Wir hatten einen Streckenabschnitt für uns und sind dann quasi immer vor und zurück gefahren“, erzählt er. „Das haben glaube ich viele zum ersten Mal so erlebt und ich denke, man teilt diese doch schöne Erinnerung gemeinsam.“ Eine ganz andere Erinnerung brannte sich allerdings ebenfalls ein: eine nächtliche Beachvolleyball-Szene. „Keiner von uns wusste so richtig, was er dort tut oder wie dieses Spiel geht. Wir haben einfach gemacht und das war ein schönes, fast kindliches Befreit-sein.“
Diese Leichtigkeit passt zu einem Mann, der nach eigener Aussage grundsätzlich in Bewegung bleiben will. „Stagnieren taugt mir nicht“, sagt Okon. Er versuche, immer Neues zu erlernen und Fremdes kennenzulernen. Auch beruflich fange er mit jeder Figur neu an – und genau darin liege die Herausforderung: „In all dem Neuen sich selbst treu zu bleiben und zu wissen, was man möchte, ist doch immer wieder eine schöne Herausforderung.“
Eine Botschaft für die Dating-App-Ära
„Zwei am Zug“ ist auch ein Film über die Frage, wie Beziehungen in einer Welt voller schneller Verbindungen und schneller Trennungen noch gelingen können. Okons Antwort darauf: „Sei offen, lass dich auf Neues ein. Es ist vollkommen ok, auf nichts eine Antwort zu haben, die Summe der Erfahrungen macht das Leben.“ Und er fügt hinzu: „Sei ehrlich, demütig und ein kleines Lächeln, ein freundliches ‚Hallo‘ von dir an jemand anderen kann vieles bewirken.“
Rick Okon, 1989 in Schwedt/Oder geboren und seit Jahren in Berlin zuhause, ist einer der vielseitigsten deutschen Schauspieler seiner Generation. Bekannt wurde er einem breiten Publikum durch seine Rolle als Kriminalhauptkommissar Jan Pawlak im Dortmunder „Tatort“ (2018-2024) sowie als Kapitänleutnant Klaus Hoffmann in der Sky-Serie „Das Boot“. Mit „Zwei am Zug“ zeigt er sich nun von einer neuen, leichteren Seite.
(ili/spot)
Bild: „Zwei am Zug“: Otis (Rick Okon) und Sandra (Katharina Wackernagel) haben gute Neuigkeiten für ihre Lieben: Die Zugfahrt geht endlich weiter. / Quelle: ZDF / Andrea Küppers


