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Toby Gad: „Silbereisen ist ein sehr ehrlicher und lustiger Mensch“

Toby Gad: „Silbereisen ist ein sehr ehrlicher und lustiger Mensch“

Wie es der erfolgreiche Musikproduzent, Songwriter und „DSDS“-Juror trotz vieler Hindernisse ganz nach oben geschafft hat, berichtet der gebürtige Münchner Toby Gad (53) in seiner Autobiografie „All of Me“ (riva Verlag, 25.1.). Mit welchen Weltstars er bereits gearbeitet hat und was er über Florian Silbereisen (40) denkt, hat er der Nachrichtenagentur spot on news im Interview verraten.

Sie widmen Ihr Buch „All of Me“ Songwritern und Produzenten, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen. Was würden Sie Ihrem jüngeren „Ich“ raten?

Toby Gad: Ich würde meinem jüngeren Ich raten, auch mal Teamarbeit zu machen. Am Anfang dachte ich, ich muss alles immer selbst erledigen: das Lied schreiben mit dem Künstler, das Lied aufnehmen, produzieren, arrangieren, mischen, mastern und dann auch vermarkten. Als Team wäre ich am Anfang viel stärker gewesen. Leute wie Max Martin, Dr. Luke oder Stargate haben als Team angefangen und sind schon sehr viel stärker dadurch. Das hätte ich also anders gemacht als jüngeres Ich. Und sonst: harte Arbeit, immer sein Bestes geben und nie irgendetwas erwarten, damit kann man nicht falsch liegen (lacht). 

Auf welche Ihrer großen Hits sind Sie besonders stolz?

Gad: Ich bin sehr stolz auf „Untouched“ mit den Veronicas. Das ist in Australien fast schon zu einer Hymne geworden. Die Veronicas sind diesen Monat sogar auf Tour in Australien mit der „Godzilla Show“. „Godzilla“ ist ein Lied, das wir vor zehn Jahren geschrieben haben für deren drittes Album, was aber gerade erst veröffentlicht wurde. Das zeigt, wie lange es auch manchmal dauert, bis ein Lied veröffentlicht wird. Wenn die Veronicas das Lied „Untouched“ singen – das war ein Lied, das zweifach Platin ausgezeichnet war in Amerika, also ein Hit – dann singt ganz Australien jedes Wort mit, das ist schon fantastisch. 

Dann bin ich natürlich auch sehr stolz auf die größeren weltweiten Hits wie „All of me“, „If I were a boy“ oder „Big girls don’t cry“. Überhaupt mit Beyoncé damals zu arbeiten, war ein großer Traum, der wahr wurde. 

Ihren Traum einer großen Karriere in den USA haben viele: Was hat Ihnen auf dem Weg zum Erfolg geholfen?

Gad: Einfach nicht loslassen und wenn eine Tür verschlossen wird, dann weitersuchen und weiter an andere Türen klopfen, bis irgendwann mal eine aufgeht. In diesem Geschäft sind fast alles immer Absagen. Man muss einen inneren Willen, inneren Glauben an das, was man macht, haben, der unverwüstlich ist. Denn in der Popmusikbranche sind sehr viel Enttäuschung und sehr viele Niederlagen und „Nein, geht nicht, wollen wir nicht“ dabei und man muss trotzdem seinen Weg finden und auch gut zuhören können und die Kritik, die man für seine Arbeit bekommt, auch ernst nehmen und besser werden dadurch. 

Wie sieht die Zusammenarbeit mit Weltstars wie Fergie, John Legend und Madonna aus?

Gad: Man bekommt sehr wenige Stunden mit diesen Weltstars. Mit Madonna, zum Glück, hat es zu einer ganzen Albumzusammenarbeit geführt, das war sehr schön. Aber oft bekommt man wirklich nur drei oder vier Stunden mit einem Weltstar und muss sich dann beweisen und sein Allerbestes geben in dieser Zeit und sich gut vorbereiten. Alle kommen voller Erwartungen, die Plattenfirmen, die Managements, alle wollen, dass man etwas ganz Besonderes leistet in diesen drei, vier Stunden und ein Lied kreiert, das ein Hit wird – was natürlich nicht immer der Fall sein kann. Hits zu schreiben, das ist etwas, das passiert und das man nicht planen kann. Man kann besser werden in seinem Handwerk, aber diese Hits sind, als würde man einen Blitz in einer Flasche fangen. Man muss diesen Liedern einfach eine Chance geben, dass sie entstehen können. Und für diesen einen Hit muss man vermutlich 200 Lieder schreiben, die keine Hits werden und nie das Licht der Welt erblicken. Das kann sehr frustrierend sein, weil mein Herz auch an den meisten dieser Songs hängt. 

Welche Stars haben Sie am meisten überrascht und haben sich im Laufe der Zeit Freundschaften gebildet?

Gad: Also Freundschaften ja, mit Natasha Bedingfield, Leona Lewis, verschiedenen anderen Künstlern wie den Veronicas, Justin Jesso. Es gibt viele, mit denen sich Freundschaften bilden, aber zum größten Teil versuche ich doch, Arbeit und Familie zu trennen. Da ist die Arbeit, bei der ich bei den Künstlern bin und es nur um ihr Ego, ihre Karriere, den Song und ihr Bestes geht und ich lasse mich völlig auf sie ein. Und nach der Arbeit gehe ich heim und kümmere mich ganz um meine Familie, das möchte ich auch nicht so sehr mischen. Manchmal nehme ich schon Künstlerinnen und Künstler mit nach Hause und stelle sie meiner Frau und meinen Kindern vor. Manche kommen gerne auch mal ins Haus, Kelly Clarkson zum Beispiel kam damals zu uns oder Josh Groban. Das ist dann sehr nett, aber meistens bleibt das hier im „Studiohaus“ und danach gehe ich ins „Familienhaus“ und es geht dann nur um die Familie. Es ist ganz gut, das so zu trennen. 

