Zwischen Jetset und Haftstrafe: TV-Doku über Royals der zweiten Reihe

Zwischen Jetset und Haftstrafe: TV-Doku über Royals der zweiten Reihe

Das ZDF setzt sein royales Sommerprogramm fort. Am Dienstag, 25. August, läuft um 20:15 Uhr die ZDFroyal-Dokumentation „Im Schatten der Krone – Skandale, Krisen, Jetset“. Der rund 45-minütige Film von Anne Kauth ist bereits im Streaming-Portal des Senders abrufbar. Eine Woche zuvor hatte der Sender den royalen Doppelpack mit „Kommt Prinz Harry zurück?“ eröffnet.

Diesmal geht es um Mitglieder europäischer Königshäuser, die vom Rang her nicht in der ersten Reihe stehen: die Prinzessinnen Beatrice (38) und Eugenie (36) von York, Charlotte Casiraghi (40) aus Monaco, Prinzessin Madeleine von Schweden (44) und Marius Borg Høiby (29), den Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit (53). Geld und Prestige haben sie reichlich, staatstragende Pflichten dagegen kaum. Buchautor Andrew Lownie bringt es im Film auf eine knappe Formel: „Manche dieser Ersatzspieler machen, was sie wollen, weil sie weniger Verantwortung tragen.“

„Der größte Skandal, der Norwegen je erschüttert hat“

Am drastischsten ist der Fall Marius Borg Høiby, der im Juni 2026 in 34 von 40 Punkten schuldig gesprochen – darunter in zwei von vier Vergewaltigsvorwürfen – und zu vier Jahren Haft verurteilt wurde. Seit Mitte Juli 2026 sitzt er mit elektronischer Fußfessel auf Schloss Skaugum. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Høiby hat Berufung eingelegt. Der Berufungsprozess könnte laut norwegischen Medien erst im kommenden Jahr stattfinden.

Royal-Experte Stefan Blatt kommentiert im Film: „Diese kriminelle Energie und diesen Frauenhass, das gab’s noch nie. In der jüngeren Geschichte ist das wirklich der größte Skandal, der Norwegen je erschüttert hat.“ Historiker Ole-Jorgen Schulsrud-Hansen nennt Marius Borg Høiby „eine einzigartige Figur in der Geschichte der europäischen Monarchien“. Er werde „in künftigen Geschichtsbüchern ein eigenes Kapitel“ bekommen.

Charlotte Casiraghi als „Prinzessin der Medien“

Wesentlich positiver fällt das Kapitel über Charlotte Casiraghi aus, die Nichte des monegassischen Fürsten Albert II. (68). „Charlotte führt ein Jetset-Leben. Man sieht sie an paradiesischen Orten. Das kann sie sich leisten wegen ihrer gut laufenden Immobilien- und Bankgeschäfte. Sie ist ein reiches, verwöhntes Mädchen, das versucht, sich seiner privilegierten Stellung bewusst zu sein“, erklärt Royal-Expertin Elisabeth Gouslan.

Royal-Experte Patrick Weber fügt hinzu: „Alle denken, sie sei eine Prinzessin. Man sucht nach der glamourösesten Figur der Familie und weil Charlène [48, seit 2011 Alberts Ehefrau, Red.] diese Rolle nicht ausfüllt, richtet sich die Aufmerksamkeit auf Charlotte.“ Weber nennt sie „eine Prinzessin der Medien“.

Offene Fragen an Prinz Andrew

Für Beatrice und Eugenie von York sei es „normal, ihren royalen Status zu Geld zu machen, vor allem in Regionen wie dem Nahen Osten. Dort bedeutet es noch etwas, eine Prinzessin zu sein“, sagt Lownie, Autor des Buchs „Entitled – The Rise and Fall of the House of York“, im Film.

Das Verhältnis zu ihrem Vater, Andrew Mountbatten-Windsor (66), vormals Prince Andrew, ist seit der Epstein-Affäre belastet. „Beatrice und Eugenie gehen zum ersten Mal in ihrem Leben auf Abstand zu ihrem Vater. Man kann nur ahnen, wie nahe ihnen das gehen muss“, sagt Autorin Katie Nicholl. Entscheidende Fragen habe Andrew öffentlich nicht beantwortet. „Hat er diese Fragen seinen Töchtern beantwortet?“, will Nicholl wissen.

Kritik an Madeleines Kosmetikmarke

Madeleine von Schweden enttäuscht laut Historiker Herman Lindquist die Erwartungen ihrer Landsleute, die nach der Rückkehr ihrer Familie 2024 aus Florida eine bei offiziellen Anlässen präsente Prinzessin erwartet hätten. Stattdessen wirbt die Schwester von Kronprinzessin Victoria (49) unter dem Namen Madeleine Bernadotte für ihre eigene Kosmetikserie. „Es gab viel Kritik“, sagt Journalistin Jenny Alexandersson.

Ob Madeleine und ihr Mann Chris O’Neill (52) langfristig in Schweden bleiben, bezweifelt Johan Lindwall, Chefredakteur der schwedischen Wochenzeitschrift „Svensk Damtidning“: „Schweden ist zu klein für Madeleine und vor allem für Chris. Ich glaube kaum, dass sie in fünf Jahren noch hier leben werden.“

(ili/spot)

Bild: Die ZDFroyal-Doku „Im Schatten der Krone“ porträtiert (v.l.): Charlotte Casiraghi, Madeleine von Schweden, Marius Borg Høiby sowie Beatrice und Eugenie von York. / Quelle: ZDF / Hakon Mosvold Larsen/Getty Images

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