Bruce Springsteen (76) hat beim Tribeca Festival in New York eine besondere Ehrung erhalten und dabei einmal mehr seine Rolle als Stimme des gesellschaftlichen Protests unter Beweis gestellt. Der Musiker wurde mit dem „Harry Belafonte Voices For Social Justice Award“ ausgezeichnet und nutzte die Bühne in Lower Manhattan für deutliche politische Botschaften.
Springsteen widmete die Auszeichnung „allen Bürgerinnen und Bürgern von Minneapolis, Los Angeles und Portland, die sich in diesem Jahr gegen die föderale Intervention in ihren Städten gestellt haben“, zitiert „Deadline“ aus seiner Rede. Die Ehrung nehme er „in ihrem Namen“ entgegen.
Bono überreicht Award an Bruce Springsteen
Überreicht wurde der Preis von U2-Frontmann Bono (66), der gemeinsam mit Springsteen über dessen musikalisches Werk und sein langjähriges politisches Engagement sprach. Im Anschluss entwickelte sich ein musikalischer Höhepunkt des Abends: Zusammen mit Patti Smith (79) und ihrem langjährigen Wegbegleiter Tony Shanahan interpretierte Springsteen den Song „People Have The Power“. Der Auftritt wurde mit Standing Ovations, Applaus und lautem Jubel gefeiert.
Den Abschluss des Abends gestaltete Springsteen solo mit einer gefühlvollen Version von „Land Of Hope And Dreams“ – ein Song, der seit Jahren als eines seiner zentralen musikalischen Statements gilt.
Robert De Niro übt scharfe Kritik an Trump
Auch Robert De Niro (82), Mitgründer des Tribeca Festivals, prägte den Abend mit einer klaren politischen Ansprache. Er kritisierte dabei scharf Donald Trump und dessen Unterstützer und sprach von „Korruption und Größenwahn einer einzelnen Person“. De Niro betonte zudem, dass Springsteen diesem Protest „ein Gesicht gebe“ und ihn mit der Sprache eines Dichters formuliere.
Springsteen selbst reagierte mit Humor und Anerkennung auf die Worte des Schauspielers und sagte, niemand könne den Präsidenten so gut beleidigen wie De Niro. Besonders habe ihm gefallen, wie dieser „Donald J. Trump“ ausspreche, was im Publikum für Lachen sorgte.
Springsteen: „Kunst hat die Chance, Kultur zu formen“
In seiner Dankesrede sprach Springsteen auch über die Rolle seiner E Street Band, die er als „für harte Zeiten gemacht“ beschrieb. Seine Musik sei stets mit Blick auf gesellschaftliche Realitäten entstanden, geprägt von seiner Herkunft aus einer Arbeiterfamilie. Diese Erfahrungen hätten ihn dazu gebracht, die Lebensumstände seiner Eltern und deren soziale Bedingungen künstlerisch zu verarbeiten.
Langfristig, so Springsteen, hoffe er darauf, dass Kunst tatsächlich gesellschaftliche Wirkung entfalten könne. „Kunst hat die Chance, Kultur zu formen. Kultur formt Politik. Und Kultur und Politik formen die Nation“, so der Musiker.
(ncz/spot)
Bild: BRuce Springsteen wurde am Samstag beim Tribeca Festival ausgezeichnet. / Quelle: imago images/ZUMA Press Wire/Alex Kormann



