Annika Lau: So fordert das ADHS ihres Sohnes die Familie

Annika Lau: So fordert das ADHS ihres Sohnes die Familie

Annika Lau (47) spricht offen über den Alltag mit ihrem Sohn Baz (10), bei dem eine schwere Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) diagnostiziert wurde. Im Interview mit der Zeitschrift „Gala“ (Ausgabe vom 1. Oktober) schildert die Moderatorin und Ehefrau von Schauspieler Frederick Lau (37), wie sehr die Erkrankung die Familie fordert. Am meisten zermürbe sie die Gleichzeitigkeit der Gegensätze: „Er ist ja mein Sohn, und mein Sohn ist zuerst mal wahnsinnig toll. Er ist unglaublich lustig, superschlau, schnell im Kopf, wenn er möchte. Und dann aber auch wieder so träge und faul.“

Ihr Buch „Ihr Kind ist anders“, das am 7. Oktober im ZS Verlag erscheint, thematisiert die ADHS-Diagnose ihres Sohnes. Der Titel greift einen Satz auf, der Lau laut Verlag „wie ein Schlag“ getroffen hat.

Immer die Schuldigen

Wie hart der Alltag für den Zehnjährigen selbst ist, macht Lau im Interview deutlich. „Kinder wie er stoßen überall auf Ablehnung“, sagt sie. Solche Kinder seien es eher gewohnt, angemeckert zu werden und als Schuldige dazustehen, als einmal etwas Positives zu erleben.

Für sich selbst hat die Moderatorin einen ganz eigenen Umgang mit der Belastung gefunden. Auf die Frage, was sie tue, wenn ihr alles zu viel werde, antwortet sie: „Oh, ich weine ganz viel im Auto.“ Lachend schiebt sie hinterher: „Es ist aber alles okay, Leute!“ Das sei ihr Ventil. Inzwischen komme es sogar vor, dass sie auf offener Straße weine, und dafür schäme sie sich auch nicht mehr so sehr.

Vater und Sohn wie eine Person

Dass Baz mit seinem Chaos im Kopf nicht allein dasteht, hat Lau längst erkannt. Die größte Ähnlichkeit sieht sie ausgerechnet beim Vater. „Die beiden sind wie eine Person, einmal in groß und einmal in klein!“, sagt sie. Geraten Frederick Lau und sein Sohn aneinander, fühle sie sich, als würde sie zwei Sechsjährigen zuschauen. „Die brüllen sich an, schmeißen Sachen, aber fünf Minuten später liegen sie sich in den Armen und sagen: Alles okay, wir schaffen das!“

In ihrem Buch beschreibt Annika Lau den Weg von den ersten Anzeichen über die Diagnose bis in den Familienalltag mit schlaflosen Nächten, Gesprächen in der Schule und dem Gefühl, ständig zu versagen. Ergänzt wird ihr Erfahrungsbericht durch Fachwissen des Mediziners Dr. Klaus Skrodzki. Das Buch soll Eltern praktische Strategien an die Hand geben und ihnen helfen, die Stärken ihres Kindes zu erkennen.

(jom/spot)

Bild: Annika Lau veröffentlicht bald ihr Buch „Ihr Kind ist anders“. / Quelle: Imago images/Future Image / Thomas Schröer

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