Ein Jahr Vancouver: Thomas Müller spricht von „irrer Reise“

Ein Jahr Vancouver: Thomas Müller spricht von „irrer Reise“

Vor einem Jahr setzte Thomas Müller (36) seine Unterschrift unter den Vertrag bei den Vancouver Whitecaps. Zum Jahrestag hat sich der frühere Bayern-Profi auf Instagram gleich doppelt gemeldet: mit einem kurzen Video und mit einer ausführlichen Bilderstrecke aus seinen ersten zwölf Monaten in der nordamerikanischen Profiliga MLS.

https://www.instagram.com/p/DbttPViDd1N/?hl=de

In dem Clip hält ihm jemand ein Autogramm entgegen und will wissen, ob er sich daran noch erinnere. Müller muss nicht lange überlegen. „Ich erinner mich an den Tag als ich das unterschrieben habe […] Es ist eine irre Reise gewesen bis jetzt“, sagt er.

Ein Jahr in Bildern

Wie irre, das zeigt der Karussell-Post, den Müller außerdem veröffentlichte. Zu sehen ist er mit seinem Trikot mit der Nummer 13, im Jubel, vor dem Stadion, stolz mit dem Pokal und mitten unter den Fans.

https://www.instagram.com/p/Dbtct3hATuz/?hl=de&img_index=1

Aus der Kurve begrüßte ihn ein Spruchband mit den Worten „Willkommen Raumdeuter“. Das Spruchband spielt auf einen Begriff an, den Müller sich einst selbst verpasst hat. 2011 beschrieb er in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ seine Spielweise als die eines Raumdeuters. Der Begriff hat ihn seither begleitet, offenbar bis über den Atlantik hinaus.

Auch eine Bienenstichtorte hat es in die Auswahl geschafft, mit der ihm zu seinem 300. Tor gratuliert wurde. Dazu kommen ausgelassene Szenen mit den Mitspielern auf dem Rasen, kleine Wortwechsel mit Anhängern und, als Kuriosum, ein Whitecaps-Labubu, von dem er offensichtlich keine Ahnung hatte, was es war.

Der Klub teilte die Rückschau auf seinem eigenen Kanal noch einmal. In den Kommentaren darunter überschlagen sich die Fans: „Was für ein unglaubliches Jahr das war!“, schreibt einer, „Einer unserer Stars“ ein anderer. Dazwischen tauchen auch Stimmen aus der alten Heimat auf: „Wir vermissen dich in München.“ Die Begeisterung für Müller allerorts bringt dieser Kommentar auf den Punkt: „Wie kann man diesen Typen nicht lieben.“

„Mein Englisch hat sich deutlich verbessert“

Was das Jahr in Kanada mit ihm gemacht hat, hat Müller der „Bild“ erzählt. „Wenn du deine gesamte Karriere beim selben Verein verbracht hast, weißt du nicht genau, was dich anderswo erwartet“, sagte er der Zeitung.

„Umso schöner ist es jetzt zu sehen, dass ich auch in Vancouver in einem anderen Kulturkreis funktioniere: auf dem Platz und als Typ in Verbindung mit den Fans und den Menschen in der Stadt. Das ist eine tolle Erfahrung, die meinen Horizont erweitert und mich als Mensch reifen lässt.“

Die Kanadier nennt er ein höfliches und lässiges Volk, Vancouver eine Stadt, in der viele internationale Leute und Kulturen aufeinandertreffen. Ein Punkt ist ihm dabei besonders wichtig: „Mein Englisch hat sich deutlich verbessert.“

Der Titel fehlt noch

Zwischen dem oberbayerischen TSV Pähl und der kanadischen Pazifikküste liegen 13 deutsche Meisterschaften, zwei Champions-League-Titel mit dem FC Bayern und der Weltmeister-Titel mit der Nationalmannschaft 2014 in Brasilien. Der erste Titel auf kanadischem Boden ist mit dem Pokalsieg zwar schon im Sack, die MLS-Meisterschaft fehlt jedoch noch: In der vergangenen Spielzeit stand Müller mit den Whitecaps im MLS-Finale und verlor dort mit 1:3 gegen Inter Miami um den argentinischen Superstar Lionel Messi (39).

Sein Vertrag bei den Whitecaps ist dem ZDF zufolge bis Ende 2026 datiert, der Titel bleibt sein erklärtes Ziel, eingelebt hat er sich offenbar bestens: Dass noch ein Jahr an der Pazifikküste dazukommt, ist nicht ausgeschlossen.

(mia/spot)

Bild: Thomas Müller ist glücklich bei den Vancouver Whitecaps. / Quelle: ddp/Darryl Dyck/The Canadian Press via ZUMA Press

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