Berlin, 24.09.2026 (lifePR) – Ordnen, bewahren, Geschichte sichtbar machen: Kulturhistoriker Tom Behrendt hilft ehrenamtlich beim Aufbau des Archivs. Seit 2024 bringt er seine fachliche Erfahrung, seine Neugier und seine Freude am Systematisieren in das Projekt ein. Gemeinsam mit weiteren Freiwilligen sorgt er dafür, dass wichtige Unterlagen aus der Geschichte des Unionhilfswerks gesichert, erschlossen und für kommende Generationen zugänglich werden.
Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 50 %. Die Temperatur im Keller beträgt 18 Grad, die Luft wird gefiltert. Tom Behrendt ist froh, dass die Dokumente hier unter optimalen Bedingungen aufbewahrt werden können. In den Regalen stehen lange Reihen von Aktenordnern. Protokolle von Sitzungen, Fotos, Abrechnungen, Zeitungsartikel. Vieles muss noch digitalisiert und mit einer speziellen Archivsoftware erfasst werden.
Das kulturelle Gedächtnis
Tom Behrendt ist Kulturhistoriker. Seit 2024 hilft er als Freiwilliger dabei, das Archiv des Unionhilfswerks aufzubauen. Für ihn sind die Dokumente nicht alt oder verstaubt, denn sie geben Auskunft über die Geschichte der Institution. „Sie sind das kulturelle Gedächtnis der gemeinnützigen sozialen Organisation seit 1947“,betont er und zeigt auf die vielen Ordner.
Aus vielen Teilen wird ein Ganzes
Der 37-Jährige hat Spaß am Ordnen und Systematisieren. Parallel zu seinem freiwilligen Engagement arbeitet er an seiner Dissertation an der Universität Fribourg am Lehrstuhl für Medical Humanities. „Die Freiwilligenarbeit muss auch Sinn ergeben“, betont er. Mit großer Energie fügt Tom Behrendt einzelne Dokumente wie Puzzleteile zusammen und bringt sie in Verbindung zueinander. Durch die Ordnung entsteht ein Gesamtbild.
Seit über anderthalb Jahren ist der Freiwillige immer mittwochs dabei. Sein Fachwissen ist wertvoll und trotzdem lernt er ständig dazu. Die ersten Unterlagen sind aus der unmittelbaren Nachkriegszeit, damals ging es viel um Flüchtlingshilfe. Das Unionhilfswerk ist gewachsen und hat viele Veränderungen erlebt. Einige Dokumente lagern dezentral, deshalb müssen alle Fachbereiche mitarbeiten und Unterlagen identifizieren, die aufbewahrt werden sollen.
Aber was ist überhaupt archivwürdig? Sind es Sitzungsprotokolle von 1947 oder lange Abrechnungen? Was passt zusammen und ergibt ein klareres Bild der Geschichte? Tom Behrendt muss ordnen, erschließen und interpretieren. Erst dadurch wird die Geschichte auch für kommende Generationen nachvollziehbar. Der Blick in die Vergangenheit hilft dem Unionhilfswerk bei der kritischen Betrachtung der eigenen Arbeit.
Mit Enthusiasmus ins Archiv
Natürlich braucht die Erfassung Zeit. „Ein Archiv ist nie fertig“, sagt Tom Behrendt lachend. Der Zeithorizont von Archivaren scheint unendlich.
Der Kulturhistoriker ist nicht der einzige Freiwillige, der beim Aufbau hilft. Acht Freiwillige, die unterschiedliche Aufgaben haben, sind dabei, doch meist nur für wenige Stunden in der Woche.
Stephan Vötig ist der Koordinator für das Archiv und wirkt selbst wie eine wandelnde Unionhilfswerk-Enzyklopädie. Es gibt kaum etwas, was er nicht weiß. „Die Freiwilligen sollen Enthusiasmus mitbringen“, sagt er, „und die Bereitschaft zu lernen.“ Vötig freut sich über Bewerbungen, denn er kann weitere Unterstützung gebrauchen.
2027 feiert das Unionhilfswerk sein 80-jähriges Jubiläum. Bis dahin soll auf jeden Fall schon einiges im Bestand gesichert und ausgewertet sein.
