Die Macher von „House of the Dragon“ haben eine epochale Schlacht für das Finale der dritten Staffel versprochen – und bei den sieben Göttern, sie haben abgeliefert. „Feuer und Blut“, dem Namen der Romanvorlage, wird Folge acht definitiv gerecht.
Ein Großteil der fast 70 Minuten Laufzeit spielt sich dementsprechend in der von Ormund Hohenturm (James Norton, 41) eingenommenen Stolperstadt zu. Doch auch in Königsmund kommt es für Rhaenyra Targaryen (Emma D’Arcy, 34) zu dramatischen Vorkommnissen, die selbst Kenner der Buchvorlage überraschen dürften. Achtung: Es folgen massive Spoiler zum Finale der dritten Staffel.
Wer ist noch der oder die Gute?
Nicht nur das Blatt hat sich im Verlauf der dritten Staffel zunehmend zu Gunsten „Der Grünen“ gewendet. Auch die Sympathien vieler Zuschauer, die bislang vornehmlich auf Seiten von Rhaenyra und Co. lagen, wanderten zuletzt zur Gegenseite ab. Aber wer ist überhaupt noch der oder die Gute im Kampf um den Eisernen Thron?
Dass es in der ersten Schlacht um Stolperstadt zu Gräueltaten durch beide Lager kommen würde, lag auf der Hand. Und so ist es geradezu folgerichtig, dass ein Mann, der kurzerhand die Seiten wechselt, dafür sorgt, dass die Stadt am Ende der Episode in Schutt und Asche liegt.
Trunkenbold Ulf der Weiße (Tom Bennett), das deutete sich schon in den Folgen zuvor an, verrät tatsächlich Königin Rhaenyra und hetzt seinen Drachen zunächst auf deren Truppen vor der Stadt, ehe er endgültig den Verstand verliert und die unschuldige Stadtbevölkerung angreift – Frauen und Kinder inklusive.
Auch zwei namhafte Charaktere kommen in der Flammenhölle ums Leben: Intrigant Ormund Hohenturm auf der einen und Ser Roderick Dustin (exzellent verkörpert von „Sons of Anarchy“-Star Tommy Flanagan) auf der anderen Seite. Beide bekämpften sich gerade ungemein blutig auf der Stadtmauer, ehe Ulf auf seinem feuerspeienden Drachen angeflogen kommt. Nur so viel: In seinen letzten Sekunden konnte Ser Roderick dem Tod per Drachenfeuer wesentlich mehr als sein Kontrahent abgewinnen.
Zahlreiche Änderungen zur Vorlage
Wer die Romanvorlage „Feuer & Blut“ von George R.R. Martin verschlungen hat, wird beim Staffelfinale mit weitreichenden Änderungen konfrontiert. Allen voran greift in der Serie Daemon Targaryen (Matt Smith) prominent ins Schlachtengetümmel ein. In der Vorlage ist er dagegen überhaupt nicht dabei.
Anders als im Buch ist es außerdem nur Ulf der Weiße und nicht zudem noch Ser Hugo Hammer (Jefferson Hall), der sich als Verräter entpuppt. Zumindest in dieser Hinsicht steht die Serien-Rhaenyra besser da als ihr Roman-Pendant. Wobei: Beim Angriff auf die Stadt kommt auch Ser Hugos Ehefrau ums Leben, was für die nächste Staffel die Frage aufwirft: Wem wird der bullige Drachenreiter dafür die Schuld geben?
Auch in Königsmund kommt es zu einem tragischen Tod
Zwar konzentriert sich der Großteil der Folge auf das Schlachtengetümmel, immer wieder wechselt der Ort des Geschehens aber auch nach Königsmund. Dort ist die zunehmend manisch wirkende Rhaenyra bemüht, Stärke zu demonstrieren und ihren Status als Königin zu festigen. Ob ihr Befehl, das Kirchenoberhaupt hinzurichten und sich selbst zur Retterin der Menschheit auszurufen, diesem Unterfangen zuträglich sein wird?
Der tragischste Tod der Episode trägt sich allerdings abseits der Kamera zu. Die von Visionen geplagte Helaena Targaryen (Phia Saban), die sich zuletzt zu einem Fanliebling entwickelt hatte, stürzt sich aus dem Palastfenster in den Tod. „Game of Thrones“-Zuschauer dürften sich in diesem Moment umgehend an König Tommen (Dean-Charles Chapman) erinnert fühlen – wieder hat der Kampf um den Thron eine gutmütige Seele ausgelöscht.
Wann geht es weiter?
Bis die Zuschauerinnen und Zuschauer zu sehen bekommen, wie der „Tanz der Drachen“ in der Serien-Variante endet, zieht noch einige Zeit ins Lande Westeros. Der Abschluss des „Game of Thrones“-Ablegers soll erst 2028 bei HBO Max und Wow erscheinen.
(stk/spot)
Bild: Daemon Targaryen (Matt Smith) greift munter und anders als in der Vorlage ins Schlachtengetümmel ein. / Quelle: Theo Whiteman/HBO

