Nach ihrem Zusammenbruch bei einem Halbmarathon meldet sich Evi Sachenbacher-Stehle (45) mit einer klaren Botschaft an ihre Follower. „Mein großes Learning aus dem Halbmarathon vor 3 Tagen: Hört immer auf die Signale eures Körpers!“, schreibt die frühere Skilangläuferin auf Instagram. Der Clip zeigt sie bei ihrem Lauf, der auf einer Krankenwagentrage endete.
Gewarnt worden sei sie früh genug. Ab Kilometer zwölf habe ihr Körper „ganz eindeutige Signale“ gesendet, nachdem die geplanten Verpflegungspunkte nicht funktioniert hätten und sie deutlich zu wenig getrunken habe. „Aber ich bin Meisterin, solche Signale zu überhören“, räumt die Olympiasiegerin ein. „Geht ja alles irgendwie, ging ja bisher immer. Aber dieses Mal eben nicht.“
Warum sie niemand aus dem Rennen genommen habe, werde sie oft gefragt. Ihre Antwort: „Das ist nicht so einfach bei so einem Sturschädel wie mir.“
„Ich bin quasi im Delirium gelaufen“
Wie dramatisch die letzten Kilometer verliefen, hatte Sachenbacher-Stehle bereits kurz nach dem Lauf geschildert. „Ab Streckenhälfte: Blackout. Ich bin quasi im Delirium gelaufen, geschwankt, gegangen, wieder gelaufen und hab davon selbst gar nichts mehr mitbekommen.“ Ihre Töchter Mina und Greta seien die letzten Kilometer neben ihr hergelaufen und hätten sie in Bewegung gehalten, ohne dass sie es realisiert habe. Einmal sei sie fast eine Böschung hinuntergetaumelt, Mina habe sie festhalten können.
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300 Meter vor dem Ziel war Schluss. „Da bin ich dann kollabiert, völlig überhitzt“, schrieb sie. Es kam der Krankenwagen, nach etwa einer Stunde Kühlung ging es ihr nach eigener Aussage wieder besser.
Der Zusammenbruch als Weckruf
Dem Ganzen kann die zweifache Mutter inzwischen etwas abgewinnen. „Ohne diesen Zusammenbruch wäre ich nie zum Arzt gegangen und ich hätte weitergemacht wie immer“, schreibt sie. „Die Frage wäre nur, wie lange noch.“
Der Arztbesuch brachte offenbar mehr zutage als eine schlichte Überhitzung. In einer Instagram-Story berichtet Sachenbacher-Stehle, ihre Blutwerte seien nicht in Ordnung gewesen. Auf dem Weg in den Familienurlaub habe sie deshalb in Flensburg und Kiel mehrere Untersuchungen machen müssen. Nach dem Urlaub soll es weitere geben.
Vorerst gilt für die Wintersportlerin: Füße hochlegen. Sport sei für die kommenden Wochen gestrichen, abgesehen von sehr lockeren Einheiten, schreibt sie. Erst danach werde man weitersehen. Die Reise nach Norwegen will die Familie trotzdem antreten. „Passt auf euch auf“, gibt sie ihren Followern mit auf den Weg.
(jom/spot)
Bild: Evi Sachenbacher-Stehle wurde als Skilangläuferin und Biathletin bekannt. / Quelle: Imago Images/Future Image / Dwi Anoraganingrum



