Magdeburg, 01.06.2026 (lifePR) – Mit der Anlieferung und Aufstellung der CREDAMUS am 19. Mai 2026 sowie der feierlichen Präsentation und Enthüllung am Pfingstsonntag durfte unser Magdeburger Domglockenprojekt innerhalb weniger Tage zwei bewegende Höhepunkte erleben. Für den Domglocken Verein und für alle Förderinnen und Förderer und für viele mit dem Dom verbundene Menschen waren diese Tage ein sichtbares Zeichen dafür, dass ein lange gehegter Wunsch Schritt für Schritt Wirklichkeit wurde: die Vollendung des neuen Geläutes des Magdeburger Doms.
Am 19. Mai traf die rund 15 Tonnen schwere CREDAMUS per Spezialtransport aus Innsbruck in Magdeburg ein. Mit großer Sorgfalt wurde sie anschließend mithilfe eines Schwerlastkrans über das Dompfarrhaus hinweg in den Domgarten gehoben und dort aufgestellt. Viele Interessierte, Familien, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Freundinnen und Freunde des Domglockenprojekts verfolgten diesen besonderen Moment mit großer Aufmerksamkeit. Schon bei ihrer Ankunft wurde deutlich, welche beeindruckende Dimension diese Glocke hat: Mit ihrem Gewicht und ihrem Schlagton d0 ist die CREDAMUS die zweitschwerste Glocke Deutschlands und zugleich die größte Bronzeglocke in einer evangelischen Kathedrale weltweit. Aber: Noch war die Glocke in ihrer Transportverpackung nur umrissartig zu sehen.
Am Pfingstsonntag war dann der große Augenblick gekommen, auf den der Verein und alle Unterstützerinnen und Unterstützer nun schon 8 Jahre hingearbeitet und hin gefiebert haben. Mit der Präsentation und Enthüllung wurde die CREDAMUS nun erstmals öffentlich in ihrer ganzen Gestalt sichtbar und mit ihrem tiefen d0-Klang für alle hörbar. Dieser festliche Augenblick hat vielen Anwesenden eindrucksvoll vor Augen geführt, dass diese Glocke weit mehr ist als ein meisterhaftes Gusswerk. Sie steht für Glauben, Erinnerung und Hoffnung. Ihr Name „Credamus“ – „…lasst uns glauben“ – bringt zum Ausdruck, was auch unser Verein mit diesem Projekt verbindet: das Vertrauen darauf, dass Bewahrung, Erneuerung und gemeinsames Engagement Zukunft stiften können. Die feierliche Enthüllung machte die CREDAMUS damit nicht nur als Glocke, sondern auch als geistliches und kulturelles Zeichen erfahrbar. Diese Gedanken spiegelten sich auch in den Festreden des Ministerpräsidenten, der Oberbürgermeisterin, des Landesbischofs und des Gemeindekirchenrates wider.
Auch die künstlerische Gestaltung der Glocke unterstreicht diesen Anspruch. Der Schmuck stammt wie bei den anderen Glocken von Gert Weber, der in seinem Grußwort herausstellte, was diese Arbeit für ihn und seine mitgestaltende Ehefrau Edda bedeutet, nämlich nichts Geringeres als die künstlerische Krönung seines Lebenswerkes.
Besonders beeindruckend für den Betrachter: die Darstellung der durch Gewaltherrschaft und Krieg zweier Diktaturen verlorenen Magdeburger Kirchen auf der Rückseite.
Die Redebeiträge und die Enthüllung durch Landesbischof und Ministerpräsidenten wurde musikalisch eingeleitet und umrahmt durch einen großen Posaunenchor, der mit einer eigens komponierten Fanfare, begleitet von Klöppelschlägen der CREDAMUS.
Die CREDAMUS bildet das Herzstück des neuen zwölfstimmigen Geläutes des Magdeburger Doms. Bis sie gemeinsam mit den weiteren Glocken im Turm erklingen kann, sind noch umfangreiche bauliche Arbeiten erforderlich. Schon jetzt aber darf der Verein mit Dankbarkeit auf das Erreichte blicken.
Mit Anlieferung, Aufstellung und Enthüllung der CREDAMUS sind nun alle 12 Glocken im Dom präsent und markieren einen historischen Markstein auf dem Weg zum vollständigen Geläute.
Die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt ist Eigentümerin des Magdeburger Doms und damit verantwortlich für die bauliche Erhaltung der gotischen Kathedrale. Ab jetzt laufen die Arbeiten am Gebäude zweigleisig. Die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt schreibt die nötigen Baumaßnahmen zur Ertüchtigung des Westwerkes und der Türme aus und koordiniert den Bau der Glockenstühle in den beiden Türmen. Die Finanzierung erfolgt aus dem Haushalt der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt. Der Domglockenverein finanziert die Berechnung und Ausrüstung aller Glocken mit Klöppeln, Jochen und Läutemaschinen und den Einbau in die Glockenstühle.
Wenn das Projekt vollendet wird kann der Magdeburger Dom im Klang in einer Linie mit den Kathedralen dieser Welt wie Notre Dame u.a. stehen.
