König Charles III. (77) ist am Dienstag auf den Bahamas gelandet. Damit beginnt der Monarch seine neuntägige Karibikreise. Bei der Ankunft am Flughafen von Nassau wurde er mit militärischen Ehren empfangen, wie unter anderem der britische „Daily Express“ berichtet. Charles trug einen hellgrauen Anzug, eine rosafarbene Krawatte und eine Sonnenbrille. Erstmals seit 53 Jahren besucht er den Inselstaat.
Schon zum Auftakt steht ihm ein heikler Termin bevor. Bei einer Jugendveranstaltung im Clifford Park in Nassau will Charles die leidvolle Vergangenheit der Region ansprechen. Auszüge der Rede sind bereits bekannt. Darin will er das „große Leid der Vergangenheit“ auf den Inseln und darüber hinaus anerkennen, wie der Palast zuvor bekannt gab. Zugleich will er den Blick nach vorn richten.
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Keine Entschuldigung für die Sklaverei geplant
Der Besuch findet vor dem Hintergrund wachsender Forderungen nach einer offiziellen Entschuldigung Großbritanniens für seine Rolle im transatlantischen Sklavenhandel statt. Auch Entschädigungszahlungen sind in der Region ein Thema. Eine formelle Entschuldigung wird Charles laut britischen Medien jedoch nicht aussprechen, denn der König folgt in dieser Frage dem Rat der Regierung. Ein ranghoher Mitarbeiter des Palasts betonte gegenüber der BBC, Charles werde den „dunkelsten Tagen unserer Vergangenheit“ nicht ausweichen, über Entschuldigungen und Reparationen habe aber allein die Regierung zu entscheiden.
Auch während des Fluges über den Atlantik blieb der König beschäftigt. Auf einem vom Palast auf X veröffentlichten Foto ist Charles ohne Jackett zu sehen, wie er an Bord der Maschine konzentriert einen umfangreichen Aktenordner studiert. Auf Reisen verbringe der König seine Zeit gerne damit, Briefings und Korrespondenz zu lesen und zu beantworten, heißt es im Begleittext des Posts.
Zurückliegender Besuch als Thronfolger
Der Clifford Park hat für den Monarchen eine besondere Bedeutung: Bereits 1973 nahm er dort als Thronfolger an den Feierlichkeiten zur Unabhängigkeit der Bahamas teil. Bis zum 29. Oktober stehen unter anderem Termine zum Natur- und Meeresschutz, ein Besuch bei den Streitkräften sowie Treffen mit Generalgouverneurin Cynthia Pratt und Premierminister Philip Davis an. Der Inselstaat im Atlantik ist eines von 14 Ländern außerhalb des Vereinigten Königreichs, in denen Charles Staatsoberhaupt ist.
Anschließend reist Charles nach Guyana weiter. Dort trifft er Präsident Irfaan Ali und würdigt 60 Jahre diplomatische Beziehungen zu Großbritannien. Letzte Station ist Antigua und Barbuda. Dort nimmt der König ab dem 1. November am Commonwealth-Gipfel teil. Charles steht dem Staatenbund vor, dem 56 unabhängige Länder angehören, die überwiegend historische Verbindungen zu Großbritannien haben. Zu diesem Teil der Reise stößt auch Königin Camilla (79) hinzu. Gemeinsam stehen für das Paar unter anderem Feiern zum 45. Jahrestag der Unabhängigkeit des Inselstaats auf dem Programm.
(lau/spot)
Bild: König Charles III. auf den Bahamas. / Quelle: ddp/EMPICS/Aaron Chown//Press Association





