Jessie Buckley (36) spielt in „Hamnet“ die Agnes, Paul Mescal (30) den William Shakespeare. Der Film von Chloé Zhao (43) erzählt von der Liebe des Paares und vom Verlust des Sohnes Hamnet. Ob sie an Liebe auf den ersten Blick glaubt, erläutert die Schauspielerin im Interview mit dem Branchenportal „Deadline“.
„Hamnet“ zeige ein erstes Treffen von Agnes und Will voller sofortiger Chemie und vielleicht sogar Liebe. Aber glaubt Buckley an eine solche Liebe auf den ersten Blick? „Ja, das tue ich“, sagt sie. Gleichzeitig denke sie aber, dass das nichts sei, „was ich jemals erwartet habe. Das echte Zeug ist nie das, was ich erwarte. Sogar diese Anziehung könnte darüber hinausgehen oder sich in eine ganz andere, vielschichtige, komplexe, vollständige Sache verwandeln.“
„Ich finde Liebe erschreckend“
Die Schauspielerin denkt, dass dies daran liegt, an welchem Punkt man sich gerade in seinem Leben befindet und ob man offen dafür ist. „Ich finde Liebe erschreckend“, gesteht sie. „Die meiste Zeit meines Lebens hatte ich Angst vor der Liebe und es hat lange gedauert, bis ich herausgefunden habe, was dieses Wort, und nicht nur die Vorstellung davon, überhaupt für mich bedeutet.“ Liebe sei manchmal eine zu geplante oder beabsichtige Sache. Buckley vergleicht es mit einer Mahlzeit, die man nicht einfach zubereiten könne, sondern wirklich kochen müsse.
Die irische Schauspielerin, die verheiratet ist und eine Tochter hat, hält ihr Privatleben größtenteils aus der Öffentlichkeit heraus. In dem Gespräch erzählt sie aber, dass sich einige der wichtigsten Beziehungen in ihrem Leben so wie auch die zu den von ihr gespielten Charakteren entwickelt haben und nicht einfach sofort da waren. Auch ihr Verhältnis zu ihrem Co-Star Mescal habe sich entwickelt.
Die beiden kannten sich seit „The Lost Daughter“ aus dem Jahr 2021, drehten damals aber nicht gemeinsam. Vor „Hamnet“ gingen sie mehrfach gemeinsam in einen Club in New York. Die Nächte auf dem Dancefloor brachten sie einander näher. „Ich denke, es ist sehr verletzlich, sich jemandem hinzugeben, wenn man weiß, welchen Weg man gemeinsam gehen muss“, erzählt Buckley. Geist und Herz der beiden hätten sich getroffen, „ohne Hierarchie, mit dem puren Versprechen, diese Geschichte so mutig und menschlich zu erzählen, wie wir es miteinander wagen“.
Ob sich diese Hingabe auch hinsichtlich des renommiertesten Filmpreises der Welt gelohnt hat, wird sich bei der Verleihung der Oscars am 15. März zeigen. Buckley ist als beste Hauptdarstellerin nominiert, Zhao als beste Regisseurin und „Hamnet“ ist auch im Rennen um den besten Film.
(wue/spot)
Bild: Jessie Buckley spricht über Liebe und Beziehungen. / Quelle: Sthanlee B. Mirador/ddp/Sipa USA



