Motsi Mabuse (45) hat in der Zeitschrift „Bunte“ über den Tod ihres Bruders gesprochen und darüber, wie tief er sie bis heute prägt. Ihr älterer Halbbruder Neo beging in den frühen 1990er Jahren Suizid. Über die Familientragödie berichtete Mabuse in ihrer Autobiografie „Chili im Blut: Mein Tanz durchs Leben“ („Chili in the Blood: My Dance Through Life“, 2014).
„Sein Tod hat mein Leben verändert“, sagt die Tänzerin in dem Interview, das sie gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Oti Mabuse (36) gegeben hat. Seitdem halte sie die Menschen, die ihr nahestehen, sehr eng bei sich. Ihr persönlicher Kreis sei klein, und es sei nicht leicht, dort hineinzukommen.
Hilfe bei Depressionen und der Bewältigung von Krisen bietet in Deutschland Tag und Nacht die Telefonseelsorge unter den kostenlosen Rufnummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 oder unter der 116 123. Anrufende bleiben anonym.
Ein Gedanke am Morgen
Zugleich habe der Verlust in ihr den Wunsch ausgelöst, jeden Tag so zu leben, als könnte es ihr letzter sein. Was zunächst schön klingt, ist für sie nicht immer einfach. Wie schwer das wiegen kann, macht Mabuse an einem Beispiel aus ihrem Alltag fest. Wenn ihre Tochter morgens zur Schule geht, frage sie sich manchmal: „War das gerade das letzte Mal, dass ich sie gesehen habe?“ Dieser Gedanke erzeuge „einen unglaublichen Druck“.
Am liebsten hätte sie ihre Tochter und ihren Mann permanent bei sich, räumt sie ein. Dass das nicht möglich ist, wisse sie natürlich. „Aber diese Angst kommt immer wieder hoch.“ Besonders plötzliche Abschiede fielen ihr schwer, solche Momente müsse sie lange verarbeiten. Ohne den Verlust wäre sie vermutlich entspannter und unbeschwerter, glaubt Mabuse. Dafür nehme sie die schönen Momente in ihrem Leben heute sehr intensiv wahr.
Ehemann als bester Freund
Halt gibt ihr Evgenij Voznyuk, mit dem sie seit 2017 verheiratet ist. „Er ist wirklich mein bester Freund und derjenige, der mich immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt“, sagt sie über ihn.
Ihr Beschützerinstinkt gilt auch der kleinen Schwester. Obwohl Motsi beim Liebesglück von Oti selbst mitgemischt hatte, sei sie anfangs skeptisch gewesen. Eine Beziehung zu führen und gleichzeitig zusammenzuarbeiten, sei gerade in der Tanzwelt nicht einfach. Hinzu kam ein persönlicher Grund: Weil sie mit 18 Jahren nach Deutschland gegangen sei, habe sie einen großen Teil davon verpasst, wie Oti erwachsen wurde. „Ich habe mich gefragt: ‚Kann sie auf sich selbst aufpassen?'“ Heute sei sie froh, dass ihre Schwester glücklich sei. Oti erwartet mit ihrem Ehemann Marius gerade ihr zweites Kind.
Erfolgreiche Frauen
Die beiden beschreiben sich als sehr unterschiedlich. Oti sei mutiger und abenteuerlustiger, sie selbst eher vorsichtig, erklärt Motsi. Seit beide Mütter sind, ist ihre Bindung nach eigener Aussage noch enger geworden. „Unsere Kinder haben eine Tante, die weiß, woher sie kommen. Das ist etwas ganz Besonderes“, sagt Oti.
Offen sprechen die Schwestern auch über den Druck, unter dem sie als erfolgreiche Frauen stehen. Motsi versucht, ihr Leben in Phasen zu denken, mal mit viel Arbeit, mal mit der Familie im Mittelpunkt. Ganz ablegen lasse sich das schlechte Gewissen aber nicht: „Als Mama wird man diese Schuldgefühle nie ganz los.“
Mehr Einblicke in ihr Leben gibt die sechsteilige WDR-Doku „Motsi & Oti – Meet the Mabuses“, die ab dem 19. Oktober in der ARD Mediathek abrufbar ist. Darin besucht Motsi unter anderem ihre Mutter Dudu in Südafrika. Am 5. November folgt dort zudem das Format „Vibes – Find Your Fire“, in dem sie Frauen zu neuem Selbstvertrauen verhelfen will.
(ili/spot)
Bild: Motsi Mabuse in der TV-Doku „Motsi & Oti – Meet the Mabuses“. / Quelle: WDR/ITV Studios Germany





