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Abschied von Sinéad O’Connor: Emotionale Trauerfeier in Irland

Abschied von Sinéad O’Connor: Emotionale Trauerfeier in Irland

Im irischen Badeort Bray haben sich Tausende Menschen am Dienstag (8. August) von Sängerin Sinéad O’Connor (1966-2023) verabschiedet. Vor der Beerdigung im kleinen Kreis hatten alle Interessierten die Gelegenheit, die Künstlerin zu ehren und sich entlang der Strandpromenade und vor ihrem Wohnhaus aufzustellen, während der Trauerzug vorbeizog. Die Menschen sangen die Lieder der Verstorbenen, viele brachen in Tränen aus.

Die ersten Trauernden kamen schon nachts

Wie die „Irish Times“ berichtete, hatten sich bereits in der Nacht die ersten Menschen vor dem ehemaligen Wohnhaus der Verstorbenen versammelt. Sie legten Blumen und Karten nieder und hinterließen handschriftliche Botschaften, um der Sängerin für ihre Musik und ihre Stimme zu danken. Auf einem Zettel etwa war die Zeile vermerkt: „Du bist für immer in meinem Herzen.“ Vor dem rosa umrahmten Wintergarten des Hauses, das direkt am Meer liegt, wurde ein rosa Stuhl aufgestellt, mit rosa Blumen und einem Foto der Sängerin am Fuß des Stuhls. Auf einem Schild an der Wand waren Anliegen aufgeführt, für die die Sängerin ihre Unterstützung zum Ausdruck gebracht hatte, darunter die Aufnahme von Flüchtlingen: „Wo Worte versagen, spricht Musik.“ Ein Nachbar brachte Kerzen an der Wand an. Bereits seit ihrem Tod am 26. Juli legten Menschen Blumen vor dem Haus nieder, das die Sängerin 2021 verkauft hat und das nun leer steht. Sie hatte 15 Jahre lang in Bray gewohnt. Auch der irische Sänger Liam Ó Maonlaí (58) war unter den Anwesenden, die sich vor dem Haus versammelten. Er sagte angesichts der vielen Trauernden: „Ich denke, es ist Liebe, warum die Leute heute hier sind. Sie liebten sie. Ich habe sie bewundert.“

Die Einwohner sowie angereiste Fans säumten bereits am Morgen die Straßen, um sich vor der heutigen Beerdigung ein letztes Mal von Sinéad O’Connor zu verabschieden. Sie mussten noch ein wenig länger warten, da sich der Trauerzug etwas verzögerte. Die Familie der Sängerin hatte Menschen, die sich ein „letztes Mal verabschieden“ möchten, gebeten, an der Strandpromenade zu stehen, während der Trauerzug vorbeizieht. „Sinéad liebte das Leben in Bray und die Menschen dort“, hieß es in einer Mitteilung. „Mit dieser Prozession möchte ihre Familie die Liebe der Menschen in Wicklow und darüber hinaus würdigen, die sie seit ihrem Tod in der vergangenen Woche an einem anderen Ort erfahren hat.“ Mehr als 3.000 Menschen kamen der Aufforderung nach. Sie sangen ihre größten Hits und verabschiedeten sich unter Tränen von dem Star. Von einem mit Blumen und Pride-Flaggen geschmückten Wagen wurden einige ihrer Lieder vor der Menge abgespielt.

Irlands Präsident nimmt an der privaten Trauerfeier teil

Der irische Präsident Michael D. Higgins (82) gab in einer Pressemitteilung bekannt, dass er und seine Frau Sabina (81) an der privaten Trauerfeier teilnehmen werden. Diese sollte direkt an die öffentliche Prozession anschließen. Higgins erklärte: „Der Ausdruck von Trauer und Wertschätzung für das Leben und Werk von Sinéad O’Connor zeigt den tiefgreifenden Einfluss, den sie auf das irische Volk hatte.“ Und weiter: „Der einzigartige Beitrag von Sinéad beinhaltete die Erfahrung einer großen Verletzlichkeit, gepaart mit einem großartigen, außergewöhnlichen Maß an Kreativität, das sie durch ihre Stimme, ihre Musik und ihre Lieder zum Ausdruck brachte.“

Bereits am Sonntag war eine Installation als Hommage an die Sängerin enthüllt worden. Auf einem Hügel in Bray Head besagt eine weiße Schrift, dass Irland sie liebt. „Wir wollten einfach die Gelegenheit nutzen, den Moment mit einer mutigen Aussage zu würdigen, die symbolisiert, was sie unserem kleinen Land bedeutet“, sagte ein Sprecher der zuständigen Kreativagentur aus Dublin.

Am Boden zerstört nach Tod ihres Sohnes 2022

Sinéad O’Connor wurde am 26. Juli 2023 tot in ihrer Wohnung in London aufgefunden. Erst zwei Wochen zuvor hatte die kontroverse Künstlerin ihre Rückkehr in die Metropole bekannt gegeben. Die Todesursache ist noch nicht geklärt. Seit dem Suizid ihres 17-jährigen Sohnes Anfang 2022 lebte sie „als untote Kreatur der Nacht“, wie sie wenige Tage vor ihrem Tod auf Twitter schrieb. Die Todesursache der Musikerin, die 1990 mit „Nothing Compares 2 U“ zum Star wurde, gaben die Behörden noch nicht bekannt. Fremdverschulden schloss die Polizei aber aus. Neben ihrem verstorbenen Sohn hat Sinéad O’Connor drei weitere Kinder.

Hilfe bei Depressionen und Suizidgedanken bietet die Telefonseelsorge unter der kostenlosen Rufnummer: 0800/111 0 111

(ae/spot)

Bild: Im Haus an der Strand Road lebte Sinéad O’Connor 15 Jahre lang. Hier führte der Trauerzug vorbei und viele Menschen erwiesen ihr mit Blumen und Karten die letzte Ehre. / Quelle: PAUL FAITH/AFP via Getty Images

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