König Charles (77) und Königin Camilla (79) haben am Dienstagabend die Staats- und Regierungschefs des Commonwealth zu einem offiziellen Dinner begrüßt. Gefeiert wurde im Fünf-Sterne-Resort Blue Waters auf Antigua, wo das Königspaar während seines Besuchs untergebracht ist. Wie der britische „Express“ berichtet, nahmen 84 Gäste an dem festlichen Abend teil, dessen Ablauf der königliche Haushalt bis ins kleinste Detail vorbereitet hatte.
Während Charles im klassischen Smoking erschien, setzte Camilla auf ein weißes Abendkleid aus Marocain-Stoff von Designerin Anna Valentine. Die Robe war mit Stickereien des Dagger Log verziert, der Nationalblume von Antigua. Dazu kombinierte die Königin Diamant- und Goldohrringe sowie eine goldene Halskette aus ihrer privaten Schmucksammlung.
Cocktail mit Palast-Honig
Zum Empfang wurde den Gästen ein eigens kreierter Cocktail namens „The Commonwealth 56“ serviert – eine Anspielung auf die 56 Mitgliedstaaten des Staatenbundes. Der Drink ist eine Variante des Klassikers French 75 und vereint Hibiskus-Gin aus der Region um English Harbour auf Antigua mit englischem Schaumwein und einem Sirup aus Honig vom Buckingham-Palast.
Auch beim Menü standen regionale Spezialitäten im Mittelpunkt, wie das Königshaus in einer Instagram-Story verriet. Den Auftakt machte ein Salat mit Avocado, grünen Bohnen, Wachteleiern und Kirschtomaten, verfeinert mit Pesto. Als Hauptgang folgte Mahi-Mahi, ein Fischgericht, das mit Kräutern, Gemüse und jungen Kartoffeln im Pergament gegart wurde. Zum Dessert wurde eine Tarte Tatin aus der für Antigua typischen schwarzen Ananas mit Vanilleeis gereicht. Den Abschluss bildeten handbemalte Pralinen sowie Kaffee und Tee aus dem Paddling Duck Bush. Begleitet wurde das Menü von Weinen aus verschiedenen Commonwealth-Staaten.
Tischsets mit Geschichte
Auch bei der Tischdekoration spielte die Kultur Antiguas eine wichtige Rolle. Palmen und der Blick auf die Küste bildeten die Kulisse für das festliche Dinner. Auf den runden Tischen lagen handgefertigte Unterlagen aus wilden Tamarindensamen und Perlen, ergänzt durch Keramikelemente, die an die Ruinen der mehr als 200 historischen Zuckermühlen auf der Insel erinnerten. Gestaltet hatte sie die Kunsthandwerkerin Louise Edwards, die auf Antigua unter dem Namen „Sexy Sue“ bekannt ist. Charles hatte sie erst am Montag persönlich kennengelernt. Ihre Handwerkstechnik hat historische Wurzeln: Schon versklavte afrikanische Frauen sammelten Samen und verarbeiteten sie zu Schmuck.
Auch die Servietten griffen lokale Traditionen auf. Sie bestanden aus Madras, dem Nationalstoff des Gastgeberlandes, und enthielten die Menükarten. Goldene Kelche waren ausschließlich den Staatsoberhäuptern vorbehalten.
Ventilator und Kissen für den König
Charles saß in der Mitte des offenen Speisesaals an Tisch eins, zwischen Antiguas Premierminister Gaston Browne und Feleti Teo, dem Premier von Tuvalu. Neben ihm stand ein Ventilator, auf seinem Stuhl lag ein Kissen. Camilla wurde ähnlich ausgestattet und nahm am Nachbartisch zwischen Philip Davis von den Bahamas und Australiens Premier Anthony Albanese Platz. Begrüßt wurden die Gäste von Steel-Pan-Musikern, zum Ausklang sollten Dudelsackspieler aus Glasgow aufspielen.
Am heutigen Mittwoch endet die neuntägige Karibikreise von König Charles, die ihn zunächst auf die Bahamas und nach Guyana geführt hatte. Auf Antigua stieß schließlich auch Königin Camilla zu ihm. Zum Abschluss steht noch ein gemeinsames Frühstück mit Staats- und Regierungschefs auf Jumby Bay Island auf dem Programm.
(ae/spot)
Bild: Das britische Königspaar (rechts) empfing zu dem Dinner auch Premierminister Gaston Browne und Commonwealth-Generalsekretärin Shirley Botchwey. / Quelle: AFP via Getty Images/Isabel Infantes/POOL





