Ein Richter im US-Bundesstaat New Mexico hat die Anklage gegen Timothy Busfield (69) wegen mutmaßlichen sexuellen Kontakts zu einem Kind aufgehoben. Der Richter gab einem Antrag der Verteidigung statt, seine Entscheidung wurde am Freitag öffentlich. Wie das US-Branchenportal „Deadline“ berichtet, begründete er sie mit Fehlverhalten der Staatsanwaltschaft und Fehlern, die das Verfahren vor der Grand Jury untergraben hätten.
„Die Staatsanwaltschaft hat es versäumt, fair und unparteiisch zu handeln“, heißt es in dem sechsseitigen Beschluss, aus dem „Deadline“ zitiert. Sie habe die Geschworenen nicht korrekt über die Regeln zur Ladung von Zeugen belehrt. Stattdessen habe sie ihnen ein Vorgehen erklärt, durch das angeforderte Zeugen faktisch zurückgehalten worden seien.
Geschworene wollten mehr Zeugen hören
Genau darum war es bei einer Anhörung am 25. September in Albuquerque gegangen. Busfields Anwältin spielte dort laut Associated Press Tonaufnahmen ab, auf denen Geschworene darum baten, weitere Zeugen zu hören. Die Staatsanwaltschaft habe ihnen fälschlicherweise erklärt, dafür seien Vorladungen nötig. Dabei seien die Zeugen „anwesend, verfügbar und bereit auszusagen“ gewesen. „Der Staat hat sich eines ungeheuerlichen Fehlverhaltens schuldig gemacht“, betonte die Anwältin.
Die Anklagebehörde hielt dagegen. Staatsanwältin Greer Staley argumentierte, die Verteidigung habe Beweismittel nicht auf dem vorgeschriebenen Weg eingereicht. Zudem habe Busfield selbst während seiner dreistündigen Aussage unzulässig und „übermäßig“ versucht, die Geschworenen zu ihm günstigen Zeugen und Beweisstücken zu lenken.
Neues Verfahren möglich
Endgültig vom Tisch ist der Fall damit nicht. Laut „Deadline“ lässt Montano der Bezirksstaatsanwaltschaft ausdrücklich die Möglichkeit, ein neues Strafverfahren einzuleiten. Dort hieß es auf Anfrage knapp, man habe den Beschluss erhalten und prüfe nun die Optionen.
Busfield hatte die Vorwürfe stets bestritten und als Lügen aus Rache bezeichnet. Vor der Grand Jury sagte er laut den von seinen Anwälten eingereichten Protokollen, der Fall habe sein Leben auf den Kopf gestellt und seine ganze Familie getroffen. Er sei „gecancelt“ worden, habe Aufträge verloren und sei von seiner Agentur gefeuert worden. Auf die Frage nach den Vorwürfen antwortete er: „Ich sage, das ist absolut unwahr. Niemals im Leben.“
Vorwürfe vom Set von „The Cleaning Lady“
Die mutmaßlichen Vorfälle sollen sich am Set der Serie „The Cleaning Lady“ in Albuquerque ereignet haben, bei der Busfield ab 2022 Regie führte. Die Eltern zweier Zwillingsbrüder, die nicht mehr in der Serie mitspielten, warfen ihm vor, die Kinder unangemessen berührt zu haben. Einer der Jungen gab laut einer Strafanzeige vom Januar an, Busfield habe ihn im Alter von sieben und acht Jahren über der Kleidung im Intimbereich angefasst.
Die Verteidigung verweist darauf, dass die Kinder bei ersten Befragungen durch die Polizei keine unangemessenen Berührungen geschildert hätten. Sie wirft den Eltern vor, die Jungen nach dem Verlust ihrer lukrativen Rollen zu belastenden Aussagen gedrängt zu haben.
Busfield hatte sich im Januar den Behörden gestellt und war kurz darauf bis zum Prozess freigelassen worden. Wenige Wochen später folgte die Anklage der Grand Jury, die laut Bezirksstaatsanwalt Sam Bregman vier Anklagepunkte umfasste. Der Emmy-Preisträger ist auch aus „The West Wing“, „Thirtysomething“ und „Field of Dreams“ bekannt.
(jom/spot)
Bild: Timothy Busfields mutmaßliche Straftaten sollen sich am Set der Serie „The Cleaning Lady“ ereignet haben. / Quelle: imago images/ZUMA Press Wire


