Acht Monate nach dem gewaltsamen Tod von Rob (1947-2025) und Michele Reiner (1955-2025) hat eine Grand Jury in Los Angeles den gemeinsamen Sohn Nick Reiner (32) offiziell wegen Mordes angeklagt. Die Bezirksstaatsanwaltschaft gab die Anklageerhebung am Mittwoch bekannt, ausgefertigt worden war das Dokument am 20. Juli. Reiner erschien noch am selben Tag vor Gericht und plädierte auf nicht schuldig, wie unter anderem BBC berichtet.
Neu ist vor allem ein Zusatz, der in den Vorwürfen vom Dezember noch fehlte: Nick Reiner soll seinen Eltern gezielt aufgelauert haben. Die Ermittler gehen damit also von einer geplanten Tat aus und nicht von einer Handlung im Affekt. Bei einer Verurteilung wäre lebenslange Haft ohne Bewährung möglich, auch die Todesstrafe. Ob die Staatsanwaltschaft sie fordert, ist offen, Hinrichtungen sind in Kalifornien derzeit ausgesetzt.
Hinzu kommt der bereits bekannte Vorwurf, er habe die Tat persönlich mit einem Messer begangen, was das kalifornische Recht als erschwerenden Umstand wertet.
„Schwerwiegender Verrat“
Bezirksstaatsanwalt Nathan Hochman wählte deutliche Worte. Die Tat sei ein „schwerwiegender Verrat durch jemanden, der von genau den Menschen geliebt und geschätzt wurde, deren Ermordung ihm vorgeworfen wird“, so der Jurist. Der nächste Gerichtstermin ist der 15. September, ein Prozessdatum steht aus.
Rob Reiner, unter anderem Regisseur von „Harry und Sally“, und seine Frau, die Fotografin Michele Singer Reiner, wurden am 14. Dezember von ihrer Tochter tot in ihrem Haus in Brentwood gefunden. Als Todesursache nannte die Gerichtsmedizin mehrere Verletzungen durch scharfe Gewalt. Die Ermittler gehen davon aus, dass Sohn Nick seine Eltern am frühen Morgen erstach, anschließend floh und später in ein Hotel in Santa Monica eincheckte. Wenige Stunden nach dem Leichenfund nahmen Beamte ihn im Süden von Los Angeles fest. Seit Dezember sitzt er ohne Aussicht auf Kaution in Haft.
Ein Motiv ist bis heute nicht bekannt
Ein Motiv ist weiter unbekannt, ihre Beweise hat die Anklagebehörde nicht offengelegt. Offen ist auch, ob die Verteidigung auf Schuldunfähigkeit plädiert. Medienberichten zufolge wurde bei Nick Reiner vor Jahren Schizophrenie diagnostiziert, zur Tatzeit sei er wegen einer schweren psychiatrischen Erkrankung in Behandlung gewesen.
Als Teenager war er mehrfach in Entzugskliniken, zeitweise obdachlos. Die schwierige Beziehung zum Vater verarbeiteten beide 2016 im teils autobiografischen Film „Being Charlie“. Im Juni beantragte Reiner Zugriff auf einen Treuhandfonds seiner Eltern, um seine Verteidigung zu bezahlen.
(eyn/spot)
Bild: Nick Reiner plädierte beim Gerichtstermin im Februar bereits auf nicht schuldig. / Quelle: action press/Backgrid





