Drei Kinder, zwei berufstätige Eltern und fünf unterschiedliche Geschmäcker: Bei Annika Lau (47) und Ehemann Frederick Lau (37) muss es in der Küche vor allem alltagstauglich zugehen. Damit zwischen Arbeit und Familienleben trotzdem regelmäßig frisch gekocht wird, hat die Moderatorin gemeinsam mit ihren Kindern ein eigenes System entwickelt: Am Wochenende darf jeder zwei Wunschgerichte aufschreiben, anschließend entscheidet das Los über den Speiseplan der kommenden Tage.
Wie das im Alltag gelingt, verrät Lau beim Bimi-Event in Hamburg, bei dem sich alles um den milden Stangenbrokkoli und Inspiration für eine unkomplizierte Küche dreht. Dabei spricht sie über gesunde Ernährung in der Familie, ihre Tricks, um den Kindern Gemüse schmackhaft zu machen – und die Rollenverteilung am heimischen Herd. Denn so gut sie und Frederick Lau sonst als Team funktionieren, beim gemeinsamen Kochen sieht es offenbar anders aus. „Wir können echt toll zusammenarbeiten. Aber die Küche ist und bleibt mein Ding“, stellt sie lachend klar.
Was bedeutet „unkomplizierte Küche“ für Sie persönlich: wenige Zutaten, wenig Zeit oder möglichst wenig Abwasch?
Annika Lau: Am liebsten alles drei auf einmal! Bei uns zu Hause muss es einfach zügig gehen – da hat doch keiner Zeit, sich ewig an den Schneidebrett-Marathon zu stellen. Für mich heißt unkompliziert: frische Sachen, die schnell auf dem Teller landen. Bimi Brokkoli lässt sich zum Beispiel komplett verwenden und muss nicht erst aufwendig vorbereitet werden.
Sie haben drei Kinder und sind beruflich viel unterwegs. Wie gelingt es Ihnen, im Alltag trotzdem regelmäßig frisch zu kochen?
Lau: Indem ich einen Plan am Wochenende mit den Kindern erarbeite und mich so gut es geht darauf vorbereite. Jeder darf zwei Gerichte aufschreiben, die werden in einen Topf geworfen und dann ziehen wir einen Tag nach dem anderen. Das schreiben wir gut sichtbar auf unseren Wochenplan und daran können wir uns alle orientieren. Ich kann so gut den Einkauf und die Vorbereitung planen. Und notfalls abends vorkochen, wenn alle schlafen. Oder morgens. Je nach Arbeitslage.
Wer kocht bei Ihnen zu Hause besser – Sie oder Ihr Mann Frederick?
Lau: Ich koche definitiv mehr und würde auch sagen besser. Frederick liebt gutes Essen und kann auch okay kochen. Allerdings ist die Küche danach abrissbereit.
Können Sie und Frederick gut gemeinsam in der Küche stehen – oder funktioniert es besser, wenn einer das Kommando übernimmt?
Lau: Auweia. (lacht) Das geht schief. Wir können echt toll zusammenarbeiten. Aber die Küche ist und bleibt mein Ding. Wenn er schon vor dem Kühlschrank steht und die Butter nicht findet oder den Gemüseschäler in der Schublade, obwohl beides doch genau vor seinen Augen ist – daran könnte ich verzweifeln. Außerdem hat er ein spezielles Gewürz, das ihm mal ein Kameramann geschenkt hat. Das macht er überall drauf. Auch einfach in meine Töpfe und mein Essen. Da bekomme ich schlechte Laune und werfe ihn aus der Küche.
Gibt es ein Gericht, bei dem Sie neidlos sagen müssen: Das kann Frederick besser? Und was ist Ihre Spezialität?
Lau: Frederick kann sagenhaft gut Steak braten. Außerdem ist seine Bolo auch nicht schlecht. Ich bin eine Salat-Queen. Ich habe jahrelang am perfekten Dressing gefeilt. Mittlerweile gehen unsere Kinder sogar so weit, dass sie keinen anderen Salat ohne dieses Dressing essen wollen.
Welchen Stellenwert hat gesunde Ernährung bei Ihnen zu Hause – und wie entspannt oder streng gehen Sie damit um?
Lau: Sehr groß. Ich möchte schon gern, dass meine Kinder gesund essen. Denn sie haben ohnehin viel zu viel Zucker und andere industriell verarbeitete Lebensmittel um sich herum, die ihnen nicht guttun. Und das kann man als Eltern ab einem gewissen Zeitpunkt auch gar nicht mehr vermeiden. Spätestens wenn sie alleine losziehen und von ihrem Taschengeld Süßes kaufen. Insofern versuche ich, einen gesunden Gegenpol zu bieten, der jeden Tag spannend genug ist für die Kinder zu entdecken.
Wie gehen Sie damit um, wenn eines Ihrer Kinder Gemüse oder ein bestimmtes Gericht partout nicht essen möchte?
Lau: Dann versuche ich, das Gemüse zu verstecken. Zum Beispiel kleingeschreddert in der Bolognese. Oder als leckere Suppe, ganz sämig püriert. Manchmal erwischen sie mich und gehen in die Komplettablehnung. Aber manchmal klappt’s. Ich habe neulich ein Rezept gesehen, da hat jemand ein Schokodessert mit Blumenkohl gemacht. So weit bin ich noch nicht. Aber interessant finde ich das schon!
Sie haben gerade gemeinsam mit Frederick einen veganen Dönerladen eröffnet. Hat sich dadurch verändert, wie Sie als Familie über Fleisch und Ernährung denken?
Lau: Wir machen uns sowieso viele Gedanken ums Essen und diskutieren auch viel darüber. Ich komme aus einer Zeit und einer Gegend, da kannte man die Kuh noch beim Namen, die danach geschlachtet wurde. So ein Fleisch ist heute ja kaum mehr zu bekommen. Frederick und ich achten beide darauf, dass unsere Kinder gesund groß werden. Und zu viel Fleisch macht mich persönlich auch aggressiv, ich weiß nicht, woran das liegt. Ich greife lieber zu Gemüse.
Wie wichtig ist es Ihnen, Ihren Kindern zu vermitteln, wo Lebensmittel herkommen und was hinter dem Essen auf ihrem Teller steckt?
Lau: Oh, das finde ich sehr wichtig! Wir haben selbst einen Garten und bauen jedes Jahr Gemüse an. So sehen sie selbst, wie langwierig das Wachsen ist und wie viel Pflege manche Pflanzen brauchen. Außerdem gehen wir viel mit den Kindern in die Natur und auf Felder. Das ist uns schon wichtig, dass sie darüber Bescheid wissen.
Bei fünf Familienmitgliedern treffen vermutlich auch fünf Vorlieben aufeinander. Wer ist bei Ihnen zu Hause beim Essen am wählerischsten?
Lau: Ich würde fast sagen: ich. (lacht) Wenn wir essen gehen, denke ich mir bei fast jedem Gericht: Hätte ich besser hinbekommen. Selbst Freddy geht nicht mehr so gern essen. Liebe geht eben durch den Magen.
(obr/spot)
Bild: Annika Lau kocht gerne und viel mit Gemüse. / Quelle: Isa Foltin/Bimi via Getty Images







