Tim Curry (1946-2026) ist tot. Der britische Schauspieler starb am Dienstag in Los Angeles, wie das US-Branchenblatt „Variety“ berichtet. Er wurde 80 Jahre alt. Eine Todesursache war zunächst nicht bekannt. Seit einem schweren Schlaganfall im Jahr 2012 hatte Curry mit gesundheitlichen Folgen zu kämpfen.
Das Portal „TMZ“ berichtet unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen, Curry sei in der Nacht zum Mittwoch in seinem Haus in Los Angeles gestorben. Ermittlerkreise sagten dem Portal, die Polizei sei um 23:23 Uhr Ortszeit an der Adresse eingetroffen. Hinweise auf ein Fremdverschulden gebe es nicht.
Die Rolle, die alles überstrahlte
Berühmt machte Curry vor allem eine Figur: Dr. Frank N. Furter, der schrille Wissenschaftler im Korsett aus Richard O’Briens Musical „The Rocky Horror Show“. Curry spielte sie zuerst in London unter der Regie von Jim Sharman, dann in Los Angeles und New York und schließlich 1975 in der Verfilmung „The Rocky Horror Picture Show“.
Der Film fiel bei seinem Start durch. Erst in New Yorker Mitternachtsvorstellungen ab dem Frühjahr 1976 entwickelte er ein Eigenleben. 1990 lief die „Rocky Horror Picture Show“ laut „Variety“ in rund 175 US-Kinos, das Publikum kam kostümiert und sprach die Dialoge mit.
Curry ahnte früh, dass ihn dieser Auftritt nicht mehr loslassen würde. „Ich hatte Bedenken, dass es ein Bild sein könnte, das schwer abzuschütteln ist, falls es funktioniert“, sagte er 1975 in einem Fernsehinterview in London. „Aber ich habe oft gedacht, dass sich eine Sache nur lohnt, wenn man ein Risiko eingeht.“
Vom Londoner Theater nach Hollywood
Begonnen hatte seine Laufbahn 1968 am Theater, mit einem Engagement in der Londoner Produktion des Musicals „Hair“. Dort lernte er O’Brien kennen, der ihm das Manuskript seines späteren Erfolgsstücks zeigte. Beim Vorsingen entschied sich Curry für Little Richards „Tutti Frutti“ und bekam die Hauptrolle.
Die Bühne blieb ihm wichtig. Für seinen Mozart in der New Yorker „Amadeus“-Inszenierung wurde er 1981 für den Tony nominiert, ein Jahr später brachte ihm der Piratenkönig in „The Pirates of Penzance“ eine Nominierung für den Laurence Olivier Award ein. Später spielte er König Artus in „Monty Python’s Spamalot“.
Einem Millionenpublikum blieb Curry als Horrorclown Pennywise in der ersten Verfilmung von Stephen Kings „Es“ von 1990 in Erinnerung, ebenso als Hotelangestellter Mr. Hector in „Kevin – Allein in New York“. Dazu kamen Rollen in „Annie“, „Jagd auf Roter Oktober“ und „Scary Movie 2“. Für den Bösewicht Darkness in Ridley Scotts „Legende“ saß er nach Angaben von „Variety“ fünf Stunden in der Maske.
Ausgezeichnet wurde er ausgerechnet für seine Stimme: Als Sprecher von Captain Hook in der Zeichentrickserie „Peter Pan and the Pirates“ gewann Curry einen Daytime Emmy.
Nach dem Schlaganfall im Rollstuhl
Der Schlaganfall von 2012 zwang Curry in den Rollstuhl, Sprechrollen wurden zu seinem wichtigsten Arbeitsfeld. 2016 kehrte er als Erzähler in die Neuverfilmung „The Rocky Horror Picture Show: Let’s Do the Time Warp Again“ zurück, in der die Trans-Schauspielerin Laverne Cox seine alte Paraderolle übernahm. 2020 las er Frank N. Furter noch einmal bei einer Wahlkampfveranstaltung für Joe Biden. Im vergangenen Jahr veröffentlichte Curry seine Memoiren „Vagabond“.
(jom/spot)
Bild: Die Schauspielwelt trauert um Tim Curry. / Quelle: Imago images/UPI Photo




