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Lisa Maria Potthoff: „Blaue Flecken zähle ich längst nicht mehr“

Lisa Maria Potthoff: „Blaue Flecken zähle ich längst nicht mehr“

Als Gmeinwieser Susi, Gemeindemitarbeiterin und Partnerin des Niederkaltenkirchener Dorfpolizisten Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel, 51), hat Schauspielerin Lisa Maria Potthoff (44) sich seit Beginn der Eberhoferkrimiverfilmungen im Jahr 2013 eine große Fanbase erspielt. Nur ein Jahr danach begann eine weitere Krimireihe, in der sie die titelgebende Hamburger Polizistin „Sarah Kohr“ verkörpert. Nun steht mit „Irrlichter“ (27.12., 20:15 Uhr, ZDF) der achte Film dieser schlagkräftigen Reihe an. Ein guter Anlass, um mit der Berlinerin, die in München aufwuchs, über ihre große Liebe zur Kampfkunst zu sprechen. Im Interview mit spot on news erklärt sie unter anderem, warum sie diese Techniken so schätzt, wie schmerzhaft die brutalen Kampfszenen bei den Dreharbeiten wirklich für sie sind und was sie von einem gemeinsamen Film mit Schauspieler und Kampfkünstler Benjamin Piwko (42, „Du sollst hören“) halten würde.

Im neuen „Sarah Kohr“-Film geht es unter anderem um eine vergangene Liebesgeschichte der Hauptfigur. Was sollten die Zuschauerinnen und Zuschauer darüber wissen? Kam diese Liebe im Film davor vor?

Lisa Maria Potthoff: Über diese Liebesgeschichte können die Zuschauerinnen und Zuschauer nichts wissen, weil sie in den vorherigen Filmen nicht Thema war. Es ist sozusagen eine fiktive Vorgeschichte, die auch nur angedeutet wird. Sarah Kohr war verliebt und in einer Beziehung, die sie sehr glücklich gemacht hat. Dieser Mensch ist verstorben und sie fragt sich, warum und wie das passieren konnte.

In „Irrlichter“ wollen brutale Corona-Leugner sich an vermeintlichen Pandemie-Profiteuren rächen. Als Sie gedreht haben, waren Corona und Verschwörungstheoretiker noch total präsent. Wie war es am Set, haben Sie und die anderen Mitwirkenden abgeklärt, auf welcher Seite man steht oder war es kein Thema?

Potthoff: Nein, das müsste man dann ja im Grunde bei jedem Thema machen, das in einem Film behandelt wird. Angenommen wir drehen einen Film über einen Mann, der eine Frau betrügt. Da würden wir vor Drehbeginn auch keine Umfrage zum Thema „Wer hat seine Frau schon betrogen?“ starten. Das bleibt jedem selbst überlassen.

Generell haben Sie in der Krimireihe „Sarah Kohr“ immer viele Kampfszenen. Wie sehr verletzen Sie sich bei den Dreharbeiten?

Potthoff: Eigentlich würde ich immer „gar nicht“ sagen. Aber wir hatten unlängst eine Vorbesprechung mit unserer neuen Regisseurin für den nächsten „Sarah Kohr“-Film und da hat sie mich das auch gefragt. Als ich dann angefangen habe, aufzuzählen, habe ich gemerkt, dass tatsächlich doch immer etwas ist. Ich verdränge es aber offenbar schnell wieder – und blaue Flecken zähle ich sowieso längst nicht mehr.

Auch diesmal tun die Kampfszenen schon beim Zuschauen weh. Wie war es am Set?

Potthoff: Es ist auch nicht ohne. Deswegen war die Zusammenarbeit mit meinem Schauspielkollegen Lasse Myhr [42] auch so herausragend. Er spielt in „Irrlichter“ einen der Corona-Leugner, mit dem ich den Schlusskampf habe. Auch er wollte, dass unsere Kampfszene so echt wie möglich rüberkommt. Natürlich landet dann auch mal eine Faust stärker im Magen – bei mir und bei ihm. Da muss man schon die Zähne zusammenbeißen. Und das haben wir auch hinbekommen.

