Barbara Eden wird 95: Noch immer bezaubernd wie Jeannie

Barbara Eden wird 95: Noch immer bezaubernd wie Jeannie

Barbara Eden feiert am 23. August ihren 95. Geburtstag. Und vermutlich steht wieder jene Rolle im Mittelpunkt, die sie vor mehr als 60 Jahren weltberühmt machte: Jeannie, der blonde Flaschengeist mit dem rosa Kostüm, dem frechen Lächeln und dem berühmten Nasenzucken. Dabei ist Edens Karriere weitaus umfangreicher als ihre Paraderolle. Sie hat noch eine Hollywood-Ära erlebt, in der große Studios die Karrieren ihrer Stars maßgeblich mitbestimmten. Sie arbeitete mit Weltstars wie Elvis Presley (1935-1977) und Larry Hagman (1931-2012) und erlebte große Erfolge genauso wie private Tragödien. Eines hat die heute 95-Jährige aber nie verloren: ihren ganz besonderen Zauber.

„Wissen die eigentlich, wie ich aussehe?“

1965 steht die Besetzung der TV-Komödie „Bezaubernde Jeannie“ an. Und die Suchkriterien für den weiblichen, orientalisch anmutenden Flaschengeist scheinen ziemlich eindeutig. Gesucht wird ein großer, brünetter Co-Star neben Larry Hagman. Barbara Eden ist blond, vergleichsweise klein – und wundert sich deshalb, als ihr das Drehbuch zur Serie zugeschickt wird. „Wissen die eigentlich, wie ich aussehe?“, fragt sie damals. Die Produzenten wissen es offenbar. Und sie liegen mit Eden goldrichtig.

Von 1965 bis 1970 spielt sie 139 Folgen lang die ebenso attraktive wie witzige Jeannie. Die Serie gerät zum internationalen Dauerbrenner. Sie macht aus der Schauspielerin ein Fernsehgesicht, das bis heute über Generationen hinweg erkannt wird. „Bezaubernde Jeannie“ läuft fünf Staffeln lang und wird seit Jahrzehnten in Wiederholungen ausgestrahlt. Noch heute lieben sie Fans aus aller Welt: „Ich bekomme jede Menge Fanpost, darunter auch aus Moskau, aus Italien, Großbritannien und Polen. Ich bin total überrascht. Ich bin einfach nur überrascht – aus China, sehr viel aus China“, so Eden.

Lucille Ball erkannte früh, was in ihr steckt

Eine ihrer schönsten und prägendsten Hollywood-Geschichten spielt allerdings nicht am Set von „Jeannie“, sondern Jahre zuvor. 1957 hat Eden einen Gastauftritt in der legendären Sitcom „I love Lucy“ rund um US-Superstar Lucille Ball (1911-1989). Eden steht damals noch am Anfang ihrer Karriere und spielt eine attraktive junge Frau im Mittelpunkt einer der Sitcom-Episoden. Sie erinnert sich daran, wie freundlich Ball sie behandelt und ihr sogar dabei geholfen habe, das Kostüm an ihre Rolle anzupassen.

Im Anschluss will Ball sie sogar unter Vertrag nehmen und für eine Comedy-Klasse für Frauen gewinnen. Doch Eden schlägt einen anderen Weg ein. Bald darauf unterschreibt sie bei 20th Century Fox. In Hollywood stehen ihr auf einmal alle Türen offen. Und auch das Herz eines künftigen Präsidenten fliegt ihr zu.

Frühe Begegnung mit JFK

1957 ist Eden mit zwei Kolleginnen auf Promotion-Tour für ihr Theaterstück „Wie angelt man sich einen Millionär?“, der Bühnen-Fassung des Monroe-Klassikers. Ausgerechnet auf dem New Yorker Flughafen Idlewild – dem späteren JFK-Airport – spricht sie ein Mann an. Er fragt, ob sie Senator John F. Kennedy (1917-1963) treffen wolle.

In ihrer Autobiografie „Jeannie Out of the Bottle“ enthüllt Eden 2011, sie habe damals gar nicht gewusst, wer Kennedy sei. Sie willigt ein und wird in einen separaten Raum geführt. Dort eröffnet ihr Kennedys Pressesprecher Pierre Salinger (1925-2004): „Ich möchte, dass sie den künftigen Präsidenten der USA kennenlernen.“ Beide begrüßen sich förmlich, unterhalten sich eine Weile, mehr nicht. Als sie ins Flugzeug steigt und in die Tasche ihres geliehenen Pelzmantels greift, findet sie dort einen Zettel mit Kennedys Telefonnummer. Dabei bleibt es – angeblich.

