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„Copenhagen Cowboy“ auf Netflix: Wie gut ist die neue Serie?

„Copenhagen Cowboy“ auf Netflix: Wie gut ist die neue Serie?

Arthouse-Filmemacher Nicolas Winding Refn („Drive“, 52) hat erstmals für den Streamingdienst Netflix ein Serienprojekt realisiert. Die Neo-Noir-Thriller-Serie „Copenhagen Cowboy“ führt Refn zurück in seine Geburtsstadt Kopenhagen. Zum ersten Mal seit „Pusher 3“ aus dem Jahr 2005 dreht der eigenwillige Auteur wieder in dänischer Sprache, bleibt dabei jedoch seinem unverwechselbaren visuellen Stil treu. Lohnt sich die neue, sechsteilige Netflix-Serie?

Darum geht es in „Copenhagen Cowboy“

Die geheimnisvolle junge Miu (Angela Bundalovic, 28) gilt als Glücksbringerin. Sie wird an die Schwester eines Kopenhagener Unterweltbosses verschachert, der sie zu Fruchtbarkeit nach den Wechseljahren verhelfen soll. Nebenbei muss Miu in ihrem neuen Zuhause niedere Tätigkeiten verrichten, und kommt mit den dort lebenden Zwangsprostituierten in Kontakt. In Wahrheit aber verfolgt die junge Frau ihren ganz eigenen Racheplan.

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Wissenswertes zu „Copenhagen Cowboy“

Neben der bereits erwähnten Hauptdarstellerin Bundalovic können Netflix-Abonnenten in „Copenhagen Cowboy“ den Charakterdarsteller Zlatko Burić (69) erleben. Burić wurde beim Europäischen Filmpreis 2022 gerade erst als „Bester Darsteller“ für seinen Auftritt im Cannes-Sieger „Triangle of Sadness“ ausgezeichnet.

Serienschöpfer Refn hat indes alle sechs Episoden von „Copenhagen Cowboy“ selbst inszeniert. Unterstützt wird der Däne von den Autorinnen Sara Isabella Jønsson (31), Johanne Algren (45) und Mona Masri (37). Seine Weltpremiere feierte „Copenhagen Cowboy“ auf den letztjährigen Filmfestspielen von Venedig.

Lohnt sich die neue Netflix-Serie?

Die Rache-Geschichte rund um die mit übernatürlichen Fähigkeiten gesegnete Hauptfigur Miu ist in „Copenhagen Cowboy“ tendenziell zu vernachlässigen. Wie bereits in den zwei Vorgänger-Werken, der nach einer Staffel wieder abgesetzten Amazon-Serie „Too Old to Die Young“ (2019) sowie dem unzugänglichen Bangkok-Thriller „Only God Forgives“ (2013), geht es Serienmacher Refn vielmehr darum, eine bedrohlich-düstere Atmosphäre voller unterschwelliger Spannung aufzubauen.

In hypnotischen Neonbildern zeigt der große Stilist des modernen Arthouse-Kinos die moralisch verkommene Unterwelt Kopenhagens, die von nihilistischen, gewalttätigen Charakteren bevölkert wird und einer Hölle auf Erden gleicht. Mit betörender Langsamkeit betrachtet Refns Kamera die oftmals teilnahmslosen, stoischen Figuren in 360-Grad-Schwenks. Einmal mehr erschafft der Serienmacher so Bilder voller atemberaubender Schönheit und Coolness.

Diese vermögen letztendlich aber nicht darüber hinwegzutäuschen, dass die Handlung in den sechs knapp einstündigen Episoden im Grunde kaum voranschreitet. Liebhaber von Refns ganz eigenem Stil werden bei „Copenhagen Cowboy“ dennoch voll auf ihre Kosten kommen. Ob die Serie jedoch auch das breitere Streaming-Publikum ansprechen wird, erscheint eher fraglich.

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