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„Tatort: Totes Herz“: Wie gut ist der neue Krimi aus Dresden?

„Tatort: Totes Herz“: Wie gut ist der neue Krimi aus Dresden?

Im „Tatort: Totes Herz“ (8.1., 20:15 Uhr, Das Erste) ermittelt das Dresdener Team Karin Gorniak (Karin Hanczewski, 41), Leonie Winkler (Cornelia Gröschel, 35) und Peter Schnabel (Martin Brambach, 55) in einem Fall mit einer überraschenden Wendung, die den Film zum Thriller macht.

Darum geht es im „Tatort: Totes Herz“

Während der Arbeit im Gewächshaus entdeckt Patrick Teichmann (Nico Rogner) die Leiche seiner Schwiegermutter Heike Teichmann (Tanja de Wendt). Der Gärtnereihelfer Juri Novak (Alexander Schuster) flieht, die Tatwaffe in der Hand, und gerät so als Erster ins Visier der Ermittlerinnen Gorniak und Winkler.

Doch auch die Tochter des Opfers, Nadine Teichmann (Kristin Suckow), kommt als potenzielle Täterin infrage. Denn die Kommissarinnen erleben am Tatort einen Familienbetrieb, der von einem friedlichen Zusammenleben dreier Generationen unter einem Dach weit entfernt scheint. Auch von Eheharmonie zwischen Nadine und ihrem Mann Patrick kann nicht die Rede sein – sie stehen kurz vor der Trennung.

Die Ereignisse nehmen eine neue Wendung, als ein wichtiger Zeuge beseitigt wird und die Obduktion ergibt, dass Heike Teichmann am Broken-Heart-Syndrom litt. Sie muss sich zuletzt in einem emotionalen Ausnahmezustand befunden haben. Die Kommissarinnen kommen der Wahrheit auf die Spur – die weit in die Vergangenheit führt und eine schockierende Entdeckung für sie bereithält…

Lohnt sich das Einschalten?

Ja. Der angepeilte schleichende Übergang von Krimi zu Psychothriller gelingt Regisseur Andreas Herzog (geb 1967) und Drehbuchautorin Kristin Derfler (geb. 1965). Etwa in der Mitte des Films erscheint eine neue Figur, die eigentlich schon die ganze Zeit da war. Sie bringt die überraschende Wendung. Und die Auflösung des spannenden Falls könnte den ein oder anderen Zuschauer dazu verleiten, den Film in der Mediathek nochmal ansehen zu wollen. Oder um es mit den Worten der Drehbuchautorin zu sagen, die auf den römischen Philosophen Seneca (1-65 n. Chr.) verweist: „Das Leben kann nur rückwärts betrachtet verstanden werden, aber es muss vorwärts gelebt werden.“

Dieser character-driven erzählte Krimi-Thriller lebt von den Schauspielerinnen und Schauspielern. Episodenhauptdarstellerin Kristin Suckow (geb. 1989), die die Tochter der ermordeten Gärtnereichefin spielt und dem schwedischen Hollywood-Star Alicia Vikander (34) in einigen Szenen verblüffend ähnlichsieht, macht ihre Sache besonders gut.

Apropos Personalien: Wer den letzten Dresden-„Tatort“ gesehen hat, weiß, dass es keinesfalls selbstverständlich ist, Kommissariatsleiter Schnabel wieder bei der Arbeit zu sehen. Die ersten paar Minuten wirkt es tatsächlich so, als würde im neuen Krimi nicht auf das blutige Entführungsdrama in „Katz und Maus“ (20.11.2022) eingegangen. Doch dann empfiehlt Gorniak: „Mach doch mal einen Termin bei der Trauma-Ambulanz.“ Kommt für Schnabel, der den Altherren-Macho herauskehrt, natürlich nicht infrage…

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