„South America“ statt „South Park“: Darum geht es in Folge eins

„South America“ statt „South Park“: Darum geht es in Folge eins

Die Zeichentrickserie „South Park“ ist am Mittwochabend mit ihrer 29. Staffel auf Comedy Central gestartet, allerdings unter neuem Titel. Aus „South Park“ ist „South America“ geworden. Die Serienschöpfer Trey Parker (56) und Matt Stone (55) hatten den neuen Titel bereits am 8. September angekündigt und offen als Spitze gegen US-Präsident Donald Trump (80) und dessen Hang zum Umbenennen der Geografie ausgewiesen.

Die Folge erklärt gar nichts

Wer erwartet hatte, dass die Premiere den Umbenennungsakt selbst thematisiert, wurde enttäuscht. Wann und warum die fiktive Kleinstadt in Colorado ihren Namen verlor, klärt die Episode nicht. Der Witz ist stattdessen einfach eingebaut: Die Bewohner reden von „South America“, als sei das nie anders gewesen. Der Gag lebt also nicht von der Empörung, sondern davon, dass sich alle längst daran gewöhnt haben.

Ansonsten setzt die Folge auf eine geradlinige Handlung. Dahinter steckt, wie so oft bei „South Park“, eine Metapher für gesellschaftliche und politische Fragen.

Familienvater Randy etwa gründet eine Fahrradgruppe, die in ihren Machenschaften stark an die kontroversen Beamten der Immigration and Customs Enforcement (ICE) erinnern. Unternehmen wie Google, Paramount und Apple werden dafür kritisiert, vor Präsident Trump zu kuschen und seine spontanen Namensänderungen brav zu übernehmen. Und der angekündigte Release des langersehnten Videospiels „GTA VI“ im Herbst wird als Metapher für die Hoffnung genutzt, dass ab November alles besser wird – wenn bekanntlich auch die Zwischenwahlen anstehen.

Zurück zu abgeschlossenen Episoden

Ab den Staffeln 27 und 28 hatten Parker und Stone ihr bewährtes Prinzip verlassen. Statt Einzelfolgen erzählten sie einen staffellangen Bogen, der im fiktionalisierten Weißen Haus angesiedelt war. Zu den Handlungssträngen gehörte eine heimliche Affäre des Serien-Trump mit dem Teufel.

Mit der Premiere sieht es nach einer Rückkehr zum alten Muster aus. Also abgeschlossene Episoden, die trotzdem größere Themen mittragen können.

Washington bleibt diesmal außen vor

Der satirische Trump, sein Kabinett, die Mitläufer und Vizepräsident J.D. Vance, der in der Serie ebenfalls zum Liebhaber wurde, tauchen in der neuen Folge selbst nicht auf. Dafür hat es der US-Präsident nun (nackt) in das neue Intro geschafft.

Die neue 29. Staffel von „South Park“ läuft in Deutschland zeitgleich zum US-Start beim Streamingdienst Paramount+

(stk/spot)

Bild: Die bunten Bewohner von „South Park“ – beziehungsweise „South America“. / Quelle: imago/Allstar

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