Silvan-Pierre Leirich muss Richards „AWZ“-Abschied noch verarbeiten

Silvan-Pierre Leirich muss Richards „AWZ“-Abschied noch verarbeiten

Dieser Abschied trifft viele „Alles was zählt“-Fans: Silvan-Pierre Leirich (65) wird nach 20 Jahren als Richard Steinkamp die RTL-Daily verlassen. Zum letzten Mal zu sehen ist er am Donnerstag, dem 30. April, auf RTL+. Eine Woche später läuft die Folge zur gewohnten Zeit um 19:05 Uhr im TV.

„Einen wirklich richtigen Moment hat es nie so wirklich gegeben“, erklärt der Schauspieler im Interview mit spot on news über einen bestimmten Punkt für die Entscheidung zu seinem Abschied. „Letztendlich ausschlaggebend war die Idee, das, was ich begonnen habe zu schreiben, zu Ende zu bringen. Dafür habe ich jetzt die Zeit. Zwei Drehbücher und ein Kinderbuch. Alles mittlerweile so gut wie fertig.“

„Hat mich emotional schon sehr mitgenommen“

Die traurigen Reaktionen auf seinen Abschied hätten ihn „sehr gerührt“, erzählt der Schauspieler. „Von ‚Oh Gott, bitte nicht!‘ bis ‚Das verkrafte ich nicht, ohne den Papa, wie soll das gehen …?!‘ war da alles bei. Das hat mich emotional schon sehr mitgenommen!“ Und wie hat seine Familie auf seinen Ausstieg reagiert? „Meine Kinder mochten mich sehr in meiner Rolle als Richard Steinkamp, haben aber immer wieder betont, dass sie mich auch gerne mal anders sehen würden. Nun – diese Gelegenheit haben sie bald.“

Richard Steinkamp war über viele Jahre Machtmensch, Familienoberhaupt und Reibungsfigur zugleich. Gibt es etwas, was Silvan-Pierre Leirich an der Rolle vermissen wird? „Privat war ich nie an Macht interessiert. Und Familienoberhaupt konnte ich ja nur in Absprache mit meinem Mönchen sein. Was heißt also vermissen? Ich habe seine, aus einem, sagen wir mal, wiederentdeckten Lebensstil neu erworbene Empathie mit rübergenommen, die vermisse ich demzufolge nicht, sondern habe sie inne.“ Zudem habe er „mit Sicherheit Einsichten, sich Fehler in seinem Lebensstil einzugestehen“ als Charakterzug von seiner Rolle übernommen.

„Emotionale Schwerstarbeit“ in finalen Szenen

Richards Abschiedsgeschichte wird dramatisch, was Silvan-Pierre Leirich alles abverlangt hat: „Es ist emotionale Schwerstarbeit, gesundheitliche Schäden, insbesondere das eigene Sterben authentisch zu verkörpern. Ich bin jetzt noch dabei, das zu verarbeiten.“ Das Thema sei „bezüglich dramatischer Authentizität schwer zu verkraften. Im Method-acting tun Sie nicht so, als ob, sondern Sie SIND der sterbende Richard. Da geht man automatisch durch ein dunkles Tal übelster Depression. Die fängt man am besten durch Sport und Meditation wieder auf.“ Konnte der Schauspieler bei Richards Abgang mitbestimmen? „Mir wurde dieses Ende in die Hände gelegt. Mir war etwas mulmig dabei, aber letztendlich war es eben auch eine große schauspielerische Herausforderung.“

Mit Simone-Steinkamp-Darstellerin Tatjana Clasing (62) verbindet Silvan-Pierre Leirich eine lange gemeinsame Geschichte. „Mit Tatjana zu spielen ist ein bisschen so, als wären wir zwei Rockgitarristen“, gibt der Schauspieler einen Einblick in die jahrelange Zusammenarbeit. „Sie schlägt eine Seite an, ich nehme den Ton ab und umgekehrt. Etwa so, als würden Keith Richards und Ronnie Wood miteinander harmonieren. Vorteilhaft dabei ist auch unsere Theatererfahrung. Tatjana ist ein absolutes Theatertier, das birgt enorme Vorteile.“

Die letzten „AWZ“-Dreharbeiten liegen für Leirich schon einige Zeit zurück, sein Alltag hat sich dementsprechend bereits verändert: „Ich vermisse das tägliche mich Einstimmen auf die Szenen. Andererseits habe ich viel Zeit zu schreiben und zu meditieren.“ Zukünftig bleibe er „sicher auch“ der Schauspielerei treu, „insbesondere was eigene Projekte betrifft. Aber Musik steht auch noch auf dem Zettel.“

(jom/spot)

Bild: Silvan-Pierre Leirich stand jahrelang neben Tatjana Clasing vor der „AWZ“-Kamera. / Quelle: RTL / Julia Feldhagen

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