Nach 21 Jahren in den USA: Welche Schwierigkeiten oder ungewohnten Dinge bringt der „DSDS“-Job in Deutschland nun mit sich?

Gad: Ungewohnt ist natürlich die Sprache. Die deutsche Sprache wieder zu sprechen, war wirklich schwierig für mich und hat mich doch sechs oder sieben Wochen lang beschäftigt. Ich habe hart daran gearbeitet, dass meine Sprache wieder zurückkam. Mich wieder mit meinem Heimatland zu befassen, das fühlt sich sehr gut an und ich fühle mich sehr wohl. Es ist ein wunderschönes Team bei „DSDS“ und die Musik hat sich auch in den einundzwanzig Jahren, in denen ich nicht in Deutschland war, sehr gut weiterentwickelt. Dieser Job macht mir richtig Spaß. 

War es schon immer Ihr Traum, in der „DSDS“-Jury zu sitzen? 

Gad: Ich hatte schon seit acht Jahren mit der UFA Kontakt und wir haben darüber gesprochen. Es war seit der Zeit mein Traum, in der „DSDS“-Jury zu sitzen. Ich habe mit Simon Cowell einige Jahre bei „X-Factor“ in Amerika zusammengearbeitet. Für Staffel 2 und 3 habe ich die Musikproduktion gemacht und auch bei „American Idol“ habe ich mit Jimmy Iovine die Musikproduktion gemacht. Seitdem wollte ich schon immer gerne einmal in der Jury sitzen. Da ist jetzt schon ein Traum wahr geworden.

Jeder „DSDS“-Juror ist anders: Welche Art von Juror sind Sie?

Gad: Ich versuche, so authentisch und ehrlich wie möglich zu sein. In meinem Job als Produzent und Songschreiber ist das ja genau das Gleiche. Künstlerinnen und Künstler kommen jeden Tag rein oder ich bekomme E-Mails von neuen Künstlern und Künstlerinnen, die gerade unter Vertrag genommen wurden und die mit mir arbeiten möchten. Dann lasse ich sie vorsingen und beurteile sie, einigen davon sage ich „lass uns zusammen einen Song schreiben“ und das ist bei „DSDS“ genau das Gleiche. Es fühlt sich völlig organisch und natürlich an, es macht viel Spaß und deshalb versuche ich, ein fairer Juror zu sein. Ich möchte sehr analytisch und konstruktiv mit der Kritik herangehen. 

Kannten Sie Florian Silbereisen schon zuvor und wie verstehen Sie sich mit ihm?

Gad: Florian Silbereisen habe ich gerade erst kennengelernt durch „DSDS“ und ich verstehe mich sehr, sehr gut mit ihm. Wir lachen über alles wie Geschwister, ein ganz toller Mensch, ein sehr ehrlicher und lustiger Mensch, der schon viel erlebt hat, ein unglaubliches Talent mit einem sehr guten Riecher und Geschmackssinn für die Musik und Talente. Also ein perfekter Co-Juror für mich. 

Ilse DeLange hat schon viel TV-Erfahrung gesammelt. Was können Sie sich von Ihrer Kollegin abschauen?

Gad: Ilse ist einfach sehr relaxt als Jurorin, sie reagiert aus dem Bauch heraus. Ich habe mir am Anfang bei „DSDS“ sehr viele Notizen machen und mir überlegen müssen, wie ich dem Job doch am besten gerecht werde. Ilse hat schon sehr viel Erfahrung, ist sehr natürlich im Umgang mit den Talenten und dem Jurorsein. Sie und Florian Silbereisen sind sehr trainierte Veteranen des Talentsuche-TVs, wenn man das so sagen kann. Und für mich war das das erste Mal. In der Materie fühle ich mich sehr wohl, weil es etwas ist, das ich natürlich gerne mache. Aber ich war noch nicht so viel vor der Kamera und musste meinen Rhythmus finden. Nach drei oder vier Shows war das ganz relaxt, wir haben uns aufeinander eingespielt und jeder hat so seinen Rhythmus gefunden. 

Was ist Ihnen bei den „DSDS“-Teilnehmern wichtig?

Gad: Mir ist bei den „DSDS“-Teilnehmerinnen und Teilnehmern wichtig, dass sie authentisch sind, dass sie ein echtes Talent haben, sich in der Musik zu finden. Und dass die Musik nicht etwas ist, was sie machen wollen, weil es andere machen, sondern dass sie es machen, weil es in ihnen drinsteckt und sie nicht anders können. Das sind die Besten. Wenn jemand auf der Bühne steht, vorsingt und sich und seinen Halt in der Musik findet. Das sind die Talente, die ich am besten finde. Wenn man ihnen zusieht, diese innere Ruhe in den Talenten findet und so sein möchte wie dieses Talent. Und auch, wenn man ihnen jedes Wort glaubt, das sie singen, dass der Text verinnerlicht wird und sich so anfühlt, als ob er aus dem Leben der Künstler und Künstlerinnen kommt. Und natürlich muss auch Talent fürs Singen da sein, aber das wissen wir ja schon. Auch schön, wenn die Talente etwas Eigenes haben, was man sonst in der Popwelt noch nicht so gehört hat. Wenn das eine Stimme ist, die Wiedererkennungswert hat und dass sie auch Spaß dabei haben. Dass es etwas ist, was sie sehr gerne machen wollen und sich so der Welt mitteilen wollen, durch Lieder. 

Die nächste „DSDS“-Folge wird am 25. Januar um 20:15 Uhr bei RTL (und RTL+)  zu sehen sein.

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