Machine Gun Kelly (36) hat für seine drastische körperliche Veränderung offenbar einen hohen Preis bezahlt. Im Interview mit „Billboard Canada“ spricht der Musiker offen über die extremen Auswirkungen seines großflächigen Blackout-Tattoos, mit dem er innerhalb weniger Wochen nahezu seinen gesamten Oberkörper überdecken ließ.
Bevor er musikalisch wieder neu starten konnte, musste sich laut eigener Aussage auch sein Körper verändern. „Ich suchte nach einer Veränderung, die nicht nur eine Klangwelle ist“, sagt er. „Es musste etwas Physisches sein.“
„Ich wusste nicht mehr, wer ich bin“
Der Musiker beschreibt eine Phase der Selbstentfremdung. Beim Blick in den Spiegel habe er nur noch ein „Chaos aus Tattoos“ gesehen – übereinandergelegt, übermalt, aus verschiedenen Lebensphasen. „Ich wurde tätowiert und wieder übertätowiert. Manche Designs erinnerten mich an Dinge, an die ich mich nicht erinnern wollte – oder nicht erinnern konnte“, so Machine Gun Kelly. „Manchmal erkannte ich mich selbst auf Fotos nicht.“
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Der entscheidende Moment sei eine existenzielle Frage gewesen: „Wer zum Teufel bin ich?“ Seine Antwort darauf war radikal: ein vollständiges sogenanntes Blackout-Tattoo, das große Teile seines Oberkörpers komplett schwarz einfärbt.
Die bisherigen Tattoos hätten für ihn widersprüchliche Lebensphasen sichtbar gemacht. „Ich sah Tod und Drogen in all diesen Mustern, die ich auf meinen Körper geschrieben habe“, erklärt er. „Es gab glückliche Tattoos, traurige Tattoos, heilige Tattoos, höllische Tattoos. Es war, als würde meine Bipolarität von meiner Haut schreien.“ Mit dem Blackout-Tattoo wollte er dieses visuelle Chaos bewusst auslöschen – und sich gleichzeitig neu definieren.
Körperliche Grenzen erreicht
Entwickelt wurde das Design von einer Tattoo-Künstlerin, die für großflächige Cover-ups bekannt ist. Ursprünglich hätte die Umsetzung etwa zwei Jahre dauern sollen. Doch mgk, wie sich der Künstler inzwischen nennt, entschied sich für ein extremes Tempo: Statt Pausen für Heilung einzubauen, ließ er sich täglich tätowieren – und verkürzte den Prozess auf nur zwei Monate. „Ich sagte einfach: Wir haben zwei Monate“, erinnert er sich. Die Folgen waren drastisch.
Nach etwa einer Woche habe sein Körper heftig reagiert. Besonders im Bereich der Lymphknoten sei es zu starken Beschwerden gekommen. „Meine Haut wurde gelb, ich konnte nicht schlafen und bestimmte Teile meines Oberkörpers konnte ich nicht mehr bewegen“, berichtet er. Die Belastung sei so intensiv gewesen, dass sein Körper zeitweise kaum noch funktionierte. Trotz dieser Symptome setzte er die Sitzungen fort.
Schmerz als Teil der Transformation
Für mgk war das Projekt jedoch mehr als nur eine ästhetische Entscheidung. Er sah darin eine Art Selbstprüfung – sowohl körperlich als auch mental. Er habe den Prozess als Hindernis verstanden, das er überwinden müsse, um sich neu zu definieren. Am Ende sei er „auf der anderen Seite als neuer Mensch herausgekommen“. „Ich kam extrem inspiriert heraus – nicht nur wegen dessen, was ich getan habe, sondern wegen dessen, was ich überstehen musste“, sagt er.
(ncz/spot)
Bild: Machine Gun Kelly ließ sich den gesamten Oberkörper schwarz tätowieren – ein sogenanntes Blackout-Tattoo. / Quelle: imago images/ABACAPRESS/Reynaud Julien/APS-Medias




