Der vielfach ausgezeichnete Spielfilm „Das Lehrerzimmer“ von Regisseur İlker Çatak läuft am 4. Mai um 20:15 Uhr im ZDF. Im Zentrum steht Schauspielerin Leonie Benesch (35) als junge Lehrerin Carla Nowak, die an ihrer neuen Schule eigene Ermittlungen aufnimmt – und damit eine Eskalation in Gang setzt, die ihre Idealvorstellungen vom Lehrerberuf zerlegt.
Die Geschichte beginnt mit einer Serie von Diebstählen am Gymnasium. Als einer von Carlas Schülern unter Verdacht gerät, will die Sport- und Mathematik-Lehrerin der Sache selbst auf den Grund gehen. Doch ihr Engagement schlägt um: Hauptverdächtige wird die Mutter ihres besten Schülers Oskar, und plötzlich steht Carla zwischen den Fronten – misstrauisch beäugt vom Kollegium, attackiert von empörten Eltern, kritisch hinterfragt von der Schülerzeitung. Aus der Suche nach Wahrheit wird ein psychischer Belastungstest.
Schule als Bühne gesellschaftlicher Konflikte
Was den Film aus dem üblichen Schulgenre heraushebt, ist sein Blick auf die Mechanismen dahinter. Die Jury von German Films, die Çataks Werk 2023 als deutschen Oscar-Beitrag auswählte, beschrieb den Mikrokosmos Schule als Ort, an dem sich gesellschaftliche Erosionsprozesse im „postfaktischen Zeitalter“ abbilden lassen. Genau diese Doppelbödigkeit macht „Das Lehrerzimmer“ zu mehr als einem Krimi um verschwundenes Geld: Es geht um Vertrauen, Vorverurteilung und darum, wie schnell aus gut gemeinten Eingriffen Kontrollverlust wird.
Das Drehbuch stammt von Çatak gemeinsam mit Johannes Duncker, hinter der Kamera stand Judith Kaufmann, für den Schnitt zeichnete Gesa Jäger verantwortlich. Produziert wurde der Film von if… Productions in Koproduktion mit ZDF und Arte.
Mehrfach ausgezeichnet, einmal nominiert
Die Auszeichnungsbilanz spricht für sich: Beim Deutschen Filmpreis räumte „Das Lehrerzimmer“ 2023 in den Kategorien Bester Spielfilm, Beste Regie, Bestes Drehbuch, Beste weibliche Hauptrolle und Bester Schnitt ab. Hinzu kamen unter anderem der CICAE Art Cinema Award und das Label Europa Cinemas der Berlinale, der Günter-Rohrbach-Filmpreis sowie der Award des US-amerikanischen National Board of Review.
2024 ging der Film als deutscher Beitrag ins Rennen um den Oscar für den „Besten internationalen Film“ und schaffte es bis in die Riege der fünf Nominierten – die letzte Hürde vor dem Goldjungen, den am Ende allerdings ein anderer Film gewann. Vorgänger als deutscher Oscar-Kandidat war „Im Westen nichts Neues“, der 2023 vier Academy Awards holte.
Leonie Benesch trägt den Film
Im Mittelpunkt steht und fällt Leonie Benesch. Die Schauspielerin wurde für ihre Darstellung der Carla Nowak unter anderem mit dem Deutschen Filmpreis als beste Hauptdarstellerin geehrt. An ihrer Seite spielen Anne-Kathrin Gummich als Schulleiterin Dr. Bettina Böhm, Eva Löbau, Michael Klammer, Rafael Stachowiak, Kathrin Wehlisch und Sarah Bauerett.
Wer den Film im linearen Programm verpasst, findet ihn weiterhin in der Mediathek.
(ili/spot)
Bild: „Das Lehrerzimmer“: Carla Nowak (Leonie Benesch, M.), eine junge Sport- und Mathematik-Lehrerin, fällt im Kollegium ihrer neuen Schule sofort durch ihren Idealismus auf. / Quelle: ZDF / Boris Laewen

