Auf geht’s zu Runde drei der Jubiläumsstaffel von „Die Höhle der Löwen“ (montags, 20:15 Uhr, VOX oder auf RTL+). Zum Auftakt wartet eine Premiere: Bei den Jungunternehmern Anton Vrouzos (35) und Marius Ludwig (28) dürfen sich die Investoren ihr Angebot am Glücksrad erspielen. Es geht um eine handliche und optisch ansprechendere Alternative zum altbewährten Pömpel. Das Produkt soll mit wenigen Fußtritten Haare sowie Shampoo- und Seifenreste aus dem Abfluss lösen und so Verstopfungen vorbeugen. Dabei ist es so unauffällig, dass es dauerhaft griffbereit in der Dusche bleiben kann.
Hat der Pömpel ausgedient?
Tech-Investor Frank Thelen (50) ist zunächst skeptisch. „Der Pömpel macht physikalisch gesehen doch genau das Gleiche“, meint er und kritisiert: „Hört auf, uns weiszumachen, dass die Funktionalität anders ist.“ Doch nachdem er das Gadget selbst ausprobiert hat, rudert er zurück: Offenbar unterscheidet sich die Wirkung tatsächlich vom klassischen Pömpel. Für ein Angebot reicht das allerdings nicht.
Unternehmerin Janna Ensthaler (42) hingegen ist begeistert und steuert direkt auf das Glücksrad zu. „Ich mach’s euch einfach.“ Tatsächlich erspielt sie sich die höchstmögliche Investition: 60.000 Euro für 30 Prozent der Firmenanteile. Auch Handelsprofi Ralf Dümmel (59) will ein Angebot machen, das Glück aber lieber nicht herausfordern. „Ich drehe nicht am Rad und mache euch auch das höchstmögliche Angebot.“ Die Jungunternehmer entscheiden sich für Dümmel. Ensthaler bleibt enttäuscht zurück: „So ein Mist.“
Mögen Kinder Eis aus Gemüse-Mousse?
Alena Leeb (37) will Industriezucker den Kampf ansagen – und nimmt das zum Auftakt wörtlich: Als Orange verkleidet steigt sie gegen ihre Freundin in den Ring, die im Zuckerwürfel-Kostüm den Kürzeren zieht. Die zweifache Mutter und Jungunternehmerin stellt Eis aus Frucht- und Gemüsemousse her, das ohne Industriezucker auskommt und zudem vegan, gluten- und laktosefrei ist.
Für eine neue Maschine zur Herstellung des Eises benötigt Leeb 40.000 Euro, im Gegenzug bietet sie stolze 40 Prozent ihrer Firma an. Mit ihrer Persönlichkeit kann die Gründerin die Löwen schnell für sich gewinnen – geschmacklich fällt das Urteil allerdings deutlich verhaltener aus. Ralf Dümmel findet: „Schmeckt besser als erwartet, aber der Zucker fehlt.“ Carsten Maschmeyer (67) urteilt: „Es schmeckt etwas ‚gemüsig‘.“ Johannes Kliesch (32) wird noch deutlicher: „Schmeckt mir gar nicht.“
Einer nach dem anderen steigt aus, während sich bei der Jungunternehmerin die Enttäuschung breitmacht und ihr die Tränen kommen. „Du kämpfst, da schlägt mein Herz höher“, sagt Neu-Löwe Johannes Kliesch. Allerdings hat er Bedenken: „Mein Problem ist, ich habe keine Ahnung von Tiefkühl. Aber solche Menschen kann man doch nicht ohne Deal rauslassen …“ – „Richtig!“, ruft Carsten Maschmeyer, der eigentlich bereits abgesagt hatte. Die beiden ziehen sich zur Beratung zurück – und machen Leeb schließlich gemeinsam ein Angebot. Für die Gründerin gibt es nun kein Halten mehr: Aus den Tränen der Enttäuschung werden Freudentränen.
„Schluss mit Penisgeruch!“
„Schluss mit Penisgeruch!“, verkündet der nächste Gründer gleich beim Betreten der Bühne. Markus Flagner (37) präsentiert, als Prinz verkleidet und mit viel Humor, ein Intimpflegegel für Männer, das unangenehme Gerüche im Schritt beseitigen soll. „Beim Wort ‚Penisgeruch‘ hat mein Hirn ausgeschaltet“, lacht Judith Williams (54). Bei den Löwen überwiegt allerdings die Skepsis – vor allem, weil es bislang keinen belastbaren Nachweis für die Wirksamkeit des Produkts gibt.