Sind Ihre Bauchmuskeln dann besonders gut trainiert?

Potthoff: Es geht (zwinkert). Bei Schlägen zum Bauch macht es Sinn, ihn anzuspannen, sonst tut es noch viel mehr weh. Ich trainiere zwar auch für die „Sarah Kohr“-Filme Kampfsport. Angefangen habe ich mit diesem Sport aber übrigens für den Film „Carneval – Der Clown bringt den Tod“ (2018, das Erste), den wir Anfang 2017 gedreht haben.

Und wie geht es Ihrem Ehemann, wenn er Szenen sieht, in denen Sie beispielsweise zusammengeschlagen werden?

Potthoff: Er ist ein Filmfan und kann das abstrahieren. Er betrachtet die Szenen im Hinblick auf die Filmästhetik und sie gefallen ihm sehr gut. Das freut mich.

Welche Rolle spielt Sport generell in Ihrem Leben?

Potthoff: Sport spielt in meinem Leben eine sehr große Rolle. Ich bin aber keine Sportfanatikerin, ich habe einen sehr gesunden inneren Schweinehund. Mit der Kampfkunst habe ich erst mit Ende 30, also sehr spät angefangen. Aber umso heftiger bin ich in Liebe zu ihr verfallen. Das Erlernen der Kampfkunst ist das Erlernen von etwas sehr Ganzheitlichem. Sie beeinflusst auch die Einstellung zum Leben. Wenn man beispielsweise dem großen Kampfkünstler Bruce Lee [1940-1973, Red.] zuhört, vermittelte er nicht nur das Kämpfen, sondern auch eine mentale Einstellung zum Leben. Die Kampfkunst lehrt einen nicht nur, fit zu sein oder sich gut verteidigen zu können. Du lernst auch Demut zu empfinden, Ausdauer und Biss zu haben, an etwas dranzubleiben. Ich gehe diese Strecke, auch wenn der Weg lang ist. Der Weg ist wichtig, nicht das Ziel.

Welche Rolle spielt der Gegner oder das Gegenüber bei der Kampfkunst?

Potthoff: Wichtig ist, das Gegenüber wertzuschätzen. In jeder Kampkunstart wird der Gegner mit großem Respekt behandelt. Ich habe einen Trainer und Mentor, mit dem ich wirklich gerne meine Zeit verbringe und von dem ich viel lerne, Yi-Chung Chen. Kampfkunst ist auch Gehirntraining. Schritt-Hand-Kombinationen sind auch mentales Training. Das alles hält den Kopf jung – ich kann gar nicht aufhören zu schwärmen, so toll finde ich es.

Es kling vor allem auch nach dem Gegenteil von Aufeinandereinprügeln à la Kultduo Bud Spencer und Terence Hill?

Potthoff: Wenn es im Film so aussieht, als würden zwei Menschen haltlos aufeinander einprügeln, ist das hohe Stunt- und Choreografie-Kunst. Es braucht sehr gute Vorbereitung und großes Vertrauen zueinander. In Wahrheit berühren wir uns teilweise nicht mal. Je wilder und freier es aber aussieht, desto besser waren die Absprachen im Vorfeld. Das ist das Faszinierende daran. Kampfkunstszenen kann man mit einer Tanzchoreografie vergleichen. Unser Schlusskampf im Film „Sarah Kohl – Irrlichter“ sieht tatsächlich relativ heftig aus.

Benjamin Piwko ist auch Kampfkünstler und Schauspieler. Haben Sie schon mal zusammengespielt?

Potthoff: Gespielt habe ich noch nicht mit Benjamin Piwko. Er ist aber der Freund von Felicitas Woll [42], mit der ich vergangenes Jahr gedreht habe. Benjamin und ich haben uns am Rande der Dreharbeiten auch viel über Kampfkunst unterhalten. Er ist ein großartiger Kampfkünstler, ein bezaubernder Mensch und ich würde natürlich gerne mal mit ihm arbeiten. Er hat mir aber auch angeboten, dass wir mal zusammen trainieren. Das würde mich auch freuen.

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