Der Start in die WM-Übertragung der ARD verlief am Donnerstagabend anders als vorgesehen. Vor dem Viertelfinale zwischen Frankreich und Marokko saß Bastian Schweinsteiger (41) nicht wie üblich neben Moderatorin Esther Sedlaczek (40). Auf dem Platz des Experten hatte zunächst Kommentator Philipp Sohmer (51) Platz genommen.
Sedlaczek klärte die Zuschauer zum Sendebeginn um 21 Uhr über die ungewohnte Besetzung auf. „Mensch, also Basti hat sich verändert. Nein, es ist Philipp Sohmer, der hier sitzt und ich freue mich sehr, dass du hier bist, weil du kurzfristig einspringen musstest. Weil, liebe Zuschauer, es läuft halt nicht immer alles nach Plan“, sagte die Moderatorin.
Zwei Stunden im Stau
Kurz darauf lieferte eine Videobotschaft die Erklärung. Schweinsteiger meldete sich vom Rücksitz eines Autos, das im Verkehr rund um das Gillette Stadium im Bostoner Vorort Foxborough feststeckte. „Hallo Esther, es tut mir leid, ich stecke im Voll-Stau. So etwas habe ich noch nie in meinem Leben erlebt. Ich bin früh genug losgefahren, stecke jetzt seit zwei Stunden hier im Verkehr und es zeigt immer noch 50 Minuten an zum Stadion“, berichtete der frühere Nationalspieler.
Weiter sagte er: „Schau mal hier, so sieht das aus ungefähr. Natürlich kann man auch nirgendwo links und rechts fahren. Ja, ich hoffe, ich sehe dich noch. Ansonsten machst du schon mal die Analysen.“ Aus dem Fenster filmte er die Kolonne stehender Fahrzeuge.
Der Weltmeister joggt schlussendlich zum Stadion
Untätig wollte Schweinsteiger aber am Ende auch nicht bleiben. Ein weiteres eingespieltes Video zeigte ihn joggend neben den blockierten Autos auf dem Weg zum Stadion. Bei Temperaturen von über 30 Grad kam er sichtlich außer Atem an. Um 21:08 Uhr verkündete Sedlaczek die Rückkehr ihres Kollegen. „Ich habe gute Nachrichten! Philipp, dich hören wir später nochmal. Aber jetzt, wo unser Experte tatsächlich angekommen ist – und er hat wirklich alles gegeben -, würde ich sagen, machen wir hier den fliegenden Wechsel“, so die Moderatorin.
Mit hochrotem Kopf nahm Schweinsteiger neben Sedlaczek Platz. Eine Umarmung lehnte sie angesichts des durchgeschwitzten Experten allerdings ab. „Ich möchte dich nicht umarmen! Aber ich freue mich trotzdem sehr, dass du da bist“, sagte sie. Schweinsteiger nahm die Anstrengung mit Humor. „Ja, also die Laufbereitschaft für ein Viertelfinale war auf jeden Fall da. Und ich verstehe jetzt auch, liebe Fifa, die Trinkpause macht schon Sinn“, scherzte er mit Blick auf die bei vielen Fans umstrittenen Hydration Breaks während der Partien.
(dr/spot)
Bild: Bastian Schweinsteiger steckte vor der Partie Frankreich gegen Marokko im Stau. / Quelle: picture alliance / Pressefoto Ulmer | Markus Ulmer