„Dass du ein Tabuthema vermarkten willst, finde ich gut. Aber es ist schwierig“, erklärt Carsten Maschmeyer seine Absage. Ihn überzeugen weder der Produktname „Penice“ noch das bewusst humorvolle Design und Wording. Auch Ralf Dümmel sieht zwar grundsätzlich einen Markt, hält das Produkt in dieser Aufmachung jedoch für „nicht verkaufbar“. Am Ende steigen alle Löwen aus. Maschmeyer gibt dem Gründer noch einen deutlichen Rat mit auf den Weg: „Du musst ganz viel ändern. Nimm unsere Kritik ernst und starte nochmal von vorn. Ansonsten ist es echter Quatsch.“
Fünf Abiturienten begeistern die Löwen
Die nächsten Jungunternehmer treten gleich zu fünft vor die Löwen – und keiner von ihnen ist älter als 20 Jahre. Mit ihrer Idee sorgen die fünf Abiturienten bei den Investoren schnell für Begeisterung: Sie haben ein vollautomatisiertes Pflanzensystem entwickelt, das die heimische Wand in einen vertikalen Garten verwandelt. Darin können unter anderem Kräuter, Salate, Tomaten, Chilis oder Erdbeeren wachsen. Gesteuert über eine App, versorgt das System die Pflanzen automatisch mit der passenden Menge Wasser und Licht.
Nach dem Abitur wollen die fünf Jungs voll auf ihr Start-up setzen – und suchen dafür nicht nur einen Investor, sondern auch einen Mentor. Bei den Löwen stoßen sie damit auf grenzenlose Begeisterung. „Ich finde das bombastisch!“, ruft Frank Thelen. „Dafür sitze ich hier. Was ihr heute präsentiert, ist auf einem enormen Niveau.“ Janna Ensthaler stimmt zu: „Das ist der absolute Wahnsinn.“
Die Begeisterung geht so weit, dass die Investoren von ihren Sesseln aufstehen und den Gründern ihre Plätze anbieten. „Wenn das alles erfolgreich wird, seid ihr vielleicht in zehn Jahren die Löwen“, prophezeit Carsten Maschmeyer. „Ich hätte viel Spaß, euer Mentor zu sein“, sagt er und bietet die geforderten 180.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile – obwohl ihm die Bewertung eigentlich zu hoch ist.
Auch Dagmar Wöhrl (72) steigt zu denselben Konditionen ein: „Jetzt könnt ihr wählen.“ Nach ausführlicher Beratung fällt die Entscheidung der fünf schließlich: „Wir möchten mit Dagmar arbeiten!“
Handtasche als Kindertrage
Gesa Vieting (42) tritt mit Sohn Max auf dem Arm vor die Löwen. Den anderen Arm voller Einkäufe, fehlt ihr für das klingelnde Handy plötzlich eine freie Hand. Genau für solche Situationen hat die alleinerziehende Mutter eine Handtasche entwickelt, die sich im Handumdrehen in eine Kindertrage verwandeln lässt. „Eine sensationelle Erfindung!“, schwärmt Carsten Maschmeyer. Auch die anderen Investoren zeigen sich von dem wandelbaren Produkt angetan, zweifeln jedoch an der Größe des potenziellen Marktes. Einer nach dem anderen steigt aus – sichtlich schweren Herzens.
Drohne wird zum Super-Gau
Der letzte Pitch des Abends geht gründlich daneben und sorgt bei den Investoren für ungläubiges Kopfschütteln. Die Fensterputz-Drohne von Ronald Lilleg-Staudenherz (59) will bei der Vorführung einfach nicht so, wie sie soll. Zunächst reagiert die Sprachsteuerung erst beim dritten Versuch, anschließend braucht die Drohne eine gefühlte Ewigkeit, um überhaupt das Fenster zu finden. „Also putzt die noch?“, fragt Ralf Dümmel zunehmend ungeduldig.
Irgendwann beginnt das Gerät zwar, sanft gegen die Scheibe zu tippen – von Fensterputzen kann allerdings keine Rede sein. Erschwerend kommt hinzu, dass der Lappen trocken ist, weil die entsprechende Funktion laut den Gründern „gerade kaputt gegangen ist“.
Als Janna Ensthaler schließlich ihr Wasserglas anbietet, um etwas nachzuhelfen, wird es nicht besser: Statt für saubere Scheiben sorgt die Drohne für eine ordentliche Schmiererei und schwebt anschließend auch noch in die falsche Richtung davon, statt zu landen.
Die Löwen haben lange Geduld bewiesen, doch nun ist Schluss. „Ganz ehrlich: Das funktioniert einfach nicht“, urteilt Ensthaler und spricht damit offenbar allen aus der Seele. Frank Thelen wird noch deutlicher: „Dieser Markt ist ein Game für die absoluten Top-Player und für die besten Ingenieure der Welt, ihr seid das nicht.“
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Bild: Jonas Frank, Nick Werneck, Max Lauterbach, Simon Zitzmann und Niklas Gabriel (v.l.) dürfen auf den Investoren-Sesseln Platz nehmen, während sie vom Löwen-Rudel Standing Ovations bekommen. / Quelle: Foto: RTL




