Collien Fernandes (44) hat in einem Gespräch mit dem „Tagesspiegel“ eine große Angst geäußert, die sie auch angesichts der jüngsten Entwicklungen in ihrer juristischen Auseinandersetzung mit Ex-Mann Christian Ulmen (50) umtreibt. „Was ist denn, wenn mir irgendwann so ein Christian-Ulmen-Ultra eine Kugel in den Kopf jagt?“, nahm sie mit drastischen Worten Bezug auf Mord- und Gewaltandrohungen, die zuletzt „wieder mehr“ geworden seien.
Auch bei der Gegenseite sollte inzwischen „angekommen sein, dass ich Morddrohungen erhalte“, führte Fernandes gegenüber „Tagesspiegel“-Chefredakteur Christian Tretbar und der stellvertretenden Chefredakteurin Laura Himmelreich weiter aus. Zudem enthüllte die Schauspielerin und Moderatorin in dem rund 90-minütigen Gespräch, inzwischen wieder direkten Kontakt zu ihrem Ex-Mann gehabt zu haben.
Und dennoch würden Ulmen und dessen Anwälte weiterhin ein Verhalten vor Gericht an den Tag legen, das Fernandes als „Täterstrategie“ bezeichnet. Was sie damit meint: Durch das Abstreiten einzelner Nebenaspekte in der Berichterstattung über ihren Fall würde mutmaßlich versucht werden, ihre Vorwürfe im Allgemeinen als haltlos hinzustellen.
Auf diesen Gerichtsbeschluss bezieht sich Fernandes
Vorausgegangen war ein juristischer Teilerfolg von Ulmen. Das Hanseatische Oberlandesgericht in Hamburg hatte dem Magazin „Spiegel“ in einem am 22. Juni ergangenen Beschluss untersagt, den Verdacht zu erwecken, der Schauspieler habe Deepfake-Videos von Fernandes hergestellt oder verbreitet. Ulmens Seite hatte daraufhin in einem Schreiben vom 23. Juni erklärt, dass „insbesondere der vom ‚Spiegel‘ erweckte Verdacht, unser Mandant habe Deepfake-Videos hergestellt und/oder verbreitet, eine unverhältnismäßige, an Hysterie grenzende Folgeberichterstattung in sämtlichen Medien sowie eine undifferenzierte öffentliche Diskussion zur Folge hatte“.
In einem Schreiben der Hamburger Kanzlei Cronemeyer Haisch nahm Fernandes daraufhin Stellung: „Sowohl die Berichterstattung als auch die öffentliche, hitzig geführte Diskussion um digitale sexualisierte Gewalt sind logische Folgen der von Herrn Ulmen unstreitig begangenen Taten.“ Dass die auf einen Artikel des „Spiegel“ folgende Berichterstattung als „unverhältnismäßig“ und „an Hysterie grenzend“ bezeichnet werde, zeige laut Fernandes, „dass es nach wie vor keine Tateinsicht zu geben scheint“.
Weiter hieß es in dem Schreiben, man fühle sich durch den Beschluss bestärkt. Denn das Oberlandesgericht habe demnach auch festgestellt, dass Ulmen „unstreitig pornographische Videos und Fotos von Frauen, die unserer Mandantin ähnlich sehen, unter ihrem Namen verbreitet“ habe. Dies sei geschehen, um vorzutäuschen, dass es sich um Videos und Fotos von Fernandes handle. Unstreitig sei laut der Mitteilung für das Hanseatische Oberlandesgericht auch, „dass Herr Ulmen Deepfake-Fotos von Collien Monica Fernandes verschickt hat“.
Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.
(stk/spot)
Bild: Collien Fernandes gab dem „Tagesspiegel“ ein ausführliches Interview, in dem sie ihre Vorwürfe gegen Christian Ulmen bekräftigte. / Quelle: ddp/pazimedia


