Die italienische Musik verliert eine ihrer prägendsten und beliebtesten Figuren: Peppino di Capri (1939-2026) ist tot. Der Sänger und Pianist starb kurz vor seinem 87. Geburtstag auf seiner Heimatinsel Capri im Golf von Neapel, wie sein Management laut übereinstimmender Medienberichte mitteilte.
Am 27. Juli 1939 kam Giuseppe Faiella auf Capri in einer Musikerfamilie zur Welt. Von der Insel lieh er sich später seinen Künstlernamen, der sich frei mit „Sepp von Capri“ übersetzen lässt. Schon als Vierjähriger setzte er sich ans Klavier und spielte für US-Soldaten, die während des Zweiten Weltkriegs auf Capri stationiert waren. Ende der Fünfzigerjahre gründete er die Band I Rockers, mit der ihm 1958 die ersten Erfolge gelangen, darunter das Stück „Malattia“.
Berühmt mit „St. Tropez Twist“ und „Roberta“
Di Capri brachte etwas Neues ins Nachkriegsitalien: Er mischte die neapolitanische Liedtradition mit den Rhythmen von Jazz, Twist und Beat. In der Heimat galt er bald als „italienischer Buddy Holly“, Titel wie „St. Tropez Twist“, „Roberta“, das er für seine erste Frau schrieb, oder „Champagne“ wurden zu Sommerhymnen einer ganzen Generation. Der erste Titel schaffte es Anfang der Sechziger auch in Deutschland auf Platz drei der Charts.
Di Capri veröffentlichte auch italienische Versionen internationaler Hits wie „Let’s Twist Again“ oder „How Deep is Your Love“. Außerdem sang er seine Lieder auf Deutsch, Englisch und Französisch. 1965 durfte er sogar die Italien-Konzerte der Beatles eröffnen. Sein letztes Album erschien 2019.
Zwei Siege in Sanremo
Peppino di Capris Werdegang ist zugleich die Geschichte des Festivals von Sanremo, dem bedeutendsten Musikwettbewerb Italiens. Fünfzehnmal trat er dort an, zweimal ging er als Sieger hervor: 1973 mit „Un grande amore e niente più“ und 1976 mit „Non lo faccio più“. 2023 kehrte er noch einmal auf die große Bühne des Festivals zurück und nahm den Lifetime Achievement Award für sein Lebenswerk entgegen.
Di Capri hinterlässt drei Kinder. Sohn Igor stammt aus seiner ersten Ehe mit Roberta Stoppa, aus der Beziehung mit Giuliana Gagliardi stammen Edoardo und Daria. Nach Bekanntwerden der Todesnachricht meldeten sich bereits Weggefährten und Musikerkollegen zu Wort. Auch Eros Ramazzotti (62) reagierte im Netz und teilte ein Bild des Verstorbenen mit einem gebrochenen Herzen.
(eyn/spot)
Bild: Peppino di Capri wurde an seinem Klavier zur Italo-Legende. / Quelle: IMAGO/Independent Photo Agency Int.



