Miniserie „Sheep“: Schafe auf dem Weg zur Selbstverwirklichung

Miniserie „Sheep“: Schafe auf dem Weg zur Selbstverwirklichung

Schafe sind die Krönung der Schöpfung und haben die Menschen domestiziert. Zumindest ist die Schafsherde in der Miniserie „Sheep“ fest davon überzeugt. Am 13. Juli startet die deutsch-österreichische Produktion im Streamingportal des ZDF. Die Zuschauerinnen und Zuschauer erwartet ein bunter Mix aus Komik, Tragik und einem Hauch von Philosophie.

„Sheep“ erzählt die Geschichte einer Schafsherde auf einem österreichischen Hof. Im festen Glauben, dass der Bauer ihr Diener ist, warten die Tiere hoffnungsvoll auf den Tag, an dem sie beim sagenumwobenen Obermoser endlich sich selbst verwirklichen können. Einzig Schaf Oliver blickt schließlich hinter die Fassade und erkennt die Wahrheit: Beim Obermoser wartet keinesfalls das Paradies, sondern die Schlachtbank. Glauben will ihm das aber zunächst niemand. Wer würde denn schon Schafe essen?

Ein wilder Genre-Mix

Bissiger Humor trifft auf philosophische Fragen. „Sheep“ punktet vor allem mit Witz, wenn sich Schafe wie Menschen benehmen. Ihre Sichtweise auf die Welt erscheint ulkig. Aus den Augen eines Schafs wirkt jedoch so etwas Alltägliches wie der Fleischkonsum fast schon wie ein Akt aus einem Psychothriller. So besteht bei so mancher bissigen Pointe die Gefahr, sich am Wurstbrot zu verschlucken. Die Schafe entwickeln indes einen ganz eigenen Blick auf das eigene Sein, das Leben, den Tod und wie sie sterben.

„Vielleicht liegt in dieser Fabel von Vierbeinern, die dem Irrglauben aufsitzen, den Menschen domestiziert zu haben, gerade deshalb eine kleine Parabel darüber, was es bedeutet, ein Lebewesen zu sein, nach Freiheit zu streben und für sich und andere einzustehen“, heißt es in einem Statement des Regie-Duos Leni Gruber und Alex Reinberg an den Sender. Zusammen mit Co-Autor Sebastian Huber verantworteten die beiden auch die Drehbücher.

Stilistisch ließen die jungen Filmemacher Anspielungen auf andere Genres einfließen. Die Serie spielt auf humoristische Weise mit Kernelementen bekannter Horrorfilme und Sitcoms.

Echte Schafe mit prominenten Stimmen

Die fünfteilige Miniserie ist also in jeglicher Hinsicht eine wilde Mischung. So kommt „Sheep“ auch optisch mit einem ganz eigenen Look daher. Nach Angaben der Produktion wurde auf den Einsatz von CGI-Tieren verzichtet. Stattdessen standen echte Schafe vor der Kamera. Lediglich ihre Mäuler wurden digital animiert, um sie sprechen zu lassen. Das tun sie mit prominenten Stimmen von Merlin Sandmeyer, Jella Haase, Verena Altenberger, Birgit Minichmayr und vielen weiteren.

Die Schafe erscheinen vor allem durch Accessoires wie Brillen und Mützen vermenschlicht. Die menschlichen Figuren werden dagegen beinahe animalisch inszeniert. Im Mittelpunkt steht das Essen und damit vor allem der Mund. Die Kamera schneidet ihre Gesichter meist oberhalb der Nase ab. Dialoge zwischen ihnen sind quasi nicht existent.

Schon mehrfach ausgezeichnet

Mit dem ungewöhnlichen Projekt konnten die Macher bereits Erfolge feiern. Bei Canneseries 2026, dem Serienfestival an der französischen Riviera, wurde „Sheep“ beim „Short Form“-Wettbewerb mit dem Student Award ausgezeichnet. Beim diesjährigen Seriencamp in Köln gewann die Serie ebenfalls die Short Form Competition.

Die TV-Ausstrahlung der fünf 15 Minuten langen Episoden folgt am 24. August um 0:00 Uhr im ZDF.

(sv/spot)

Bild: „Sheep“: Schaf Oliver (gesprochen von Merlin Sandmeyer) hat die Wahrheit über das vermeintliche Paradies erkannt, doch niemand glaubt ihm. / Quelle: ZDF/Patrick Wally

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