John Frieda (1951-2026) ist tot. Der britische Friseur und Haarpflege-Unternehmer starb im Alter von 75 Jahren. Bekannt gegeben wurde sein Tod am Dienstagabend über Instagram, Angaben zur Ursache gab es keine.
„Mit schwerem Herzen teilen wir die Nachricht mit, dass unser lieber John friedlich im Kreise seiner Familie verstorben ist“, heißt es in dem Beitrag seines Salons. Frieda sei „mehr als nur ein Mentor“ gewesen, nämlich „eine wahre Ikone der Friseurbranche“. Auch seine Stieftochter Asia Agnelli Lagrange bestätigte den Tod: „Heute haben wir den besten Mann verloren, den es je gab.“
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Ein Alan war einer zu viel
Geboren wurde er am 9. Juli 1951 als Alan Howard Frieda in Kenton, Middlesex. Der Vater führte einen Salon in Ealing, der Großvater war Barbier in der Fleet Street. Friseur werden wollte der Sohn trotzdem nie, wie er 1999 dem „Independent“ erzählte.
Im Londoner House of Leonard wurde er rasch Assistent von Lewis Leonard und bekam dort seinen neuen Vornamen. Einen Alan gab es im Salon nämlich schon, zwei Friseure mit gleichem Namen gingen nicht, erklärte er im Juni 2026 der „Times“. Er übernahm den Namen, den auch sein Vater benutzte, und frisierte bald Twiggy und Mick Jagger.
Vom Schuljungen-Schnitt zum Shampoo-Imperium
1976 kam der Durchbruch. Joanna Lumley wollte für ihre Rolle in „The New Avengers“ eine Frisur wie ein Schuljunge, Frieda erfand den berühmten „Purdey“-Topfschnitt. Im selben Jahr eröffnete er mit 25 Jahren seinen eigenen Salon.
Mit der US-Managerin Gail Federici entwickelte er später eigene Produkte, 1988 kam Frizz-Ease auf den Markt, 1998 Sheer Blonde. Die Idee dahinter: Nicht alle Haare sollten gleich behandelt werden. 2002 verkaufte Frieda die Marke an den japanischen Konzern Kao. Seine Salons behielt er. Auf seinem Stuhl saßen viele prominente Kundinnen, unter anderem Madonna, Nicole Kidman und Prinzessin Diana.
„Ich war ein junger Kerl“
Auch mit seinem Privatleben sorgte er für Aufmerksamkeit: Im Oktober 1976 heiratete er im Standesamt von Hampstead die Sängerin Lulu, Ringo Starr und Elton John feierten mit. Das Paar bekam Sohn Jordan. Als die Geschäfte Frieda in die USA zogen, wollte er die Trennung, 1992 wurde die Ehe geschieden. Lulu sprach später von einer „sehr schmerzhaften Zeit“.
Frieda selbst gab der „Times“ zufolge zu, er habe damals nicht „Mr. Lulu“ sein wollen. „Aber ich war ein junger Kerl.“ Aufgehört, sie zu lieben, habe er nie.
2002 lernte er dann Frances Avery Agnelli kennen, Witwe des Fiat-Erben Giovanni Alberto Agnelli. Es folgten zwei Kinder, geheiratet wurde 2019. Frieda hinterlässt seine Frau, vier Kinder und zwei Enkel.
(ae/spot)
Bild: John Frieda – hier mit seiner zweiten Frau Avery – wurde mit Shampoo weltweit berühmt. / Quelle: Action Press/Dominic O’Neill