Mit Elvis und Larry vor der Kamera

Mit etwas Glück lebt Eden 1960 den Traum jeder jungen Frau der damaligen Zeit. Elvis Presley wird im Western „Flammender Stern“ ihr Filmpartner. Die weibliche Hauptrolle wird umbesetzt. Nachdem sich Barbara Steele (88) mit Regisseur Don Siegel (1912-1991) überwirft, zieht Eden den Hauptgewinn, neben Elvis zu performen. Vor und abseits der Kamera harmonieren beide glänzend.

Mit Larry Hagman, dem späteren „Dallas“-Bösewicht, trifft sie in „Bezaubernde Jeannie“ ab 1965 auf den nächsten männlichen Superstar. Als Astronaut Major Tony Nelson und Flaschengeist Jeannie geben sie eines der legendärsten Paare der Fernsehgeschichte ab. Anfang der 90er treffen sich beide in fünf Folgen des TV-Straßenfegers „Dallas“ wieder. 2006 stehen sie für gemeinsame Aufführungen des Theaterstücks „Love Letters“ in New York und Florida wieder zusammen auf der Bühne. Eden kommt ins Schwärmen, wenn sie von ihrer Zusammenarbeit mit Hagman spricht: „Larry war ein echter Charakterkopf. Beim Schauspielern waren wir immer auf derselben Wellenlänge. Und er war sehr lustig und hat es immer geschafft, alle bei Laune zu halten.“

Tod des Sohnes als großer Schicksalsschlag

2006 liegt der größte Schicksalsschlag ihres Lebens bereits fünf Jahre zurück. Ihr Sohn Matthew stirbt 2001 im Alter von 35 Jahren an einer Drogen-Überdosis. 2021 spricht sie über ihre Verzweiflung, Wut und Schuldgefühle: „Es gibt nichts Schlimmeres, als sein eigenes Kind zu verlieren. Obwohl er schon 35 Jahre alt war, war er doch immer noch mein Baby.“

Eden engagiert sich seither in der Drogen-Prävention gemeinsam mit anderen betroffenen Eltern. Halt gibt ihr ihr dritter Ehemann, der Architekt Jon Eicholtz, mit dem sie seit 1991 verheiratet ist und in Beverly Hills lebt. Beide zelebrieren ihren Hochzeitstag jährlich wie ein frisch verliebtes Paar. Und zwischen beiden liegt unverkennbar ein Zauber in der Luft.

Comedy-Talent als neues weibliches Attribut

Wenn Eden heute auf die Zeit zurückblickt, in der sie ihre größten Erfolge feierte, ist das auch ein Blick in ein völlig anderes Hollywood. Damals erscheinen die Studios allmächtig. Schauspielerinnen werden fast ausschließlich über ihr Aussehen vermarktet.

In „Bezaubernde Jeannie“ fällt Eden auf den ersten Blick durch ihre knappe, bauchfreie Kostümierung auf. Doch Jeannie ist nicht einfach nur hübsch. Sie ist auch selbstbewusst, schlagfertig, eigensinnig und treibt ihren „Meister“ Tony Nelson damit regelmäßig an den Rand des Wahnsinns. Allein mit ihrer Zaubergeste, dem berühmten Nasenzucken, hätte sie keine 60 Jahre überlebt. Mit ihrer Mischung aus gespielter Naivität, Selbstbewusstsein und komödiantischem Timing schafft sie mehr als das.

„Du kannst niemanden kopieren“

Bis ins hohe Alter wirkt Eden in Filmen und Serien mit. Heute zeigt sie sich immer noch auf Festivals oder spricht in Podcasts über ein modernes Frauen-Bild, das sie als Jeannie, die den Männern Paroli bietet, mitgeprägt hat. Jungen Kreativen in Hollywood gibt sie einen schlichten Rat: „Bleib dir selbst treu. Du kannst niemanden kopieren.“

Die Serie „Bezaubernde Jeannie“ feierte im vergangenen Jahr ihr 60. Jubiläum. Ihre Ästhetik gehört unverkennbar in die 60er-Jahre. Umso erstaunlicher, wie tief die Serie im kulturellen Gedächtnis verankert ist. Menschen, die damals noch gar nicht geboren waren, erkennen Barbara Eden in ihrem rosa Kostüm und sind hingerissen. Sie selbst nimmt die scheinbare Unsterblichkeit ihrer Figur mit amüsierter Gelassenheit: „Ich denke, es geht ihr gut. Die Flasche ist immer noch sehr bequem.“ Happy Birthday, Jeannie!

(jök/spot)

Bild: Hat von ihrem Zauber nichts verloren: Barbara Eden bei einem Event im Juni 2026. / Quelle: imago/Avalon.red / Sadou Faye / Faye Sadou / Avalon

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