Richy Müller über seine „Tarzan“-Rolle: „Meine Frau liebt es“

Richy Müller über seine „Tarzan“-Rolle: „Meine Frau liebt es“

„Tatort“-Star Richy Müller (70) kehrt auf die Musicalbühne zurück. Nachdem er bereits im vergangenen Jahr im Stuttgarter Stage Apollo Theater erstmals in die Rolle des Wildjägers Clayton geschlüpft war, ist der Schauspieler nun erneut in Disneys Musical „Tarzan“ zu sehen. An ausgewählten Spieltagen steht er im Stage Theater Neue Flora in Hamburg an der Seite von Philipp Büttner als Tarzan und Abla Alaoui als Jane auf der Bühne.

Für Richy Müller geht damit großer Wunsch in Erfüllung. „Ich spiele den Wildhüter Clayton mit viel Herzblut, umgeben von vielen tollen Menschen und begleitet von der wunderbaren Musik von Phil Collins“, schwärmt der Schauspieler im Interview. Auch seine Frau Christl Stumhofer, mit der er seit 2017 verheiratet ist, ist ein großer Fan. „Sie liebt es, mich als Clayton auf der Bühne zu sehen“, verrät der 70-Jährige.

Was hat Sie daran gereizt, die Rolle im Musical „Tarzan“ erneut zu übernehmen?

Richy Müller: Ich hatte im Stillen gehofft, dass man mich erneut nach Hamburg einlädt, um gemeinsam mit Tarzan und Jane auf der Bühne zu stehen – und tatsächlich wurde dieser Wunsch erfüllt. Warum? Weil ich in meiner gesamten Bühnenlaufbahn noch nie so emotionale Momente erlebt habe wie in Stuttgart – sowohl menschlich als auch künstlerisch durch das Können des gesamten Ensembles. Ich habe mich dort nie fremd gefühlt. Umso schöner ist es, dass etwa die Hälfte des Ensembles nun auch nach Hamburg gewechselt ist. Und was mich betrifft: Ich spiele den Wildhüter Clayton mit viel Herzblut, umgeben von vielen tollen Menschen und begleitet von der wunderbaren Musik von Phil Collins.

Die meisten kennen Sie als „Tatort“-Kommissar. Wie fiel das Feedback von Kollegen und Weggefährten aus, als Sie plötzlich in einem Musical auf der Bühne standen?

Müller: In meinem familiären Umfeld habe ich ausschließlich positives Feedback erhalten. Einige, die zuvor noch nie ein Musical gesehen hatten, sind jetzt infiziert. Auch unter meinen Kollegen war die Resonanz durchweg positiv – besonders von denen, die selbst in Musicals auftreten. Und ich darf mit Stolz behaupten: I am part of the family.

Was hat diese Figur, was Sie in Film- und Fernsehrollen so nicht finden?

Müller: Das lässt sich kaum vergleichen – Film und Theater sind zwei völlig unterschiedliche Welten. Es ist einfach fabelhaft, eine solche Figur spielen zu dürfen, insbesondere den Antagonisten. Denn ohne Clayton würde das gesamte Stück nicht funktionieren. Die Verantwortung ist entsprechend groß.

Clayton ist keine reine Sprechrolle, sondern verlangt Präsenz, Energie und Körperlichkeit. Wie intensiv bereiten Sie sich auf diese Rolle vor?

Müller: In erster Linie geht es um körperliche Fitness. Sie sorgt dafür, dass ich sowohl mental als auch körperlich den Anforderungen gewachsen bin. Es gibt schließlich zwei anspruchsvolle Kampfszenen mit Tarzan. Dabei gilt immer die oberste Prämisse: Niemand darf sich verletzen – und trotzdem muss alles absolut glaubwürdig aussehen.

Was tun Sie im Alltag, um mit 70 noch so präsent und fit zu sein?

Müller: Ich habe mich mein ganzes Leben lang viel bewegt. In meiner Jugend war ich zehn Jahre lang Leistungsturner, was mir heute natürlich zugutekommt – besonders bei den Kampfszenen mit Tarzan. Ich habe ein nahezu tägliches Trainingsprogramm, um beweglich zu bleiben. Das ist oft anstrengend und auch schmerzhaft, aber das Körpergefühl danach ist es absolut wert. Ich trinke keinen Alkohol und habe rechtzeitig mit dem Rauchen aufgehört. Außerdem bin ich viel zu Fuß unterwegs, fahre Rad und gehe im Sommer schwimmen. Seit meiner Zeit bei „Tarzan“ in Stuttgart habe ich zusätzlich wieder mit Krafttraining begonnen. Stuttgart war für mich in jeder Hinsicht ein Jungbrunnen.

Mit Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl haben sich zuletzt zwei Ihrer „Tatort“-Kollegen verabschiedet. Ist ein „Tatort“-Rückzug für Sie ebenfalls ein Thema?

Müller: Wenn es nach mir geht, nein. Allerdings weiß man nie, wie die Weichen gestellt werden. Da der „Tatort“ sehr beliebt ist, kann ich mir gut vorstellen, dass es noch eine Weile weitergeht. Und solange ich das körperlich schaffe, spricht von meiner Seite nichts dagegen.

Welches Ende würden Sie sich für Ihre Figur Kommissar Thorsten Lannert wünschen?

Müller: Wenn ich das wüsste, würde ich selbst Drehbücher schreiben – aber das überlasse ich lieber den Profis. Wir haben einen großartigen Pool an Autoren und Regisseuren, und ich bin überzeugt, dass sie sich, wenn es so weit ist, ein passendes und würdiges Ende einfallen lassen werden.

Wünscht sich Ihre Frau manchmal, dass Sie sich stärker zurücknehmen und mehr Zeit für das Private bleibt?

Müller: Nein! Unser Privatleben ist völlig ausgelastet, da wir, wenn ich zu Hause bin alles gemeinsam machen. Und sie liebt es, mich als Clayton auf der Bühne zu sehen.

(obr/spot)

Bild: Richy Müller (re.) als Wildhüter Clayton in Disneys Musical „Tarzan“ / Quelle: Morris Mac Matzen

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